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Dr. Schwarz Consulting
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So bauen Sie ihren eigenen E-Mail-Verteiler auf
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Die Gewinnung von E-Mail-Adressen über die eigene Website ist der beste
Weg zum Aufbauen eines eigenen E-Mail-Verteilers. Es gibt erprobte
Konzepte, wie Besucher einer Website überzeugt werden können, ihre
E-Mail-Adresse zu hinterlasssen.
Damit sich möglichst viele Besucher einer Website auf der Anmeldeseite
oder über das Anmelde-Popup in den E-Mail-Verteiler eintragen, müssen
die Unentschlossenen dazu motiviert werden. Dies kann auf verschiedene
Arten erfolgen.
Zuerst müssen den Website-Besuchern selbstverständlich die Vorteile,
die die Anmeldung zum E-Mail-Verteiler mit sich bringen, kommuniziert
werden. Vorteile können beispielsweise sein, dass die E-Mail-Empfänger
frühzeitig über neue Produkte und Updates (Zeitvorteil) oder exklusive
Sonderangebote (Preisvorteil) informiert werden. Wichtig ist, dass
dieser Text kurz und prägnant formuliert ist, damit er auch gelesen
wird.
Weitere Beispiele: Die Aufnahme in den E-Mail-Verteiler kann nützliche
Informationen zu Service und Support liefern, eine bevorzugte
Behandlung bei Bestellungen garantieren (Skonto, längeres Zahlungsziel,
kürzere Lieferzeiten, etc.) oder bei attraktiven Sonderaktionen erst
die E-Mail-Empfänger informieren, bevor einige Tage später die Aktionen
allgemein auf der Website ankündigt werden.
Natürlich müssen diese zwangsläufig sehr allgemein gehaltenen Beispiele
abhängig vom Produkt- oder Dienstleistungsangebot des Anbieters
individuell auf dessen Bedürfnisse angepasst und mit einer
maßgeschneiderten Nutzenargumentation zu Gunsten eines Eintrags im
E-Mail-Verteiler versehen werden. Am besten funktioniert nach wie vor
das Angebot eines regelmäßigen E-Mail-Newsletters, der nicht nur aus
platter Werbung besteht, sondern interessante redaktionelle Inhalte mit
Nutz- oder zumindest Unterhaltungswert bietet.
Damit die potenziellen E-Mail-Empfänger sich ein Bild vom Inhalt und
der Qualität der E-Mailings machen können, sollten zwei oder drei
aktuelle Muster-Mailings zum Abruf auf der Website bereitgehalten
werden. Wird ein regelmäßiger E-Mail-Newsletter versendet, bietet sich
ein Archiv für die zurückliegenden Ausgaben an, das Interessenten
durchblättern können und das auf diese Weise für die Anmeldung zum
Newsletter wirbt.
Um die Bereitschaft der Website-Besucher zu erhöhen, sich in den
E-Mail-Verteiler einzutragen oder für einen E-Mail-Newsletter
anzumelden, empfiehlt sich der Einsatz von Response-Verstärkern.
Response-Verstärker sind Maßnahmen, die helfen, die Anmeldequote zu
steigern. Beispielsweise kann allen Besuchern, die sich anmelden, die
Zusendung einer informativen Marktforschungsstudie, einer hilfreichen
Tipps&Tricks-Broschüre, eines nützlichen Software-Tools oder eines
witzigen Bildschirmschoners per E-Mail angeboten werden.
Wer noch aggressiver vorgehen möchte, kann allen Interessenten, die
sich registrieren, die Teilnahme an einer Verlosung oder einem
Gewinnspiel anbieten. In diesem Fall sollten allerdings die Preise, die
ausgesetzt werden, nicht zu attraktiv sein, weil sonst zu viele
professionelle Preisausschreiben-Teilnehmer angelockt werden, die nur
etwas gewinnen wollen, an den E-Mailings selbst aber keinerlei
Interesse haben. Doch selbst beim Ausloben von kleinen Preisen muss man
damit rechnen, dass bis zu 50% derjenigen, die sich registriert haben,
innerhalb der nächsten drei Monate wieder vom E-Mail-Verteiler
verschwinden.
Auch automatisch generierte E-Mails, wie sie beispielsweise zur
Bestätigung einer Registrierung, Bestellung oder Buchung benutzt
werden, lassen sich als Marketing-Tool zur Gewinnung von
E-Mail-Adressen verwenden. Dazu muss in den Text dieser E-Mails
lediglich ein kurzer Werbetext aufgenommen werden, der mit geeigneten
Argumenten für die Anmeldung zum E-Mail-Verteiler des Anbieters wirbt.
E-Mail-Adressen mit
implizitem Einverständnis
Wenn sich E-Mail-Empfänger über eine Anmeldeseite selbst auf einen
E-Mail-Verteiler setzen, erteilen sie damit dem Anbieter ihr explizites
Einverständnis mit der Zusendung von E-Mails. Unter ganz bestimmten
Umständen kann der Anbieter jedoch auch von einem impliziten
Einverständnis ausgehen, so dass es ihm möglich ist, diese
E-Mail-Empfänger selbst, das heißt ohne deren Zutun, in einen
E-Mail-Verteiler aufzunehmen.
Dieses Verfahren ist im Prinzip natürlich viel einfacher und weniger
mühselig als die Gewinnung von E-Mail-Adressen mit explizitem
Einverständnis. Die Bedingungen dafür sind im neuen UWG (Gesetz gegen
den unlauteren Wettbewerb) in §7 Absatz 3 konkret formuliert:
1. Der Anbieter hat die E-Mail-Adresse vom Kunden "im Zusammenhang mit
dem Verkauf einer Ware oder einer Dienstleistung [...] erhalten".
