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eMail-Marketing-Forum.de ist eine Initiative von Absolit

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Hansjörg
Zimmermann: Relevanz-Marketing per E-Mail |
Der Autor studierte Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Marketing und
Werbung und ist seit 1983 in Agenturen aktiv. Im April 1996 gründete er
zusammen mit Rainer Wiedmann die argonauten – heute argonauten360°. Juni
2003 gründete er als Geschäftsführer Das Goldene Vlies, Studio für
Markenbeziehungen und Design. Zudem ist er Professor für Medienautor und
Konzeptionen an der Hochschule der Medien in Stuttgart.
Wo sehen Sie die Stärken
des Mediums eMail im Orchester der Kommunikationskanäle?
Im Gegensatz zu anderen Direktmarketinginstrumenten ist eMail schnell,
günstig und einfach individualisierbar. Die Response kommt direkt per
Mausklick und ist damit bequem. Ganz wichtig ist die Chance, Inhalte
multimedial zu übermitteln. Eine weitere Stärke ist das schnelle Testen.
Sie können verschiedene Angebotsformen oder Creatives gegeneinander
laufen lassen und die Ergebnisse direkt vergleichen.
Wie kann man konkret eMail
mit anderen Kanälen kombinieren? Was funktioniert, was funktioniert
nicht?
Wie schon gesagt, können Sie Creatives, die Sie später offline
einsetzen, vorher online gegeneinander testen. Was ebenfalls gut
funktioniert ist die Offline-Gewinnung von Adressen, die dann online
angeschrieben werden. Ein Beispiel: auf Automessen werden Interessenten
geworben, die per eMail das Angebot zu einer Testfahrt erhalten. Die
Reaktions- aber auch die Abschlussrate lag in diesem Fall bei eMail
höher als bei den per Brief Angeschriebenen. Ebenfalls wirksam: TV-Spots
in eMails einbauen.
Welche Instrument des
eMail-Marketing setzen Sie ein (Newsletter, NL-Anzeigen, Standalones,
Fremdadressen)? Wie sind Ihre Erfahrungen?
Mit Newsletteranzeigen haben wir gute Erfahrungen gemacht, besonders
auch beim Produktabverkauf. Der CPC ist niedrig, der kreative Aufwand
geringer als bei Standalones. Newsletter setzen wir ein, wenn das
Unternehmen etwas mitzuteilen hat. Relevanz ist hier der Schlüssel zum
Erfolg.
An welchen Kenngrößen
messen Sie den Erfolg von Kampagnen, was messen Sie beim eMail-Marketing?
Wir messen Klickraten, aber auch direkt die Umsätze. Meist setzen wir
jedoch eine ganze Kette von Messpunkten, um den Erfolg differenziert zu
ermitteln. Darin liegt ja gerade eine der Stärken des Mediums. Ebenfalls
großen Wert legen wir auf niedrige Bounce- und Opt-Out-Raten.
Welche Response-Elemente
haben sich in eMails bewährt?
Gewinnspiele und noch einmal Gewinnspiele. Produktproben kommen aber
auch gut an. Gute Erfahrungen haben wir auch mit Gutscheinen. Ebenso
kann aber auch zum Beispiel der Kontoabschluß bei einer Bank mit einem
95er Barolo belohnt werden. Wichtig ist auch die grafische Gestaltung:
animierte Störer oder irgend etwas auffälliges, wie ein Stern zum
virtuellen Abrubbeln. Wenn möglich machen wir unsere Mails mit
interaktiven Elementen lebendig. Beim Einsatz von hinterlegtem Sound ist
jedoch Vorsicht angebracht: es muss passen, sonst wirkt es eher störend.
Welche Erfahrungen haben
Sie mit unterschiedlichen Betreffzeilen?
Erst einmal muss der Absender klar erkennbar sein. Dann gilt:
personalisieren und ein Angebot machen. „What’s in for me?“ ist die
Frage: Wo ist mein Nutzen? Dieser persönliche Nutzen muss relevant sein
und prägnant formuliert werden, damit die Hürde zum Öffnen der eMail
überwunden wird.
Was unterscheidet eine
Werbe-eMail gestalterisch von einem Werbebrief?
Gar nichts. Es gelten genau die gleichen Grundregeln des
Dialogmarketing wie beim klassischen Brief. Neu sind nur die
Multimedia-Möglichkeiten. Sie können Animationen, Video oder Sound
einbauen, was natürlich zusätzlich für Aufmerksamkeit sorgt.
Gibt es Spezifika der
Blickführung bei eMails?
Alles, was zappelt und wackelt, zieht bevorzugt Aufmerksamkeit an.
Bisher haben wir in unseren Usability-Lab noch keine Augenkamera-Tests
mit eMails gemacht. Dies ist jedoch geplant.
Wie lang sind Ihre eMails
und welche Inhalte sind gefragt?
Emails müssen schnell erfassbar und präzise sein. Leser scannen
blitzschnell eine Mail ab, um zu suchen, welcher Nutzen geboten wird.
Vorteile müssen schnell erkennbar und auf einen Blick erfassbar sein.
Wo sehen Sie zukünftige
Trends im eMail-Marketing?
Erfolgreich ist eMail-Marketing, wenn der Leser das Gefühl bekommt,
etwas zu verpassen, wenn er nicht anklickt. Inhalte müssen für die Leser
relevant sein. Newsletter sind gut, wenn ein Vermissen-Erlebnis
eintritt, wenn er die erwartete Mail nicht kommt. Und das Wichtigste:
KISSS statt KISS: „Keep It Super Simple and Stupid“.
Hansjörg Zimmermann studierte Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt
Marketing und Werbung und ist seit 1983 in Agenturen aktiv. Im April
1996 gründete er zusammen mit Rainer Wiedmann die argonauten – heute
argonauten360°, die Agentur für Relevanz-Marketing. Juni 2003 gründete
er als Geschäftsführer Das Goldene Vlies, Studio für Markenbeziehungen
und Design. Zudem ist er Professor für Medienautor und Konzeptionen an
der Hochschule der Medien in Stuttgart.
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