Blog – absolit® https://www.absolit.de Dr. Schwarz Consulting Fri, 17 Nov 2017 08:15:50 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.7.3 https://www.absolit.de/wp-content/uploads/2000/09/cropped-absolit-icon-32x32.jpg Blog – absolit® https://www.absolit.de 32 32 CRM und E-Mail richtig verbinden https://www.absolit.de/kampagnen/crm-und-e-mail-richtig-verbinden https://www.absolit.de/kampagnen/crm-und-e-mail-richtig-verbinden#respond Mon, 13 Nov 2017 15:01:37 +0000 https://www.absolit.de/?p=4466 Wer wirklich hohe Klick- und Öffnungsraten erreichen will, versendet Mailings an selektierte Zielgruppen. Am einfachsten geht das direkt im CRM-System. Doch bei der Anbindung an das E-Mail-Versandsystem gibt es einiges zu beachten.

Das E-Mail-System verwaltet Adressen
Die Stärke eines ESP (E-Mail-Service-Provider) ist neben der sicheren Zustellung von E-Mails die automatische Verwaltung von Neuanmeldungen, Rückläufern und Abmeldungen. Damit ist das System perfekt geeignet, um einen Newsletter an eine größere Mailingliste zu versenden. Umständlich wird es jedoch meist, wenn komplexe Zielgruppen selektiert werden sollen. Dafür ist das CRM-System besser geeignet.

DSGVO: Einwilligungen sicher managen
Die Datenschutzgrundverordnung zwingt zu mehr Disziplin: Welches System führt bei den Einwilligungen? CRM oder ESP? Wenn ein Newsletter abbestellt wird, landet diese Information beim ESP. Dies jetzt fehlerfrei an das CRM zu übermitteln, überfordert viele Unternehmen. Immer wieder kommt es zu Gerichtsverfahren, weil Kunden sich beschweren, dass Sie trotz Abmeldung E-Mails erhalten. Hier empfiehlt sich eine automatisierte Schnittstelle: Nachts werden alle An- und Abmeldungen ins CRM-System eingespielt. Ist das nicht möglich, können Abmeldungen auch als CSV-Datei manuell ins CRM eingespielt werden.

Einwilligungen sauber protokollieren
Eine korrekte Einwilligung muss auch protokolliert werden: Datum und die genauen Umstände sollten im CRM-System festgehalten sein. Eine E-Mail-Adresse alleine ist wertlos. Wichtig ist, dass auch beim Import von Einwilligungen vom ESP alle Daten mitgeliefert werden. Gleiches gilt natürlich für Abmeldungen.

ESP verhindert Versandfehler
Die meisten Abmeldungen kommen vom ESP. Aber es gibt auch genug Menschen, die das lieber persönlich in der Filiale, per Telefon oder Brief tun. Ihre Aufgabe ist es, hier sichere Prozesse zu schaffen. Auch Widersprüche müssen transparent dokumentiert sein. Am besten ist es, diese sowohl im CRM wie auch beim ESP zu speichern. Lädt ein Mitarbeiter aus Versehen die falsche Liste hoch, verhindert der ESP automatisch den Versand an Adressen ohne Einwilligung.

Bequem selektieren
Je spezifischer Personen angesprochen werden, desto höher die Reagiererrate. Das CRM-System hat meist mehr Daten, so dass hier bessere Selektionen gefahren werden können. Außerdem bieten nur wenige ESPs eine wirklich bequeme Selektion von Zielgruppen an. Leider ist es eine traurige Wahrheit, was nach der Zielgruppenselektion in Unternehmen geschieht. Da werden nämlich selbst in großen Unternehmen CSV-Listen aus der Kundendatenbank exportiert und anschließend händisch beim ESP hochgeladen. Oder noch schlimmer: Es wird gar nicht selektiert und alle Zielgruppen erhalten das gleiche Mailing.

Selektionen an den ESP übermitteln
Die Anbindung des CRM an den ESP stellt sicher, dass eine Selektion im CRM-System mit wenigen Mausklicks ihre Mail erhält. Dazu wird beim ESP mit Templates gearbeitet, bei denen es leicht ist, von Selektion zu Selektion die Inhalte auch die jeweilige Zielgruppe zu adaptieren. Beispiel Messeeinladung: Wer letztes Jahr am Messestand war, bekommt „…freue ich mich, Sie wieder an unserem Messestand begrüßen zu dürfen.“. Wer noch nie da war erhält „…freue ich mich, Sie auch einmal an unserem Messestand begrüßen zu dürfen.“. Wer sich persönlich angesprochen fühlt, reagiert gerne.

Was bringt eine Data-Management-Plattform?
Wer alle Daten im CRM hat, kann damit hervorragende Selektionen fahren, die gute Werte liefern. Das Sahnehäubchen jedoch sind weitere Daten aus dem Web, die Aufschluss über aktuelles Interesse geben. Aus Datenschutzgründen ist es nicht erwünscht, Web-Analytics-Daten ins CRM zu übernehmen. Auch gibt es Nutzer, die zwar getrackt werden, aber einer Zusammenführung mit Personendaten widersprochen haben. Mit einer DMP (Data Management Plattform) können auch pseudonymisierte Profile gezielt nach Interessenschwerpunkten ausgewählte Informationen eingespielt bekommen. Auch können Daten externer Anbieter mit einbezogen werden.

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Ein Bild sagt mehr als tausend Worte https://www.absolit.de/gestaltung/ein-bild-sagt-mehr-als-tausend-worte https://www.absolit.de/gestaltung/ein-bild-sagt-mehr-als-tausend-worte#comments Mon, 13 Nov 2017 14:57:41 +0000 https://www.absolit.de/?p=4461

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Foto: shuttertock

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Kammergericht lässt Zähne des Spam-Krokodils nachwachsen https://www.absolit.de/rechtslage/kammergericht-laesst-zaehne-des-spam-krokodils-nachwachsen https://www.absolit.de/rechtslage/kammergericht-laesst-zaehne-des-spam-krokodils-nachwachsen#respond Mon, 13 Nov 2017 14:55:56 +0000 https://www.absolit.de/?p=4457 Das LG Berlin hat vor gut einem Jahr den Einwand des Rechtsmissbrauchs gegen eine Unterlassungsklage wegen unzulässiger E-Mail-Werbung zugelassen. Der Rechtsmissbrauch ergab sich aus der Beteiligung des Dienstes Spam-Krokodil, der die Klägerin weitgehend vom Kostenrisiko befreite. Das Gericht sah das Geschäftsmodell des Dienstes als rechtsmissbräuchlich an. Das Kammergericht in Berlin sah dies nun anders (Urt. V. 5.9.2017, Az. 5 U 150/16).

Was ist Spam-Krokodil?

Spam-Krokodil ist ein Dienst der die rechtliche Verfolgung von unerlaubter E-Mail-Werbung letztlich finanziert. Kunden des Dienstes melden Fälle unerlaubter E-Mail-Werbung an den Dienstleister. Dieser vermittelt sodann eine anwaltliche Vertretung. Die vermittelten Anwälte treten nach außen mit Vollmacht des betroffenen Kunden auf und leiten rechtliche Schritte ein. Hierbei sollen dem Kunden keine Kosten entstehen. Im Gegenzug würden etwaige spätere Vertragsstrafen an den Dienst abgetreten. Hiervon würden 25 Prozent an wohltätige Einrichtungen gespendet.

