 |
 |
>>> mehr
Hier erhalten Sie Ihr persönliches Exemplar des Sonderdrucks gratis.
|
|
 |
|
|
 |
Dr. Schwarz Consulting
Melanchthonstr. 5
D-68753 Waghäusel
Tel.: 07254 9517-00
info@absolit.de
|
|
 |
eMail-Marketing-Forum.de ist eine Initiative von Absolit

|
|
|
|
|
|
E-Mail-Management: Virenschutz mit Positivliste
|
|
Für Marketer ist E-Mail - richtig eingesetzt - ein perfektes Instrument
für den Kundendialog. Aus der Sicht von Sicherheitsexperten dagegen ist
es das Einfallstor des Bösen. E-Mail ist das bedeutendste Angriffs- und
Verbreitungsmedium für Viren aller Art. Gerade für Versender
angeforderter Newsletter ist es wichtig zu wissen, was sich
Sicherheitsexperten alles einfallen lassen, um Unternehmen vor
unerwünschten E-Mails zu schützen.
Gefährliche Dateianhänge stoppen, alle anderen erlauben – so lautet
noch immer die gängige Strategie am E-Mail-Gateway. Warum eigentlich?
Statt den Mail-Verkehr einmalig auf das Notwendige zu beschränken, muss
man dabei dauernd nachbessern. Ein Plädoyer für Positivlisten.
MyDoom, Bagle, Lovgate & Co. mutieren von Variante.A täglich weiter
in Richtung Alphabet-Ende und darüber hinaus, Sicherheitssoftware bietet
immer kürzere Update-Zyklen und doch: Wenn der Hase Anti-Viren-Software
gerade ankommt, ist der Igel "neue Mutation" schon längst auf der
nächsten Zielgeraden. Was für Firewalls schon längst selbstverständlich
ist, könnte auch bei der E-Mail-Sicherheit diese missliche Lage ändern:
wohlüberlegte Positivlisten statt des ewigen Nachbesserns von Ausnahmen
am "default allow".
Unternehmen haben mittlerweile eine Menge Geld investiert, um dafür
eine Menge Sicherheit zu bekommen – Firewalls, Virenscanner, URL-Filter,
Intrusion Detection, Anti-Spam-Filter und je nach Budget und
Sicherheitsbedürfnis noch weitere Produkte sind dort im Einsatz.
Dennoch sind die Probleme aktueller und größer denn je. Wie viel oder
wie wenig Sicherheit man bekommt beziehungsweise übrig behält, hängt
jedoch nicht allein von der Raffinesse der Attacken ab, sondern zum
größten Teil auch davon, wie und wie restriktiv man seine
Sicherheitssysteme einsetzt.
Firewalls sind dafür ein sehr gutes Beispiel. Man kann sie so
konfigurieren, dass sie nahezu absoluten Schutz bieten oder auch so,
dass sie ihren Sinn in keiner Weise erfüllen: einfach indem man jedweden
Datenverkehr verbietet oder allen ein- und ausgehenden Datenverkehr
zulässt. Die Kunst liegt darin, nur so viel zu gestatten wie man bereit
ist, an Risiko einzugehen. Das Vorgehen, zunächst alles zu sperren
(default deny) und dann nur den erwünschten Datenverkehr sukzessive
freizuschalten, hat sich bei Firewalls sehr schnell durchgesetzt. Auch
die Betrachtung der Restrisiken und ihre Verminderung durch das
Schaffen so genannter demilitarisierter Zonen (DMZ) war ebenso schnell
Usus. Die erreichte Sicherheit an der Netzwerkgrenze kann man somit
heute als durchweg gut bezeichnen; gängige Attacken laufen auf anderen
Ebenen ab.
Alles, was nicht verboten ist...
E-Mail ist mittlerweile das Angriffs- und Verbreitungsmedium für
Malware aller Art. Durch das Hase-und-Igel-Spiel zwischen
Virenprogrammierern und Patternfile-Produzenten passiert es immer wieder
mal, dass ein Virus durchschlüpft und erhöhten Arbeitsaufwand durch
Aufräumaktionen verursacht. Zu wirklich bösartigen Attacken, die alle
infizierten Systeme unbrauchbar machen, ist es glücklicherweise noch
nicht gekommen; doch das könnte schon morgen anders sein.