2. Der Anbieter verwendet die E-Mail-Adresse nur "zur Direktwerbung für
eigene ähnliche Waren oder Dienstleistungen".
3. "Der Kunde [hat] der Verwendung [seiner E-Mail-Adresse] nicht
widersprochen".
4. Der Kunden wird "bei der Erhebung der Adresse und bei jeder
Verwendung klar und deutlich darauf hingewiesen [...], dass er der
Verwendung jederzeit widersprechen kann".
Zuerst könnte man meinen, dass damit alle E-Mail-Adressen, die einem
Anbieter von seinen Kunden vorliegen, für E-Mail-Marketing-Aktionen
verwendet werden dürfen. Doch der Knackpunkt ist die vierte der oben
aufgeführten Bedingungen (denn alle Bedingungen müssen erfüllt sein):
Wurde der Kunde bereits bei der Erhebung (d.h. Abfrage) seiner
E-Mail-Adresse auf das jederzeitige Widerspruchsrecht hingewiesen? Oft
war dies in der Vergangenheit nicht der Fall, womit diese
E-Mail-Adressen für Direktwerbezwecke leider wertlos sind!
Sind die vier Bedingungen des §7 (3) UWG dagegen erfüllt, so kann der
Anbieter die entsprechenden Adressen problemlos in seinen eigenen
E-Mail-Verteiler aufnehmen. Wichtig ist nur, dass die Bedingungen Nr. 2
(ähnliche Waren und Dienstleistungen) und Nr. 4 (Hinweis auf
Widerspruchsrecht) mit jeder versendeten E-Mail eingehalten werden.
Marketingmaßnahmen zur Adressgewinnung
Bislang wurde nur beschrieben, mit welchen Maßnahmen sich über eine
Website E-Mail-Adressen gewinnen lassen. Doch es gibt natürlich eine
Vielzahl von weiteren, ergänzenden Marketing- und Werbe-Möglichkeiten,
die zur E-Mail-Adressgewinnung eingesetzt werden können und sollten.
Die preisgünstigste Form der Werbung (und eine der glaubwürdigsten) ist
die Mund-zu-Mund-Propaganda, denn diese kostet den Werbetreibenden
keinen Cent. Um die Vorteile der Mund-zu-Mund-Propaganda zu nutzen,
sollte jedes E-Mailing, das ein Anbieter an seine Interessenten und
Kunden versendet, mit der Bitte abgeschlossen werden, die E-Mail an
Personen weiterzuleiten, die am Inhalt dieser Mail ebenfalls
interessiert sein könnten. Und damit sich der Empfänger einer
weitergeleiteten E-Mail bei Interesse in den E-Mail-Verteiler aufnehmen
lassen kann, muss natürlich in jedem E-Mailing ein Link vorhanden sein,
über den die Anmeldung zum Verteiler möglich ist.
Die von einigen Anbietern verwendete so genannte
"Mail-to-a-Friend"-Funktion generiert übrigens erfahrungsgemäß kaum
neue Anmeldungen. Für den Empfänger ist es in der Regel einfacher, eine
erhaltene E-Mail per Klick auf den Weiterleitung-Button, den praktisch
alle E-Mail-Programme bieten, an einen Freund zu versenden. Ausnahme
hiervon sind lediglich einige Freemail Provider, die HTML-Mails nur als
Anhang darstellen und deren Weiterleitung dadurch gegebenenfalls
verkomplizieren können.
Eine weitere preiswerte Möglichkeit zur Gewinnung von E-Mail-Adressen
besteht darin, in allen Response-Medien wie Antwort-Postkarten oder
Fax-Bestellformularen ein Feld für die Angabe der E-Mail-Adresse
aufzunehmen. Dieses Feld sollte unbedingt mit dem Hinweis verbunden
werden, dass derjenige, der seine E-Mail-Adresse einträgt, damit
gleichzeitig die jederzeit widerrufliche Zustimmung zum Erhalt von
Infos per E-Mail erteilt (siehe voriger Abschnitt). Auf diese Weise hat
der Anbieter eindeutig kommuniziert, dass er die E-Mail-Adresse nicht
aus Lust und Laune abfragt, sondern an diese Adresse E-Mails
verschicken möchte. Eigentlich ist das logisch, aber auf Grund der
Regelungen im neuen UWG eben rechtlich erforderlich.
Ergänzend zu dem E-Mail-Adressfeld in den Response-Medien sollte in
allen anderen Marketing-Unterlagen wie Broschüren, Foldern,
Datenblättern etc. ein Hinweis auf den E-Mail-Verteiler bzw.
E-Mail-Newsletter und die Web-Adresse, über die sich der Interessent
dafür anmelden kann, aufgenommen werden.
Anbieter, die aktiv Pressearbeit betreiben, sollten in jeder
Pressemeldung, die sie versenden, in den Fußzeilen auf ihren
E-Mail-Verteiler hinweisen. Und wer einen richtigen E-Mail-Newsletter
startet, sollte sich überlegen, ob er aus diesem Anlass nicht eine
eigene PR-Meldung an den relevanten Presseverteiler verschickt.
Zum Autor:
Martin Aschoff ist Gründer und Vorstand der AGNITAS AG, die Services
und Software für E-Mail-Marketing anbietet. Er ist Verfasser eines
E-Mail-Newsletters mit aktuellen Informationen zum Thema
E-Mail-Marketing, der von der AGNITAS AG alle zwei Wochen versendet
wird. Dies ist ein Beitrag aus dem Newsletter. Der Newsletter lässt
sich unter http://www.agnitas.de kostenfrei abonnieren.
Beitrag: eMail-Verteiler aufbauen
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