Zwischen Dienst und vermittelten Anwälten besteht offenbar eine Kooperationsvereinbarung. Auf der Seite von Spam-Krokodil heißt es:

Die Durchsetzung Ihrer Ansprüche erfolgt ausschließlich durch die von Ihnen mandatierte Rechtsanwaltskanzlei, die Ihnen bei Vertragsschluss zugewiesen wird. Die Leistung des Spam Krokodils beschränkt sich auf die Finanzierung.

Das muss so verstanden werden, dass das Geschäftsmodell nicht in Betracht kommt, wenn der Kunde mit einem eigenen, unabhängig von dem Dienst, ausgewählten Anwalt eine Verfolgung seiner Rechtsansprüche begehrt.

Was sagt das LG Berlin?

Das LG Berlin (Urt. v. 20.9.2016, Az. 15 O 6/16) war davon überzeugt, dass der Dienst allein dazu diene, um für Anwälte Mandanten anzuwerben und deren Rechtsposition in erster Linie zu Gebührenzwecken zu nutzen. Ein derartiges Vorgehen sei  rechtsmissbräuchlich. Den Rechtsmissbrauch rechnete das Gericht der Klägerin zu.

Maßgebliche Begründung des Gerichts war, dass es Zweifel an der Wirtschaftlichkeit des Dienstes hatte. Zum eine ergebe eine Prozessfinanzierung bei Unterlassungsansprüchen keinen Sinn, weil es an einer Forderung fehle, von deren Durchsetzung der Finanzierer profitieren könne. Zum anderen erscheine es wenig plausibel, dass ein Unternehmen (der Dienstleister) sich darauf verlasse, aus etwaigen Vertragsstrafen Einnahme zu generieren. Die Schwierigkeiten, auf dem Weg zur Durchsetzung einer Vertragsstrafe stünden außer Verhältnis zu den zu erwartenden Einnahmen.

Das Gericht leitete daraus ab, dass das Geschäftsmodel nur den vermittelten Kooperationsanwälte zugute komme. Damit handle es sich um ein Geschäftsmodell, welches allein dazu diene, erstattungsfähige Rechtsanwaltsgebühre zu generieren.

Was entgegnete das KG?

Zunächst betont das Gericht, dass es für die Zulässigkeit der Klage unerheblich sei, ob die Rechtsverhältnisse zwischen Klägerin oder vermittelten Anwälten jeweils zum Dienstleister rechtliche Defizite aufweisen würden. Anhaltspunkte für eine unwirksame Vollmachtserteilung an die vermittelten Rechtsanwälte bestünden zudem nicht. Auch sei nicht erheblich, ob Vorschriften des Rechtsdienstleistungsgesetzes oder des anwaltlichen Berufsrechts verletzt seien.

Sodann setzte sich das Gericht mit der Frage des Rechtsmissbrauchs auseinander. Dabei beschäftigte sich das Gericht mit etwaigen sachfremden (und damit rechtsmissbräuchlichen) Interessen der Klägerin auseinander. Solche seien auf Seiten der Klägerin überhaupt nicht ersichtlich. Dies verfolge allein ein Unterlassungsinteresse („Schutz ihres allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch Unterbindung belästigender E-Mail-Werbung). Insbesondere sind keine Profitmöglichkeiten für die Klägerin erkennbar. Vielmehr habe sie bereits vorab etwaige spätere  Vertragsstrafenforderungen an Spam Krokodil abgetreten. Das hiervon Teile gespendet werden würden, sei unerheblich.

Etwaige sachfremde Interessen der Rechtsanwälte oder von Spam Krokodil seien dagegen keine der Klägerin und ihr mangels Rechtsgrundlage nicht zuzurechnen. Vom ökonomisch-vernünftigen Standpunkt der Klägerin aus betrachtet sei es nur folgerichtig und sachgerecht, die gewünschte Unterbindung mit keinerlei Kostenrisiko bzw. möglichst geringem Kostenrisiko zu verbinden.

Anders als das Landgericht setzt sich das Kammergericht damit gar nicht mit dem Geschäftsmodell von Spam-Krokodil auseinander, weil eine Zurechnung nicht in Betracht kommt.

Was noch?

Das Urteil enthält noch einige weitere Aspekte, die bei Fällen unverlangter E-Mail-Werbung immer wieder relevant sind:

a) Eine ausreichend konkrete Einwilligungserklärung muss erkennen lassen, dass

– die Erklärung ein Einverständnis darstellt und

– welche Produkte oder Dienstleistungen welcher Unternehmer erfasst werden.

b) Das werbende Unternehmen haftet regelmäßig. als Störer, wenn die fragliche E-Mail nicht selbst versandt wurde, es sei denn, es kann darlegen und nachweisen, dass es den Versand nicht (auch nicht mittelbar) veranlasst hat.

c) Die Geschäftsführer des werbenden Unternehmens können ebenfalls als Störer haftbar gemacht werden, es sei denn, sie können darlegen und nachweisen, dass ihr Verantwortungsbereich nicht betroffen ist.

d) Der Gegenstandswert der Abmahnung bei unerbetener E-Mail-Werbung beträgt 3.000,- Euro, wenn die Abmahnung allein auf den Unterlassungsanspruch des werbenden Unternehmens gerichtet ist.

Ist das letzte Wort gesprochen?

In dem vorliegenden Fall ist die Revision nicht zugelassen. Mit der Entscheidung des KG dürfte es sehr schwer fallen, Unterlassungsansprüchen mit dem Einwand des Rechtsmissbrauchs zu begegnen, weil deren Durchsetzung von Spam-Krokodil finanziert wird.

Gleichwohl hat das Gericht die Zulässigkeit des Geschäftsmodells an sich nicht bewertet. Insbesondere Verstöße gegen anwaltliches Berufsrecht und das Rechtsdienstleistungsgesetz sind nicht ausgeschlossen.

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Aktuelle Urteile im E-Mail-Marketing https://www.absolit.de/rechtslage/aktuelle-urteile-im-e-mail-marketing https://www.absolit.de/rechtslage/aktuelle-urteile-im-e-mail-marketing#comments Tue, 07 Nov 2017 09:54:42 +0000 https://www.absolit.de/?p=4078 sämtliche neue Urteile aus Deutschland zum E-Mail-Marketing zusammengestellt von Dr. Martin Schirmbacher und Daniel Schätzle

NEU: KG Berlin: Über Spam-Krokodil finanzierte Unterlassungsklage ist nicht rechtsmissbräuchlich

Finanziert ein Empfänger unverlangter E-Mail-Werbung die prozessuale Verfolgung seines Unterlassungsanspruchs gegen das werbende Unternehmen über den Dienst Spam-Krokodil, kann deswegen nicht der Einwand des Rechtsmissbrauchs die Unzulässigkeit der Klage zur Folge haben. Etwaige sachfremde Interessen des Dienstes oder der vermittelten Anwälte sind dem Kläger nicht zuzurechnen.

(KG vom 05.09.2017, Az. 5 U 150/16)


AG Bonn: Werbung in Autoresponder ist einwilligungsbedürftig

Einer an sich zulässigen Eingangsbestätigung per E-Mail hinzugefügter Hinweis auf ein vom Absender angebotenes Sicherheitspaket macht die E-Mail zur einwilligungsbedürftigen Werbung.