Um das Risiko beim – an sich ja erwünschten – E-Mail-Eingang zu
verringern, haben die meisten Verantwortlichen spätestens seit
"I-LOVE-YOU" bestimmte Dateitypen in den Anhängen von E-Mails geächtet;
die Mail-Gateways vieler Unternehmen akzeptieren Visual Basic Script
(*.VBS) im Attachment einfach nicht mehr. Nach und nach sind weitere
ausführbare Dateitypen dazugekommen: *.EXE und *.COM wurden schnell
gebannt, *.PIF und *.SCR spätestens bei der nächsten Attacke ebenfalls
auf die Negativlisten gesetzt, und dann *.BAT und dann *.REG und dann
*.CHM und so weiter und so fort.
Diese gängige Strategie machte zunächst einen sehr schlüssigen
Eindruck: Alles, was gefährlich ist und keinen geschäftsrelevanten Bezug
hat, blockt man bereits am Gateway. Viele Negativlisten haben
mittlerweile einen erheblichen Umfang. Aber welcher Dateityp die nächste
große Bedrohung bringt, bleibt offen. Eine "vollständige" Negativliste
ist in der Praxis nicht herstellbar. So wurde beispielsweise zuletzt
eine Schwachstelle in den recht seltenen Extended-MOD-Dateien gefunden.
Ein groß angelegter Angriff durch das Versenden solcher *.XM-Dateien
wäre somit durchaus denkbar. Und selbst das nicht-ausführbare
Bitmap-Grafik-Format (*.BMP) kann nicht mehr als sicher gelten, solange
Schwachstellen in bestimmten Windows-Darstellungskomponenten existieren.
Nichts, was nicht erlaubt ist...
Einen Ausweg aus diesem Dilemma bieten Positivlisten. Warum sollte man
das Erfolgsrezept von Firewalls nicht auch für E-Mail-Attachments
nutzen? Man verbietet generell alle Dateianhänge und gestattet nur
diejenigen, welche man für die unternehmensrelevanten Geschäftsprozesse
wirklich benötigt. Für diese notwendigen Typen betreibt man dann
Risikomanagement und erhält so deutlich mehr Sicherheit. Durch diesen
positiven Sicherheitsansatz reduziert man das Gefahrenpotenzial extrem:
Die Einfallstore sind nicht nur für aktuelle Schädlinge geschlossen,
auch neuen Mutationen kann man gelassener entgegensehen – der Hase siegt
gegen den Igel.
Tipps für die Praxis
Die Methodik ist einfach und nicht neu. Dennoch ist dieser Ansatz bei
der E-Mail-Sicherheit noch wenig verbreitet, allzu oft aufgrund des
Spannugnsfelds "Funktionsumfang versus Sicherheit". In der Praxis gibt
es zudem einige Dinge zu beachten.
Einbeziehen der Mitarbeitervertretung
Grundsätzlich handelt es sich bei Systemen, die den E-Mail-Verkehr
inhaltlich überprüfen, um technische Überwachungseinrichtungen, die der
Mitbestimmungspflicht der Mitarbeitervertretung unterliegen.
Erfahrungsgemäß ist an dieser Stelle häufig Überzeugungsarbeit zu
leisten. Je nach technischem Verständnis erkennen viele Betriebsräte
jedoch recht schnell die Vorteile: Letztendlich geht es auch um den
Schutz jedes einzelnen Kollegens.
Im Übrigen gibt es wahrscheinlich kaum ein Unternehmen, das nicht
bereits Systeme zur Absicherung des E-Mail-Verkehrs im Einsatz hat. Die
Verhandlungen haben meist bereits stattgefunden und es gilt nur noch,
die Umstellung von Negativ- auf Positivlisten zu vollziehen. Im Zuge
dessen ist es ratsam, die rechtlichen und organisatorischen Aspekte
erneut zu überprüfen. Insbesondere sollte man Notfallplanungen für
mögliche Rechtsverstöße bei der Nutzung des betrieblichen E-Mail-Systems
parat haben. Grundsätzlich sollte man eine Benutzer- und eine
Betreiberrichtlinie erstellen. Dadurch gewährleistet man nicht nur den
technischen Schutz, sondern entschärft auch rechtliche Fallstricke.
