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| Briefe managt
die Poststelle - und E-Mails? |
Autor: Dr.
Klaus Netter
Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was es bedeuten würde, wenn
in Ihrem Unternehmen E-Mails genauso wie Ihre Briefpost bearbeitet
würden? In fast jeder Organisation landen Briefe an das Unternehmen
zunächst mal in einer Poststelle, werden dort geöffnet, erhalten einen
Eingangsstempel und werden dann entsprechend ihres Inhalts an die
entsprechenden Abteilungen und Ansprechpartner weitergeleitet. Dort
werden sie - oftmals auf der Basis von Standardvorlagen - beantwortet,
die Korrespondenz wird abgelegt und ist damit dem Unternehmen jederzeit
zugänglich.
E-Mail-Weiterleitung ist oft Glückssache
Ein solch kontrollierter Prozess ist bei E-Mails meist noch eine
Seltenheit: Auch E-Mails, die an anonyme Adressen wie info@ oder
marketing@ gesendet wurden, werden typischerweise an individuelle
Adressen weitergeleitet, werden hoffentlich irgendwann bearbeitet und
enden aber auf jeden Fall in einem persönlichen Postfach, zu welchem
dem Unternehmen der Zugang verwehrt ist. Obwohl es sich bei E-Mails um
ein elektronisches Medium handelt, für das alle Möglichkeiten der
modernen Informationstechnologie offen stehen, ist eine
Nachvollziehbarkeit der Korrespondenz, eine Transparenz für andere
Mitarbeiter praktisch ausgeschlossen.
Dass das alles nicht so sein muss, zeigen moderne
E-Mail-Management-Systeme. Durch sie werden alle eingehenden E-Mails
zentral erfasst, automatisch mit den entsprechenden Kundendaten in
Verbindung gebracht, und inhaltlich analysiert und klassifiziert. Auf
dieser Basis werden die E-Mails dann an die angeschlossenen Abteilungen
und Bearbeiter weitergeleitet. Der Bearbeiter erhält in einem
speziellen E-Mail-Client dann sogar noch einen Antwortvorschlag, den er
nur noch bestätigen oder gegebenenfalls kurz anpassen muss. Ein
autorisierter Supervisor kann jederzeit überprüfen, ob vorgegebene
Antwortzeiten eingehalten wurden, und kann bei Bedarf auch eingreifen
und die E-Mails einem anderen Bearbeiter zuweisen. Der gesamte
Kundendialog wird zentral archiviert und ist für spätere Rückfragen
oder Revisionen jederzeit verfügbar.
E-Mails werden automatisch gelesen und richtig weitergeleitet
Ermöglicht wird diese alles durch hoch entwickelte Methoden der
Künstlichen Intelligenz und der Sprachtechnologie. Ein solches
System muss nicht mühsam programmiert werden, sondern lernt auf der
Basis der Inhalte von Beispiel-E-Mails, wie es zu verteilen hat und was
die besten Antworten sind. Durch eine statistische Bewertung der
Zuverlässigkeit können Antworten, wenn gewünscht, auch automatisch
verschickt werden. Die speziellen Abläufe, wie zum Beispiel vorgegebene
Antwortzeiten, Priorisierungen oder Verteilungsstrategien, können über
einen grafischen Business Rule Editor den individuellen Prozessen im
Unternehmen flexibel angepasst werden.
Eine Verdoppelung oder gar Verdreifachung der Produktivität ist durch
die Optimierung und Automatisierung der Bearbeitung keine Seltenheit –
ganz zu schweigen von der Verbesserung der Kundenzufriedenheit und
Kundenbindung durch eine zeitnahe und qualifizierte Beantwortung.
Bald beantworten sich auch Briefe von selbst
Dass es nahe liegt, dieses Optimierungspotential auch auf traditionelle
‚White-Mail’, d.h. Fax und Briefpost zu übertragen, versteht sich fast
von selbst. Neben E-Mails können auch andere Kommunikationskanäle in
den allgemeinen Bearbeitungsprozess eingebunden werden. Eingehende Post
wird zunächst eingescannt und digitalisiert, und sodann durch eine
OCR-Komponente in Fließtext verwandelt. Dieser Text wird wiederum
inhaltlich analysiert und entsprechend verteilt. Durch intelligente
Methoden der Informationsextraktion können Kundendaten, wie Absender
und Adresse, strukturiert erfasst werden. Der Bearbeiter erhält dann
anstatt eines E-Mail-Textes ein Image des Schreibens sowie einen
passenden Antwortvorschlag, den er dann im Ausgang je nach Wunsch als
Fax, Brief oder E-Mail versenden kann.
Ganz klar: Solche Veränderungen erfordern auch in gewissem Maße ein
Umdenken bei den Prozessen, aber die gewonnenen Vorteile sind
offensichtlich: Die digitale Verteilung von Papierpost, die
Prozesskontrolle und zentrale Archivierung sprechen ebenso für eine
solche Einbindung, wie die umfassende und einheitliche Sicht auf die
Korrespondenz, egal über welchen Kanal der Kunde sich an das
Unternehmen wendet.
Autor:
Dr. Klaus Netter
Klaus.Netter@xtramind.com
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