(AG Bonn vom 1.8.2017, Az. 104 C 148/17


OLG Dresden: Umfang es Auskunftsanspruchs bei der E-Mail-Werbung

Bei unzulässiger E-Mail-Werbung nach § 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG erstreckt sich der Auskunftsanspruch nicht darauf, ob der Verletzer andere Marktteilnehmer in deren geschäftlicher oder privater Sphäre durch ähnliche Handlungen beeinträchtigt hat. Auskunftsansprüche sind beschränkt auf die konkreten Verletzungshandlungen.

(OLG Dresden vom 20.06.2017, Az. 14 U 50/17

Tipp: Auskunftsansprüche sind häufig lästig und bisweilen unangenehmer, als die Geltendmachung der Unterlassungsansprüche. Das Urteil setzt dem Anspruch Grenzen und es lohnt sich, Gegensteuer zu geben.


OLG Köln: Zur Zulässigkeit von AGB-Klauseln zur Werbewinwilligung

Die Klausel:

„Ich möchte künftig über neue Angebote und Services der Telekom Deutschland GmbH per E-Mail, Telefon, SMS oder MMS persönlich informiert und beraten werden.

Ich bin damit einverstanden, dass meine Vertragsdaten aus meinen Verträgen mit der Telekom Deutschland GmbH von dieser bis zum Ende des Kalenderjahres, das auf die Beendigung des jeweiligen Vertrages folgt, zur individuellen Kundenberatung verwendet werden. Meine Vertragsdaten sind die bei der Telekom Deutschland GmbH zur Vertragserfüllung [Vertragsabschluss, -änderung, -beendigung, Abrechnung von Entgelten] erforderlichen und freiwillig angegebenen Daten.“

ist in AGB eines Telefon- und Internetanbieters unwirksam. Die pauschale Einwilligung in die Werbung über mehrere Kommunikationskanäle auch nach Vertragsbeendigung in AGB verstößt gegen § 307 BGB.

(OLG Köln vom 02.06.2017, Az. 6 U 182/16)


LG München II: Streitwert bei Werbung an Kanzlei = 1.000,- Euro

Das Gericht hält einen Streitwert von 1.000,- Euro angemessen für eine vereinzelt gebliebene E-Mail eines Seminaranbieters an eine Rechtsanwaltskanzlei.

(LG München II vom 12.05.2017, Az. 6 T 1583/17

Tipp: Von Abmahnanwälten angesetzte horrende Gegenstandswerte müssen Sie nicht klaglos hinnehmen. Die Münchener Gerichte geben die angemessene Richtung vor!


BGH: Versteckte Generaleinwlligung ist unwirksam

Ein selbständiger Handelsvertreter lud sich bei einer Freeware-Plattform eine Software herunter und akzeptierte dort eine Werbeeinwilligung, die auch auf Sponsoren verlinkte. Der BGH hielt die Einwilligung für unwirksam. Vorformulierte Einwilligungserklärungen in die Werbung per E-Mail seien als AGB zu behandeln. Sie müssten transparent sein und erkennen lassen, welche konkreten Unternehmen zur Werbung berechtigt sind und für welche Produkte geworben werden soll. Weitreichende Einwilligungen sind allenfalls dann wirksam, wenn dies für den Kunden klar erkennbar ist.

Klargestellt hat der BGH, dass eine Weitergabe der E-Mail-Adresse an Partner, damit diese die Adressen löschen können, zulässig ist. Widerspricht der Empfänger dieser Verwendung, muss ein solcher Widerspruch nicht beachtet werden.

(BGH vom 14.3.2017, Az. VI ZR 721/15)

Tipp: Auswirkungen hat das besonders auf das Co-Sponsoring. Eine Angabe von Unternehmen und zu bewerbenen Produkten ist hier unabdingbar. Zudem sollte man die eco Richtlinie für zulässiges E-Mail-Marketing beachten und nicht mehr als 10 Sponsoren nennen.


KG Berlin: Feedbackanfrage ohne Einwilligung unzulässig

Ein Rechtsanwalt erhielt im Anschluss an einen Online-Kauf eine Feedbackanfrage per E-Mail. Eine Werbeeinwilligung lag nicht vor. Anders als die Vorinstanz hielt das Kammergericht die E-Mail für zulässig. Bewertungsanfragen seien als Werbung anzusehen und einwilligungsbedürftig. Fehlt die Einwilligung liegt eine unzulässige Werbung per E-Mail vor.

(KG vom 7.2.2017, Az. 5 W 15/17)


KG Berlin: Zur Zulässigkeit von E-Mail-Werbung gegenüber Bestandskunden

Wer mit mehreren Adressen im Bestandskundenverteiler eines Online-Händlers ist, muss bei einem Werbewiderspruch alle Adressen offenbaren. Eine Unterlassungserklärung umfasst nur die angegeben Adressen, nicht alle anderen Adressen, mit denen der Kunde möglicherweise noch bei dem Händler angmeldet ist.

(KG vom 31.1.2017, Az. 5 U 63/17)


OLG München:Unterlassungserklärung umfasst im Zweifel alle E-Mail-Adressen unter einer TLD

Telefonriese O2 gab gegenüber dem Inhaber der Domain maier.de eine Unterlassungserklärung ab, „ihn zum Zwecke der Werbung zu o2 Produkten per E-Mail zu kontaktieren“. Weil in den Folgejahren diverse E-Mails an verschiedene E-Mail-Adressen unter der Domain maier.de gingen, nahm der Domaininhaber das TK-Unternehmen auf Zahlung von Vertragsstrafe und bekam 500,- Euro pro E-Mail zugesprochen. Lediglich in 5 von 27 Fällen hielt das Gericht eine Vertragsstrafe nicht für geschuldet. Darunter fallen vor allem so genannte Phishing-E-Mails, bei denen der Domaininhaber nicht nachweisen konnte, dass die E-Mails von O2 versandt wurden.

Offen lässt das Gericht, ob Double-Opt-in-Check-Mails als Werbung anzusehen sind. Jedenfalls sei das der Fall, wenn zur Abholung von Ware aufgefordert wird, ohne dass nachgewiesen werden kann, dass es zuvor eine entsprechende Bestellung der Kundin gegeben hat. „Wenn ein Unternehmen auf eine Nachfrage eines Kunden reagiert und nachfragt, ob er tatsächlich mit der Kontaktaufnahme einverstanden ist, mag dies als bloße Nachfrage nicht unter den Begriff der Werbung fallen.“ Dann müsse aber nachgewiesen werden können, dass eine solche Kundennachfrage vorlag.

(OLG München vom 23.1.2017, Az.: 21 U 4747/15)


LG Berlin: Feedbackanfrage auch ohne Einwilligung nicht rechtswidrig

Ein Rechtsanwalt erhielt im Anschluss an einen Online-Kauf eine Feedbackanfrage per E-Mail. Eine Werbeeinwilligung lag nicht vor. Das Gericht hielt die E-Mail für zulässig. Nicht jede E-Mail sei rechtswidrig. Bewertungsanfragen, die innerhalb von zwei Wochen nach Kaufvertragsschluss abgesendet werden, müsse der Kunde rechnen. Solche Anfragen seien auch sinnvoll.