Zusätzlich lassen sich in den Richtlinien die Prozesse zur Verwaltung
von Änderungen abbilden, welche aufkommende Probleme im täglichen
Betrieb deutlich vermindern.
Ermitteln relevanter Dateitypen
Der entscheidende Schritt zur Umsetzung des positiven
Sicherheitsansatzes ist die Ermittlung der Dateitypen für die
Positivliste. Nur in den wenigsten Organisationen existiert bereits eine
Aufstellung darüber, welche Dateien zu welchem Zweck per E-Mail
übertragen werden. Eine Umfrage unter allen Benutzern oder nur den
Abteilungsleitern wäre eine Möglichkeit, eine solche Liste zu erstellen.
Dies bedeutet jedoch großen Aufwand, ist häufig mit Irritationen
seitens der Benutzer verbunden und führt in der Regel nicht zum
gewünschten Ergebnis.
Pragmatischer ist es, in einer Art Lernphase die im täglichen Betrieb
vorkommenden Dateianhänge zu erfassen. Diese Auswertung ist mit
entsprechenden Tools leicht realisierbar und – sofern anonymisiert und
ohne Aufzeichnung von Dateinamen oder gar Inhalten durchgeführt – auch
datenschutzrechtlich unbedenklich. Verbietet man "alle" Dateitypen und
gibt nur die aktuell genutzten frei, so hat man das Risiko bereits
deutlich gesenkt, ohne spürbare Restriktionen einzuführen. Dabei sollte
man darauf achten, dass nicht nach Dateinamen (Endungen), sondern nach
dem tatsächlichen Datei- oder zumindest MIME-Typ analysiert und später
gefiltert wird.
Die Ergebnisse einer Mail-Verkehrsanalyse liefern erfahrungsgemäß auch
Erkenntnisse für weitere Verbesserungen: beispielsweise wenn man
feststellt, dass eine Menge mutmaßlich urheberrechtlich geschützter MP3s
per E-Mail kursieren oder sonstige mit dem Unternehmenszweck in keiner
Verbindung stehende Dateitypen einen beachtlichen Anteil an der
Kommunikation ausmachen – was leider auch eher die Regel als die
Ausnahme ist.
Risikomanagement
Für die ermittelten Dateianhänge sollte man anschließend eine
Risikobetrachtung durchführen. Wie im Risikomanagement üblich, wird
darüber entscheiden, das jeweilige Risiko
* zu vermeiden,
* zu vermindern,
* zu akzeptieren oder
* zu verschieben.
Nach dieser Methodik bewertet man die erlaubten Dateitypen und kann
verschiedene Maßnahmen ergreifen, um das Risiko auf ein tragbares Niveau
zu senken. Anschaulicher wird das anhand eines konkreten Beispiels:
Stellt man fest, dass reichlich Word-Dokumente per E-Mail übertragen
werden, so gilt es zunächst die Bedrohungen zu recherchieren. Hier
zeigen sich Risiken durch eingebettete Viren, einer Gefährdung von
Dritten durch die unabsichtliche Malware-Verbreitung, der
unbeabsichtigte Versand vertraulicher Informationen und so weiter.
Die Verbreitung von Makroviren ist groß, die
Eintrittswahrscheinlichkeit des Empfangs somit hoch; das Risiko
"Word-Attachment" ist für fast alle Organisationen unakzeptabel. Zu
vermeiden wäre es natürlich am einfachsten, wenn man auf Word-Dokumente
innerhalb von E-Mails verzichten kann – beispielsweise durch die
Umstellung des relevanten Geschäftsprozesses auf PDF-Dokumente. Wenn
dies nicht möglich ist, gibt es die Möglichkeit durch die Verwendung von
Word-Viewern ohne Makrofunktion das Risiko zu vermindern. Hierzu zählt
auch der Einsatz von Virenscannern und die Sensibilisierung der
Mitarbeiter, die Makrofunktion nur bei Bedarf einzusetzen.
