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Gute Inhalte bringen bis 18% Klickrate
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Interview
mit Torsten Unger
In einem Vergleich mit 38 Versicherungs-Newslettern landet die R+V
Allgemeine Versicherung AG auf dem zweiten Platz. Torsten Unger, Leiter
Mail- und Onlinemarketing, betonte in seinem Gespräch mit
eMail-Marketing-Experts, wie wichtig es für Abonnenten ist, objektive
Lösungen von Problemen und produktnahe Informationen in Newslettern zu
haben.
Wie lange gibt es Ihren
Newsletter schon?
Der Start unseres Newsletters war schon im September 2001. Zunächst
einmal ging es darum, erste Erfahrungen zu sammeln. Versandt wurde auch
nur alle zwei bis drei Monate. Ein Jahr später sind wir dann richtig an
den Start gegangen mit einem regelmäßigen, monatlichen Newsletter.
Wie wichtig ist für Sie
der regelmäßige, feste Erscheinungstermin?
Grundsätzlich erscheint unser Newsletter monatlich. Wir halten uns
nicht sklavisch daran. Viel wichtiger ist es, dass wir interessante
Inhalte haben. Wenn es etwas Wichtiges zu berichten gibt, das aber erst
nächste Woche herauskommt, dann warten wir auch einmal ein Woche länger
mit dem Versenden. Umgekehrt lassen wir ein wichtiges Ereignis nicht
kommentarlos verstreichen, nur weil erst drei Wochen herum sind. Bei
interessanten Neuigkeiten versenden wir auch einmal eine Woche früher,
damit unsere Empfänger aktuell informiert sind.
An wen wendet sich der
Newsletter hauptsächlich?
An die Besucher unserer Webseiten. Wir wollen Kunden und Interessenten,
die uns im Internet besuchen, auch darüber hinaus Informationen
anbieten. Ziel dabei ist es, unsere Kompetenz darzustellen und
natürlich, diese Besucher zu binden.
Was sind die Inhalte Ihres
Newsletters?
Es gibt etwa acht bis zehn Meldungen, von denen etwa eine bis zwei
Meldungen sich auf konkrete Produkte von uns beziehen. Zunächst einmal
wollten wir unseren Newsletter nur als redaktionelles Angebot verstanden
wissen. Niemand sollte durch Eigenwerbung verschreckt werden. Dann aber
haben Marktforschungsanalysen gezeigt, dass Abonnenten ausdrücklich
produktnahe Informationen wünschen. Wir versuchen, mit unseren
Meldungen möglichst objektiv Lösungen von Kundenproblemen zu
beschreiben. Dabei beschreiben wir sachlich, welche Produkte wir vor
welchem Hintergrund entwickelt haben. Das kommt gut an.
Wie gewinnen Sie die
Abonnenten Ihres Newsletters?
Auf unserer Website. Dort gibt es einen Link, über den Sie direkt zu
unserem Anmeldeformular gelangen. Ab Mitte Oktober werden wir das
Eingabefenster für die eMail-Adresse auf allen wichtigen Einstiegsseiten
bringen. Ebenso wird es auch auf weiteren thematischen Spezialseiten
sichtbar sein. Wichtig ist uns jedoch, mit der Eingabeaufforderung
niemanden zu verwirren oder zu belästigen. Usability-Untersuchungen
belegen, dass Nutzer die Ruhe unserer Startseite schätzen. Deshalb
sagen wir auch nein zu Pop-Ups , auch wenn sich damit sicher noch mehr
Adressen generieren ließen.
Welche weiteren
Möglichkeiten der Adressgewinnung nutzen Sie?
Ganz wichtig sind für uns Sonderaktionen. Interessant dabei sind auch
konkrete Kooperationen mit einzelnen Partnern. Gerade mit
Portalbetreibern können hier viele neue Kontakte generiert werden.
Hilfreich ist dabei auch das Angebot eine Co-Registrierung unsres
Newsletters. Auch über Suchmaschinen erhalten wir viele Besucher, die
sich über unser breites redaktionelles Angebot freuen. In Zukunft denken
wir auch darüber nach, Offline-Kanäle stärker zu nutzen. So bieten
unsere Vertriebspartner, die Volks- und Raiffeisenbanken, sicher ein
gutes Potenzial.
Wie viele Empfänger
beziehen Ihren Newsletter?
Wir haben derzeit etwa sechzigtausend Abonnenten. Bei dieser Zahl wird
es interessant, auch einmal die Reaktionen auszuwerten. So lässt sich
sehr gut das Interesse an unterschiedlichen Produkten und Themen messen.