(LG Berlin vom 16.1.2017, Az. 16 O 544/16)

Tipp: Wenn Sie Feedbackanfragen versenden, schicken Sie diese unmittelbar nach Vertragsschluss und beschränken Sie sich auf die Bitte um Feedback. Fügen Sie diesen Mails keine Werbung hinzu. Beachten Sie außerdem Werbewidersprüche von Kunden. Beachten Sie auch, dass die Entscheidung inzwischen aufgehoben wurde. Feedbackanfragen sind also weiterhin unsicheres Terrain.


OLG München: Streit bei E-Mail-Werbung: 1.000,- Euro

Für eine Klage eines Rechtsanwalts für eine E-Mail an seine private Adresse setzte das Gericht einen Streitwert von 1.000,- Euro an.

(OLG München vom 22.12.2016, Az. 6 W 1579/16)

Tipp: Von Abmahnanwälten angesetzte horrende Gegenstandswerte müssen Sie nicht klaglos hinnehmen. Das OLG München gibt die angmessene Richtung vor!


OLG Hamm: Vertragsstrafe bei Zuwiderhandlung

Eine Werbeagentur verpflichtete sich im Jahre 2011 gegenüber einer Kfz-Werkstatt zur Zahlung einer Vertragsstrafe von 3.000,- Euro für den Fall, dass sie der Werkstatt erneut Werbung per E-Mail übersenden würde. 2014 erhielt die Werkstatt eine weitere E-Mail der Agentur. Ein Sachverständiger hatte begutachtet, dass die E-Mail zweifelsfrei über einen Server der Werbeagentur versendet wurde und Manipulation ausgeschlossen sei. Das Gericht lehnte eine Herabsetzung der Vertragsstrafe ab. Ein erhebliches Missverhältnis der Vertragsstrafe zum Gewicht der Zuwiderhandlung könne nicht festgestellt werden.

(OLG Hamm vom 25.11.2016, Az. 9 U 66/15)

Tipp: Wer eine Unterlassungserklärung abgibt darf weitere E-Mails an die betreffende E-Mail-Adressen nicht versenden. Es muss also ein IT-System geben, das sicherstellt, dass ggf. auch noch Jahre später gesperrte E-Mails auf der Blacklist bleiben. Dies gilt auch uns insbesondere bei Wechseln des E-Mail-Marketing-Providers oder internen IT-Systemen. Jedes Unternehmen muss sich genau überlegen, ob es auf eine Abmahnung wirklich eine Unterlassungserklärung abgeben will, oder lieber ein Urteil kassiert. Im letzteren Fall wird bei einer Zuwiderhandlung keine Vertragsstrafe sondern – auf Antrag – ein Ordnungsgeld fällig, was an die Staatskasse fließt.


OLG Frankfurt: Kooperationsanfrage an Rechtsanwalt

Ein Rechtsanwalt erhielt per E-Mail eine Kooperationsanfrage von einem Blogbetreiber – offensichtlich ging es um Beitrags- und Linktausch. Der Anwalt hielt die Anfrage für belästigende Werbung und verklagte den Versender. Das Gericht hielt zunächst fest, dass es sich um Werbung per E-Mail handele und beruft sich dabei auf den BGH, der auch die Nachfragewerbung als Werbung einstuft. Die Richter allerdings eine Einwilligung des Anwalts angenommen, weil dieser auf seiner Website schrieb:

ich schreibe für diverse Zeitschriften und Vereinsblätter. Wenn sie Beiträge von mir abdrucken möchten (ggf. auch Auftragsarbeiten), kontaktieren Sie mich einfach…“.

Dies genüge als Einwilligung und erfasse auch Blog-Beiträge. Die Klage wurde daher abgewiesen.

(OLG Frankfurt vom 24.11.2016, Az.: 6 U 33/16)

Tipp: Das Urteil zeigt, dass auch Anfragen bei Unternehmen als Werbung angesehen werden können. Dies gilt auch für Anfragen für Beitragskooperationen oder Linktausch. Nur wenn sich aus der Website ein Einverständnis mit solchen Anfragen ergibt, sind solche E-Mails risikolos möglich. Im Regelfall finden sich auf den Seiten solche Hinweise aber nicht. Deswegen sollten Linkanfragen jedenfalls an Anwälte eher nicht versendet werden.


NEU: LG Düsseldorf: Zahnarzt muss E-Mails von Preisvergleichsportal in seinem Namen nicht dulden

Es besteht in dieser Hinsicht auch ein mittelbares Wettbewerbsverhältnis. Durch die angegriffene Versendung von unaufgeforderten E-Mails fördert die Beklagte nicht nur den eigenen Absatz, indem sie sich um die Registrierung von Zahnärzten auf ihrem Portal bemüht, sondern gibt zugleich den angeschriebenen Zahnärzten die Möglichkeit, durch die Registrierung ein entsprechendes Angebot zur Behandlung des potentiellen Patienten abzugeben.

Weil die angeschriebenen Zahnärzte dem Erhalt der E-Mails nicht zugestimmt haben, ist der Anspruch gegeben.

(LG Düsseldorf vom 7.9.2016, Az. 12 O 339/15)


OLG Frankfurt: SMS Werbung eines Autohauses für gemeinnütziges Projekt

Ein Autohaus versandte drei SMS-Nachrichten an potenzielle Kunden. Die SMS enthielt einen Link auf ein Online-Voting des Herstellers der vertriebenen Automarke, in dem für ein  gemeinnütziges Projekt des Autohauses abgestimmt werden konnte. Eine Einwilligung lag nicht vor. Auf eine Widerspruchsmöglichkeit des Empfängers wurde nicht hingewiesen.

Das Gericht stufte die Nachricht als Werbung ein. Das Autohaus habe nicht allein gemeinnützige Zwecke verfolgt, sondern zielte mittelbar auf eine positive Außendarstellung und die Absatzförderung ihrer Produkte. Letztlich sei es dem Unternehmen um Aufmerksamkeit und darum gegangen, das Unternehmern in ein positives Licht zu rücken. Der Werbebegriff sei weit zu verstehen. Bei § 7 UWG stehe der belästigende Charakter im Vordergrund, der nicht davon abhänge, wie weit die Werbung noch von einer geschäftlichen Entscheidung des Kunden entfernt ist.

(OLG Frankfurt vom 6.10.2016, Az. 6 U 54/16)

Tipp: Das Urteil ist 1:1 auf die E-Mail-Werbung übertragbar. Gerichte tun sich schwer mit nicht-geschäftlichen Tätigkeiten von am Wirtschaftsleben teilnehmenden Unternehmen. Es wird unterstellt, jede geschäftliche Tätigkeit geschehe jedenfalls mittelbar zu Werbezwecken. Das geht zwar in dieser Absolutheit zu weit, ist aber gängige Rechtsprechung. Auf altruistisches Handeln können sich Gewerbetreibende daher für den Versand von E-Mails oder SMS und auch bei Telefonaten allenfalls im Ausnahmefall berufen.

Bonustipp: Keine Aussage ist damit über den Versand von Nachrichten durch gemeinnützige Organisationen getroffen. Fehlt der geschäftliche Charakter des Versenders, kommt eine Berufung auf ideelle Zwecke durchaus in Betracht. Gemeinnützige Organisationen können sich etwa bei der Bewerbung ihrer Aktionen durchaus auf Gemeinnützigkeit berufen.


