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Drei Fehlerquellen verfälschen die Klickraten

Autor: Torsten Schwarz


Viele E-Mail-Versender belügen sich ungewollt selbst. Der Grund: die Klickrate basiert auf falschen Zahlen. Nicht immer ist die Technik in der Lage, die Zahlen zu liefern, die zur Ermittlung der „echten“ Klickrate nötig sind.
Als Klickrate wird der Anteil der Empfänger eines Newsletters bezeichnet, der auf einen der Hyperlinks im Newsletter geklickt hat. Konkretes Beispiel: ein Newsletter hat 1000 Empfänger und enthält insgesamt zehn verschiedene Hyperlinks, die ein Empfänger anklicken kann. 500 Empfänger öffnen den Newsletter. 100 Empfänger klicken einen der Hyperlinks an. Das heißt, wir haben eine Klickrate von 11 %.

Der Trick mit mehreren Hyperlinks
Nun ist es jedoch so, dass ein Empfänger nicht nur einen Hyperlink anklickt. Viele klicken auch zwei oder mehr an. In meinem eigenen Newsletter liegt der Durchschnitt bei 1,7 von jeder Person angeklickten Links. Die Anzahl insgesamt angeklickter Hyperlinks liegt also bei 170. Da die Zahl von 170 anklickten Links natürlich höher ist, als die Zahl von 100 klickenden Empfängern, wäre es doch eine gute Idee, einfach die größere Zahl zu nehmen. Schon liegt die Klickrate bei 17%.

Der Trick mit mehreren Klicks auf einen Link
Manche Menschen klicken vor Ungeduld gleich noch einmal auf den gleichen Hyperlink. Oder sie wollen später noch einmal in Ruhe die verlinkte Seite ansehen. Vielleicht zeigen sie die Seite auch noch einem Kollegen. Oder der Empfänger klickt nun halt einmal gerne öfter auf den gleichen Hyperlink. In meinem eigenen Newsletter ist es so, dass jede Person im Durchschnitt 2,7 Klicks produziert. Auf unser Rechenbeispiel bezogen: 100 Nutzer klicken 170 Hyperlinks 270 mal an. Jeder Hyperlink wird also 1,6 mal angeklickt. Nun wäre es doch eine gute Idee, einfach die Zahl von 270 Klicks zu nehmen: schon liegt die Klickrate bei 27%.

Der Trick mit der relativen Klickrate
Manche Newsletterbetreiber finden es nicht gut, die Anzahl der Empfänger als Basis für die Klickrate zu nehmen. Sie argumentieren, dass jemand, der den Newsletter nicht öffnet, ihn ja auch nicht anklicken kann. Auf unser Beispiel bezogen heißt das, dass wir unsere Klicks nicht auf die 1000 Empfänger beziehen, sondern auf diejenigen 500, die den Newsletter auch geöffnet haben. Macht summa summarum 500 Menschen, die 270 Klicks produziert haben: schon liegt die Klickrate bei sage und schreibe 54%. Das ist doch ein schönes Weihnachtsgeschenk!

Wie Sie aus 39,7% eine Klickrate von 128% machen
In unserem letzten Seminarnewsletter war ein Hyperlink auf die Handelsmarken bei Discountern, der 29,1% Klickrate erreicht hat. Auch wenn „normale“ Newsletter allein bei diesem Wert schon die Sektkorken knallen lassen würden, wollen wir den Wert jetzt einmal etwas tunen.
Der Newsletter hatte 234 Empfänger, von denen 128 geöffnet haben (54,7% Öffnungsrate). 93 Empfänger haben einen von drei zur Auswahl stehenden Hyperlinks angeklickt. Die „wahre“ Klickrate des Newsletters liegt also bei 39,7%. Auch wenn Sie dabei vor Neid erblassen, werden wir jetzt unsere drei Tricks anwenden, um noch besser zu werden. Die 93 Empfänger haben auf 138 Hyperlinks geklickt. Trick 1 kommt also auf 59 % Klickrate. Insgesamt wurden 164 Klicks erzeugt. Trick 2 bringt also 70% Klickrate. Wenn man nun das Ganze nicht auf die 234 Empfänger, sondern auf die 128 Personen bezieht, die den Newsletter auch geöffnet haben, dann ergibt sich eine Klickrate von 128%!

Knobel-Aufgabe zu Sylvester
Jemand erzählt Ihnen, dass die Klickrate seines Newsletters bei 25% liegt. Im Gespräch erfahren Sie, dass seine Software nur die Gesamtzahl aller Klicks messen kann. Sie hören auch, dass die Öffnungsrate bei 40% liegt. Ihr Gegenüber ist sichtlich stolz darauf, dass – wie er meint - von diesen 40% immerhin jeder vierte geklickt hat. Wie hoch ist nun die echte Klickrate, wenn Sie davon ausgehen, dass jeder klickende Empfänger im Schnitt 2,5 Klicks produziert? Die Auflösung folgt im Neuen Jahr.



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