Nicht über einen Kamm
Häufig ist es sinnvoll den Datenverkehr pro Abteilung zu bewerten,
allein schon um die Positivlisten überschaubar zu halten. Auch wenn dann
"lokal" erfahrungsgemäß manche Benutzer einflussreich genug sind, um
Gründe durchzusetzen, warum gerade sie diesen oder jenen
problematischen Dateityp "unbedingt" benötigen: Aus Sicht des
Risikomanagements sind diese Fälle unproblematisch, solange jemand, der
selbst verantwortlich ist, das Risiko bewusst akzeptiert. Zu prüfen ist,
ob eine Integration in die bestehende Benutzerverwaltung zur Umsetzung
von gruppen- oder gar anwenderbezogenen Policies möglich ist (z. B.
über LDAP).
Auch beim positiven Sicherheitsansatz sollte man jedoch darauf achten,
nicht über das Ziel hinauszuschießen. Eine zu restriktive Politik führt
zu mangelnder Benutzbarkeit und damit zu fehlender Akzeptanz. Es besteht
ohnehin kein Anlass von einem Extrem (alles ist möglich) ins andere zu
fallen (nichts geht mehr). Hier ist eine wohlüberlegte und gleichzeitig
pragmatische Vorgehensweise anzuraten. Man sollte auch erwägen, einen
mit dieser Problematik vertrauten IT-Security-Integrator hinzuzuziehen
– sei es nur, weil der Prophet im eigenen Land auf wenig Gegenliebe
stößt.
Fazit
Bereits im Rahmen der Risikodiskussion wird deutlich, dass man erst
durch den positiven Sicherheitsansatz in der Lage ist, Risikomanagement
umfassend zu betreiben – bei einer Negativliste sind alle unbekannten
Risiken logischerweise auch nicht bewertbar. Der Einsatz von
Positivlisten beendet zudem das ständige "Hinterherrennen" im
Hase-und-Igel-Spiel um die jeweils riskanten Datei-Typen. Statt aller
muss man nur noch freigegebene Dateitypen und zugehörige Anwendungen auf
neue Gefährdungen überwachen. Abschließend sei erwähnt, dass der
positive Sicherheitsansatz nicht nur bei Firewalls und E-Mail
hervorragend funktioniert: Dieses Denkmodell der minimalen Rechtevergabe
kann auch in weiteren Bereichen der Internetnutzung für deutlich höhere
Sicherheit sorgen, beispielsweise bei Instant Messaging, auf Port 80
(Stichwort: http-Tunneling) oder der Browser-Sicherheit (Stichwort:
aktive Inhalte).
|
|
|
| eMail-Marketing-Forum.de
ist die führende unabhängige deutschsprachige Informationsplattform zum
Thema E-Mail-Marketing. Hier finden Sie aktuelle Trends, Download-Tipps,
Studien und aktuelle Gerichtsurteile rund um eMail- und Online-Marketing
sowie eCRM. Neben den kostenlosen eBook „Leitfaden eMail-Marketing“
gibt es PDF-Dokumente und Checklisten zum Download. In einer
Anbieterübersicht finden sich alle Hersteller von Newsletter-Software,
Agenturen und Anbieter von E-Mail-Adressen. Themen der Plattform sind
eMarketing, Permission Marketing (Permission-based Marketing),
eMail-Newsletter, E-Mail-Software, E-Mail-Management, E-Mail-Werbung,
Direktmarketing, CRM (Customer Relationship Management) und mehr. Wenn
Sie in unserem Informationsangebot Fehler oder defekte Hyperlinks
finden, freuen wir uns über eine kurze Nachricht. |
|
|
|
|
diesen und weitere Beiträge
finden Sie bei:
eMail-Marketing-Experts
dieser Informationsdienst ist kostenpflichtig und
enthältt auf acht Seiten Insider-Berichte, Trends und Tipps. Dazu gibt
es eine umfangreiche Infoplattform mit Fachartikeln, Checklisten und
Praxis-Know-How. Testen Sie das Probeabo
|
|
|
|