LG Berlin: Abmahnmissbrauch bei unerlaubter E-Mail-Werbung

Die Klägerin in einem Verfahren um E-Mail-Werbung ohne Einwilligung war Kundin des Dienstes Spam-Krokodil. Bei diesem Dienst konnten Kunden vermeintliche Spam-E-Mails melden. Der Dienstleister vermittelte eine anwaltliche Vertretung. Die vermittelten Anwälte treten nach außen mit Vollmacht des betroffenen Kunden auf und leiten rechtliche Schritte ein. Hierbei sollen dem Kunden keine Kosten entstehen. Im Gegenzug würden etwaige spätere Vertragsstrafen an den Dienst abgetreten. Das Gericht hielt dieses Konstrukt für unzulässig. Der Dienst diene den Anwälten allein der Anwerbung von Mandanten. Deren Rechtsposition werde in erster Linie zu Gebührenzwecken genutzt. Die Klage wurde wegen Rechtsmissbrauchs abgewiesen.

(LG Berlin vom 20.9.2016, Az. 15 O 6/16)


LG Detmold: Wiederholungsgefahr kann auch ohne Unterlassungserklärung erlöschen

In einem Fall einer unaufgeforderten E-Mai an einen Gewerbetreibenden hat das Gericht die Klage abgewiesen, weil es an einer Wiederholungsgefahr fehle. Zwar sei bereits die einmalige unverlangte Übersendung einer Werbe-E-Mail ein Rechtsverstoß. Auch treffe zu, dass der erstmalige Verstoß eine Wiederholungsgefahr begründet, die in der Regel nur durch Abgabe einer in ausreichender Höhe strafbewehrten Unterlassungserklärung ausgeräumt werden kann und die bloße Einstellung des beanstandeten Verhaltens oder die Beteuerung, nicht erneut Werbung per E-Mail zu versenden, nicht ausreiche. Doch könnten besondere Umstände dennoch zum Wegfall der Wiederholungsgefahr führen.

Solche Umstände hat das Gericht im konkreten Fall darin gesehen, dass eine Unterlassungserklärung abgegeben wurde. Diese sehe zwar nur eine Vertragsstrafe von 250,- Euro vor, Doch habe der Werbetreibende zum Ausdruck gebracht, dass sie das Ansinnen des Klägers ernst nimmt und künftig bemüht sein wird, entsprechende Beeinträchtigungen zu unterlassen. Außerdem sei es seit dem erstmaligen Verstoß nicht zu weiteren Beeinträchtigung gekommen.

Streitwert für einen solchen einmaligen Verstoß sind 1.000,- Euro.

(LG Detmold vom 12.9,2016, Az. 10 S 30/16)

Tipp: Die Entscheidung ist mit Vorsicht zu genießen. Viele Gerichte hätten hier wohl anders entschieden. Immerhin diskutieren lässt sich, ob eine Vertragsstrafe von 350,- Euro die Wiederholungsgefahr entfallen lässt. Das hatte das Gericht hier aber ausdrücklich offen gelassen.


SG Düsseldorf: Double-Op-in bei der Telefonwerbung

Im Bereich der Werbung per E-Mail ist das Double-Opt-in-Verfahren im Anschluss an das Setzen eines Häkchens ein gängiges Verfahren für Einholung und zum Nachweis einer Einwilligung. Für die Telefonwerbung sind die Anforderungen noch höher, weil durch eine Bestätigungsmail im elektronischen Double-Opt-in-Verfahren ein Einverständnis des Verbrauchers mit Werbeanrufen nicht zweifelsfrei belegt werden kann.

(SG Düsseldorf vom 8.9.2016, Az. S 27 KR 629/16)


AG Hamburg: Werbe-Einwilligung erlischt nicht durch Zeitablauf

Die Klägerin gab im November bei einem Online Gewinnspiel ihre persönlichen Daten samt geschäftlich genutzter E-Mail-Adresse an und erklärte sich damit einverstanden, E-Mails mit werbendem Inhalt zu erhalten. Durch Klick auf einen Bestätigungslink akzeptierte sie die Teilnahmebedingungen. 6 Jahre später erhielt die Klägerin eine werbende E-Mail und forderte die Beklagten auf, eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung zu unterzeichnen und die Kosten der Rechtsverfolgung zu tragen, da sie nie eine Einwilligung erklärt habe und diese, falls doch, zumindest abgelaufen sei.

Das Gericht nahm eine wirksame Einwilligung an, da die Klägerin nicht beweisen konnte, dass nicht sie das Double-Opt-In-Verfahren bestätigt hat. Darüber hinaus erlösche die Wirksamkeit der Einwilligung nicht, wenn der Einwilligung entsprechend in regelmäßigen Abständen E-Mails werbenden Inhalts an einen Abonnent versandt werden. Dies gelte auch dann, wenn sich der Zeitraum über mehrere Jahre erstreckt.

(AG Hamburg vom 24.8.2016, Az. 9 C 106/16)

Tipp: Dem Hamburger Urteil stehen andere Urteile gegenüber, die ein Erlöschen der Einwilligung annehmen. Formulieren Sie Ihre Einwilligungserklärungen am besten wir folgt: „… erkläre ich mich bis auf Widerruf damit einverstanden Werbung per E-Mail von … zu erhalten“. Dies nimmt jedem Argument, die so erklärte Einwilligung könne einfach erlöschen, den Raum.


OLG Frankfurt: Anforderungen an wirksames Co-Sponsoring

Die Beklagte betrieb auf einer Internetseite ein Gewinnspiel, zu dessen Teilnahme ein Formular auszufüllen war. In diesem musste die Einwilligung dafür erteilt werden, dass sämtliche in einer Liste aufgeführten Sponsoren für die angegebenen Produkte und Dienstleistungen per E-Mail, Post oder Telefon werben durften.

Die Einwilligung eines Verbrauchers in Werbeanrufe bzw. E-Mails ist nur wirksam, wenn seine Willensbekundung ohne Zwang, für den konkreten Fall und in Kenntnis der Sachlage erfolgt. Das Gericht entschied, dass von Kenntnis der Sachlage nur auszugehen ist, wenn der Verbraucher die Möglichkeit erhält, sich über die Konsequenz seiner Einwilligung zu informieren. Das Gericht sah auch die Zahl der Sponsoren (50) kritisch, ließ aber offen, ob schon die große Anzahl der Sponsoren einer realistischen Informationsmöglichkeit entgegensteht. Jedenfalls waren zumindest die Geschäftsbereiche mehrere Partner viel zu unbestimmt formuliert.

(OLG Frankfurt am Main vom 28.7.2016, Az. 6 U 93/15)

Tipp: Wenn Sie auf Gewinnspiele zur Adressgenerierung setzen, überzeugen Sie sich davon, wie das Gewinnspiel ausgestaltet ist. Lassen Sie sich zusichern, dass nicht mehr als 10 Sponsoren zugelassen sind und prüfen Sie die verwendeten Einwilligungserklärungen.