Anders als bei Printmedien können wir genau sehen, ob ein Artikel gut
oder weniger gut läuft. Wir wissen damit genau, welches Thema ankommt.
Der Newsletter ist ein großer Traffic-Bringer für unseren
Internet-Auftritt.
Wie ist das Leseverhalten
Ihrer Empfänger?
Etwa die Hälfte unserer Abonnenten öffnet den Newsletter. Zwölf bis
achtzehn Prozent klicken auch einen oder mehrere Beiträge an. Auch wenn
derzeit viel über das Problem zu Unrecht von Spamfiltern blockierter
Newsletter zu hören ist: unsere Öffnungsrate bleibt konstant. Einfluss
hat lediglich die Art, wie wir Abonnenten gewinnen: wenn die Kampagne
einen zu hohen Streuverlust hat, sinkt die Qualität der Abonnenten und
damit die Leserate. Es werden dann zu viele Abonnenten angesprochen, die
gar kein so ausgeprägtes Interesse haben.
Sie fragen zunächst die
eMail-Adresse und dann den Namen ab. Wie viele Abonnenten verraten Ihnen
den Namen?
95% geben direkt nach der Eingabe der eMail-Adresse auch ihren Namen an.
Welche Inhalte sind am
meisten gefragt?
Geld sparen und Rechtsfragen sind an beliebtesten. Erbrecht ist zum
Beispiel so etwas. Informationen zu unseren Produkten rund um
Berufsunfähigkeit oder Altersvorsorge erzielen hohe Klickraten. Es gibt
aber auch sensible Bereiche, wo wir als Versicherung nicht gefragt sind.
In einem Vergleich von 38
Versicherungsnewslettern erreichten Sie Platz zwei. Worauf sind Sie in diesem Zusammenhang besonders stolz?
Das unser Bestellvorgang komfortabel ist, halten wir für
selbstverständlich. Stolz sind wir darauf, dass unsere Inhalte als sehr
informativ bewertet wurden. Das ist uns wichtig. Und natürlich hat es
uns gefreut, dass wir uns im Vergleich zum Vorjahr verbessert haben.
Was sind für Sie wichtige
Anforderungen, die Sie an die Versandsoftware stellen?
Die Auswertemöglichkeiten sind das A und O. Auch die Auswertung
einzelner Kampagnen ist entscheidend. Pflicht ist professionelles
Bounce-Management und das aktuelle Problem Spamfilter. Wichtig ist in
diesem Zusammenhang eine gute Beratung durch den Dienstleister. Er muss
die Augen offen halten für aktuelle Marktentwicklungen und uns dann
Lösungen anbieten. Nicht zuletzt ist für uns natürlich das Thema
Sicherheit entscheidend: keine doppelt verschickten eMails, kein
Versand, nachdem sich jemand ausgetragen hat, eine funktionierende
Blacklist usw. Ein Grund für uns, mit einem ASP-Anbieter
zusammenzuarbeiten, anstatt mit Lizenzsoftware: der Datenschutz. So sind
wir sicher, dass Nutzungsdaten garantiert nicht mit Nutzerdaten
zusammengeführt werden können.
Welche Änderungen und
Erweiterungen würden Sie in nächster Zukunft gerne realisieren?
Wir würden gerne spezielle Inhalte für spezifische Zielgruppen
anbieten. Die Überlegung ist halt, ob sich der Aufwand lohnt. Auch
würden wir gerne das unterschiedliche Verhalten von Kunden und
Interessenten näher erforschen.
Was sind aus Ihrer Sicht,
die derzeit wichtigsten Trends im eMail-Marketing?
Drei Themen: erstens Spam, zweitens die Steigerung der inhaltlichen
Qualität und drittens die Optimierung der Empfangsqualität. Zum Inhalt:
wir müssen lernen, was Leser interessiert und was nicht. Zum Empfang:
derzeit ist es nicht sicher, welches Mailprogramm welche Komponenten wie
darstellt. Das Erscheinungsbild eines Newsletters kann bei
unterschiedlichen Providern und eMail-Programmen stark variieren. Manche
schneiden sogar einzelne Komponenten heraus. Hier wäre ein gemeinsames
Auftreten aller Newsletter-Anbieter sinnvoll, um dieser „Zensur“
entgegenzutreten.
Vielen Dank für dieses Gespräch!
Torsten Unger ist seit 1996 bei der R+V Versicherung tätig und leitet
dort das Mail- und Onlinemarketing. Er ist verantwortlich für den
Internetauftritt und den Newsletter der R+V, die zu wichtigen
Marketing-Instrumenten der R+V geworden sind.
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