AG Bonn: Werbe-Einwilligung kann durch Zeitablauf erlöschen

  1. Der Streitwert für vier Werbe-E-Mails beträgt 2.000,- Euro.
  2. Wer sich für eine Einwilligung auf ein Co-Sponsoring im Rahmen eines Gewinnspiels beruft, muss diese im Einzelnen darlegen und beweisen können. Dies setzt voraus, dass die Einverständniserklärung gespeichert und ausgedruckt wird. Die Behauptung, es ei das Double-Opt-in-Verfahren durchgeführt worden genügt ebenso wenig, wie die Nennung von IP-Adressen.
  3. Eine einmal erteilte Einwilligung verliert mit Ablauf eines längeren Zeitraumes ihre Aktualität. Bei einem Zeitraum von vier Jahren kann nicht mehr von einer erteilten Einwilligung ausgegangen werden.

(AG Bonn vom 10.5.2016, Az. 104 C 227/15)

Tipp: Auch beim Co-Sponsoring muss jede erteilte Einwilligung gegebenenfalls ausgedruckt präsentiert werden können. Das leidige Problem des angeblichen Erlöschens einer ausdrücklich erklärten Einwilligung kann durch eine Formulierung: „…erteile ich bis auf Widerruf die Einwilligung, dass…“ begegnet werden. Wer ausdrücklich erklärt, dass seine Einwilligung bis auf Widerruf gelte, kann später nicht behaupten, die Einwilligung habe nur einen gewissen Zeitraum gegolten.


OLG Dresden: Kundenzufriedenheitsumfrage per E-Mail ist Spam

In einem Wettbewerbsprozess verurteilte das Gericht ein Unternehmen, das unmittelbar nach Anlegen eines Kundenkontos eine Kundenzufriedenheitsumfrage per E-Mail startete. Dabei handele es sich um Werbung, weil die E-Mail darauf gerichtet sei, aus dem potenziellen Kunden einen zahlenden Kunden zu machen. Dies gelte auch dann, wenn die Umfrage selbst nicht als Werbung anzusehen wäre.

(OLG Dresden vom 26.4.2016, Az. 14 U 1773/15)

Tipp: Wenn Sie sicher gehen wollen, versenden Sie Kundenzufriedenheitsbefragungen nur an solche Kunden, die der Werbung er E-Mail zuvor zugestimmt haben.


OLG Dresden – Feedback-Anfrage von B2B-Händler

Der Versand von Feedback-Anfragen an gewerbliche Kunden im Anschluss an einen Verkauf ist eine einwilligungsbedürftige Werbung.

(OLG Dresden vom 24.4.2016, Az. 14 U 1773/13)


OLG Düsseldorf – Vertragsstrafe fällig

Verschickt ein Dienstleister Werbe-E-Mails an Kunden, die keine Einwilligung in die Werbung per E-Mail erklärt haben, und hat der Dienstleister zuvor schon eine Unterlassungserklärung abgegeben, wird für jede verschickte E-Mail ohne Einwilligung die Vertragsstrafe fällig. Die im Rahmen eines Double-Opt-in-Verfahrens versendete Check-Mail ist kein Spam.

(OLG Düsseldorf vom 17.3.2016, Az. I-15 U 64/15)


LG Konstanz – Einheitliche Einwilligung für Telefon und E-Mail

Eine einheitliche Einwilligung in die Werbung per Telefon und E-Mail im Rahmen einer Gewinnspielteilnahme ist unwirksam.

(LG Konstanz vom 19.2.2016, Az. 9 O 37/15 KfH)


BGH – Facebooks Freunde-Finder

Von einem sozialen Netzwerk ermöglichte von deren Mitglieder initiierte E-Mails zur Einladung von Nicht-Mitgliedern sind unzulässig, wenn keine Einwilligung der Empfängers vorliegt.

(BGH vom 14.1.2016, Az. I ZR 65/14)


LG Freiburg – Abmeldung per Einschreiben

Nach Widerruf ist ein Unternehmen verpflichtet, innerhalb eines Monats den Versand von Werbung per Post einzustellen.

(LG Freiburg vom 14.1.2016, Az. 3 S 227/14)


OLG Frankfurt – Opt-out-Liste beim Co-Sponsoring

Eine Opt-out-Liste, bei der es einen unverhältnismäßig großen Aufwand darstellt, diese durchzuggehen, stellt keine wirksame Einwilligung dar.

(OLG Frankfurt vom 17.12.2015, Az. 6 U 30/15)


BGH – Autoresponder einer Versicherung

Autoresponder-Nachrichten, die Werbung enthalten, sind jedenfalls dann unzulässig, wenn der Empfänger dem Erhalt solcher auch werbenden Nachrichten zuvor widersprochen hat.

(BGH vom 15.12.2015, Az. VI ZR 134/15)


LG Berlin – Drittunterwerfung nach Abmahnung

Die gegenüber dem Empfänger einer E-Mail-Werbung abgegebene Unterwerfungserklärung beseitigt nicht die Wiederholungsgefahr, wenn ein Verband auf Initiative des Empfängers Unterlassung fordert.

(LG Berlin vom 16.9.2015, Az. 15 O 195/15)


EuGH – Safe-Harbor

Das EU-Kommissionsentscheidungen, die eine Weitergabe von personenbezogenen Daten an Unternehmen in den USA, die sich dem Safe-Harbor-Regime unterworfen haben, privilegierten, sind unwirksam.

(EuGH vom 6.10.2015, Az. C-362/14)


BGH – Beschlagnahme von E-Mails

Strafverfolgungsbehörden dürfen auch E-Mails beschlagnahmen, die auf dem Mailserver eines Providers gespeichert sind. Die Anordnung einer Beschlagnahme muss dem Betroffenen jedoch bekannt gegeben werden,

(BGH vom 4.8.2015, Az. 3 StR 162/15)


OLG Hamm – Haftung des Amazon-Händlers für Empfehlungsfunktion

Marketplace-Händler sind für die Empfehlungsfunktion der Plattform verantwortlich. Wer sich einer Plattform bedient, haftet für von dieser angebotener rechtswidriger Funktionen. Dass ein solches Feature von der Plattform automatisch angeboten wird und nicht deaktivierbar ist, ist dabei unerheblich.

(OLG Hamm vom 9.7.2015, Az. I-4 U 59/15)


LG Berlin – Abmeldung per Einschreiben

Unternehmen, die Newsletter versenden, müssen einen Widerruf der vormals erteilten Einwilligung zur Zusendung durch den Empfänger auch dann berücksichtigen, wenn dieser per Einschreiben erfolgt. Ein Verweis auf eine bestimmte Form der Newsletter-Abbestellung ist nicht bindend. Dass die händische Überwachung von Abmeldewünschen einen hohen Verwaltungsaufwand mit sich bringt, führt nicht zu einem anderen Ergebnis.

(LG Berlin vom 12.5.2015, Az. 15 O 511/14)


LG Stuttgart – Autoresponder mit Werbung problematisch

Werbung in Autorespondern führt jedenfalls dann nicht zur Unzulässigkeit der Versendung der E-Mail, wenn es einen nachvollziehbaren Anlass für die Versendung der E-Mail gibt. [siehe aber das inzwischen ergangene entgegenstehende Urteil des BGH]

(LG Stuttgart vom 4.2.2015, Az. 4 S 165/14)


AG Pankow-Weißensee – Werbung in Bestätigungs-E-Mail

Bei einer Bestätigungs-E-Mail, die den Empfänger über das erfolgreiche Einrichten des Kundenkontos informiert, handelt es sich um unzulässige E-Mail-Werbung, wenn eine Einwilligung des Empfängers fehlt.

(AG Pankow-Weißensee vom 16.12.2014, Az. 101 C 1005/14)


OLG Hamm – Wechsel der E-Mail Inhaberschaft

Liegt für eine E-Mail-Adresse zunächst eine Einwilligung vor und ist für den Versender ein Wechsel der Inhaberschaft nicht erkennbar, bestehe kein Unterlassungsanspruch.

(OLG Hamm vom 9.12.2014, Az. 9 U 73/14)


AG Düsseldorf – Auskunftsanspruch nach feedback-Anfrage

Empfänger von Feedback-E-Mails haben gegenüber dem Absender einen Auskunftsanspruch. Dabei muss auch angegeben werden, woher die Daten stammen und ob und ggf. an wen die Daten weitergegeben werden.

(AG Düsseldorf vom 27.10.2014, Az. 20 C 6875/14)


OLG Celle – Anwalt in eigener Sache

Eine auf eine konkrete E-Mail-Adresse beschränkte Unterlassungserklärung genügt nicht, um die Wiederholungsgefahr auszuräumen, weil der Anspruch darauf gerichtet ist, generell keine Werbung von dem betreffenden Unternehmen mehr zu erhalten. Dass dies für das werbende Unternehmen ein nur schwer kalkulierbares Risiko beinhaltet, ist irrelevant.

(OLG Celle vom 15.5.2014, Az. 13 U 15/14)


VG Berlin – Einholung von Einwilligung per Telefon ist Werbung

Die weitere Anfrage innerhalb einer Zufriedenheitsumfrage eines Zeitungsverlags, ob per Telefon oder E-Mail Angebote gemacht werden dürfen, stellt eine Opt-In-Abfrage dar und ist als Werbung zu qualifizieren.

(VG Berlin vom 7.5.2014, Az. 1 K 253.12)


OLG Koblenz – Unklare Klauseln

Die Klausel: „Die X GmbH darf Sie zum Zwecke der […] Werbung […] kontaktieren, sofern Sie nicht gegenüber der X GmbH widersprechen“ lässt den Kunden im Unklarem, da unter anderem der Hinweis fehle, dass er jederzeit widersprechen kann.

(OLG Koblenz vom 26.3.2014, Az. 9 U 1116/13)


LArbG Hessen – Kopieren von Unternehmensdaten

Das Kopieren und Mitnehmen von Daten beim Ausscheiden aus einem Unternehmen kann sowohl straf- als auch wettbewerbsrechtlich verfolgt werden. Darüber hinaus berechtigt das Kopieren von Unternehmensdaten durch Arbeitnehmer in der Regel auch zur fristlosen Kündigung.

(LArbG Hessen vom 5.2.2014, Az. 12 Sa 273/13)


KG Berlin – Tell-a-Friend Funktion

Die Tell-a-Friend Funktion kann zulässig sein, wenn der Name und E-Mail-Adresse des Empfehlenden als Absender angezeigt werden und nicht der des werbenden Unternehmens.

(KG Berlin vom 24.1.2014, Az. 5 U 42/12)


LG Frankenthal – MachBookAir Gewinnspiel

Ein Unternehmen, das sich auf eine Einwilligung beruft, die im Wege des Co-Sponsoring erteilt worden sein soll, muss konkrete Beweise für das Vorliegen der Einwilligung erbringen können.

(LG Frankenthal vom 21.11.2013, Az. 2 HK O 111/12)


BGH – Tell-a-Friend bei B2B-Dienstleister

Die von einem Nutzer initiierte Empfehlungs-E-Mail ist als Werbung anzusehen. Die Werbung wird per E-Mail übersandt und eine Einwilligung des Empfängers liegt dabei nicht vor. Somit besteht ein Unterlassungsanspruch.

(BGH vom 12.9.2013, Az. I ZR 208/12)


Hessisches LAG – Kein Auskunftsanspruch

Der Auskunftsanspruch dient der Befriedigung eines berechtigten Auskunftsbedürfnisses und nicht der Erzeugung unverhältnismäßigen Arbeitsaufwandes beim Auskunftsverpflichtetem. Das Auffordern von Auskunft in Text- oder Schriftform über den eingegangenen E-Mail-Verkehr eines Angestellten ist rechtsmissbräuchlich, wenn der Mitarbeiter diese E-Mails ohne Weiteres selbst abrufen kann.

(Hessisches LAG vom 29.1.2013, Az. 13 Sa 263/12)


LG Köln – Empfehlungs-E-Mail und Website-Empfehlung

Ermöglich ein Unternehmer auf seiner Website, dass Nutzer Dritten unverlangt einen Hinweis über die Website schicken können, ist dies nicht rechtswidrig, wenn sich die Empfehlungsfunktion nur an einen engen Nutzerkreis richtet und nur eingeschränkt genutzt werden kann.

(LG Köln vom 23.10.2012, Az. 11 S 122/12)


LG Braunschweig –E-Mail-Werbung nach Abmeldung

Unternehmen sind verpflichtet, alle Abmeldungen zu berücksichtigen. Bestehen Zweifel, worauf sich eine Abmeldung bezieht, muss das Unternehmen nachfragen.

(LG Braunschweig vom 18.10.2012, Az. 22 O 66/12)


OLG München – Bestätigungsmail als Werbung

Schon die Bestätigungs-E-Mail im Rahmen des Double-Opt-In-Verfahrens ist als Werbung anzusehen und unzulässig, wenn kein Nachweis über das Vorliegen einer Einwilligung geführt werden kann.

(OLG München vom 27.9.2012, Az. 29 U 1682/12)


AG Düsseldorf – Übertragungsfehler

Schon eine einzige, noch dazu offenbar versehentlich fehlerhaft adressierte E-Mail führt zu einem Unterlassungsanspruch des Empfängers. Ist in der Sphäre des Versenders ein Übertragungsfehler geschehen, ist er dafür auch verantwortlich.

(AG Düsseldorf vom 10.7.2012, Az. 29 C 2193/12)


OLG Köln – Telefonische Zufriedenheitsbefragung

Bei einer telefonischen Zufriedenheitsbefragung handelt es sich ohne vorherige Einwilligung des Befragten um eine unzulässige Telefonwerbung.

(OLG Köln vom 30.3.2012, Az. 6 U 191/11)


LG Coburg – Feedback-Anfragen keine Werbung

Feedback-Anfragen sind keine Werbung. Vielmehr handelt es sich um einen Kundenservice, der allein der Verbesserung der Abläufe dient.

(LG Coburg vom 17.2.2012, Az. 33 S 87/11)


LG Berlin – Keine Einwilligung mehr nach 1,5 Jahren

Eine erteilte Einwilligung erlischt, wenn zwischen erstmaligen Versand eines Newsletters und der Einwilligungserklärung 1,5 Jahre liegen.

(LG Berlin vom 9.12.2011, Az. 15 O 343/11)


OLG Köln – Werbung an Familienangehörige

Willigt nicht die Anschlussberechtigte eines Mobiltelefons sondern ein Familienmitglied in die Zusendung von Werbung ein, so gilt die Einwilligung auch nur gegenüber dem Familienmitglied. Werbung die an die Anschlussberechtigte gesendet wird, stellt eine unzulässige Belästigung dar.

(OLG Köln vom 12.5.2011, Az. 6 W 99/11)


BGH – Double-Opt-In-Verfahren

Das Double-Opt-In-Verfahren ist eine zulässige Form der Einholung der Einwilligung in die Werbung per E-Mail. Die Bestätigungs-E-Mail bringt lediglich zum Ausdruck, dass die betreffende E-Mail eingetragen wurde.

(BGH vom 10.2.2011, Az. I ZR 164/09)


OLG Thüringen – E-Mail-Werbung ohne Einwilligung

E-Mail-Werbung ohne ausdrückliche Einwilligung ist nur unter Beachtung der Anforderungen des § 7 Abs. 3 UWG zulässig und nur für solche Waren, die dem gleichen typischen Bedarf des Kunden dienen wie die zuvor erworbenen Waren.

(OLG Thüringen vom 21.4.2010, Az. 2 U 88/10)


BGH – Telefonwerbung nach Unternehmenswechsel

Wer nach einem Wechsel zu einem anderen Unternehmen Kunden seines ehemaligen Arbeitgebers, die ihm aus seiner früheren Tätigkeit bekannt sind, anruft, um sie von dem Wechsel in Kenntnis zu setzen, verstößt im Allgemeinen nicht gegen § 7 Abs. 1 UWG. Versendet er E-Mails, ist dies wettbewerbswidrig.

(BGH vom 11.3.2010, Az. I ZR 27/08)


OLG Köln – E-Mail-Adressen als Geschäftsgeheimnis

Eine regional geordnete, mehrere Hundert Adressen umfassende Datensammlung von Personen und Einrichtungen, die (zumindest) einen Werbebrief eines Unternehmens erhalten haben, stellt ein Geschäftsgeheimnis i.S.d. § 17 Abs. 2 Nr. 2 UWG dar, auch wenn nicht anzunehmen ist, dass alle Adressaten als Kunden gewonnen werden konnten.

(OLG Köln vom 5.2.2010, Az. 6 U 136/09)


OLG Düsseldorf – Haftung für faule gekaufte Adressen

Der Betreiber von Reiseportalen im Internet haftet für die Versendung unverlangter Werbe-E-Mails an Empfänger, deren Adressen er aus einer gekauften Adressdatenbank ermittelt hat. Verantwortlich ist insoweit auch der Geschäftsführer und gesetzliche Vertreter einer Betreibergesellschaft derartiger Portale, wenn er keine Maßnahmen veranlasst hat, um die unlautere E-Mail-Werbung zu verhindern. Es müssen Maßnahmen ergriffen werden, die sicherstellen, dass Werbe-E-Mails nur an Empfänger versendet werden, von denen eine ausdrückliche Einwilligung vorliegt. Es ist nicht ausreichend, wenn er sich insofern mit einer allgemein gehaltenen Versicherung des Veräußerers des Adressbestandes begnügt.

(OLG Düsseldorf vom 24.11.2009, Az. I-20 U 137/09)


LG Heidelberg – Confirmed-Opt-in genügt nicht

Dem Empfänger unverlangter E-Mail-Werbung steht ein Unterlassungsanspruch zu, wenn die Erhebung der E-Mail-Adressen nur mit einem Confirmed-Opt-in abgesichert war.

(LG Heidelberg vom 23.9.2009, Az. 1 S 15/09)


OLG Hamburg – Einverständniserklärungen in AGB

Bei vorformulierten Einverständniserklärungen in die Zusendung von Werbung im Rahmen von Internetangeboten handelt es sich um Vertragsklauseln, auf die die für Allgemeine Geschäftsbedingungen geltenden Rechtsgrundsätze der §§ 305 ff BGB entsprechend anzuwenden sind.

(OLG Hamburg vom 29.7.2009, Az. 5 U 43/08)


AG München – Autoresponder-E-Mail als Werbung

Bei einem einmaligen E-Mail-Kontakt kann ein Unternehmer nicht automatisch davon ausgehen, dass eine Einwilligung in die Übersendung von Werbe-E-Mails erteilt wurde.

(AG München vom 9.7.2009, Az. 161 C 6412/09)


BGH – E-Mail-Werbung ist rechtswidrig

Bereits die einmalige Zusendung einer Werbe-E-Mail ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung des Adressaten kann einen rechtswidrigen Eingriff in das Recht am eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb darstellen.

(BGH vom 20.5.2009, Az. I ZR 218/07)


BGH – Nachfragewerbung per E-Mail – FC Troschenreuth

Gibt ein Sportverein in der Rechtsform des eingetragenen Vereins auf seiner Website einer E-Mail-Adresse an, so liegt darin keine konkludente Einwilligung, gewerbliche Anfragen nach Dienstleistungen des Vereins mittels E-Mail zu empfangen.

(BGH vom 17.7.2008, Az. I ZR 197/05)


BGH – Nachfragewerbung per Fax

Veröffentlicht ein Unternehmen die Nummer seines Telefaxanschlusses in allgemein zugänglichen Verzeichnissen, so erklärt es damit sein konkludentes Einverständnis, dass potenzielle Kunden den Anschluss bestimmungsgemäß insbesondere für Kaufanfragen nutzen, die sich auf die übliche Verkaufstätigkeit des Unternehmens beziehen. (Achtung: Ein konkludentes Einverständnis genügt inzwischen nicht mehr.)

(BGH vom 17.7.2008, Az. I ZR 75/06)


BGH – Einwilligung in AGB – Payback

In den AGB von Payback ist eine Klausel, bei der der Kunde sich damit einverstanden erklärt, dass die von ihm angegebenen Daten für die Werbung per E-Mail oder SMS gespeichert und genutzt werden können, unwirksam, wenn der Kunde seine Einwilligung durch Ankreuzen eines Kästchens ausdrücklich verweigern muss.

(BGH vom 16.7.2008, Az. VIII ZR 348/06)


BGH – E-Mail-Werbung ist wettbewerbswidrig

Die Zusendung einer unverlangten E-Mail zu Werbezwecken verstößt grundsätzlich gegen die guten Sitten im Wettbewerb. Eine solche Werbung ist nur dann ausnahmsweise zulässig, wenn der Empfänger sein Einverständnis erklärt hat, E-Mail-Werbung zu erhalten.

(BGH vom 11.3.2004, Az. I ZR 81/01)


AG Hannover – E-Mail Spendenaufforderung DRK

Ein Spendenaufruf per E-Mail, der einem humanitären Zweck dient, gilt nicht als Werbung und darf unaufgefordert und ohne Einwilligung versandt werden.

(AG Hannover vom 19.2.2003, Az. 526 C 157/59/02)

 

 

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https://www.absolit.de/rechtslage/aktuelle-urteile-im-e-mail-marketing/feed 1
11 Schritte zur Personalisierung https://www.absolit.de/allgemein/11-schritte-zur-personalisierung https://www.absolit.de/allgemein/11-schritte-zur-personalisierung#respond Mon, 09 Oct 2017 14:06:21 +0000 https://www.absolit.de/?p=4409 Mit der Anrede fängt es an und mit individuellen Inhalten endet es noch lange nicht: Genug Möglichkeiten, Kunden zu begeistern oder auch zu verärgern. Und von denen droht jeder zweite zu wechseln, wenn ein Anbieter die Kommunikation nicht personalisiert.


Salesforce hat 7000 Verbraucher befragen lassen und das Ergebnis ist klar: 52 Prozent würden den Anbieter wechseln, wenn dieser es nicht schafft, sie persönlich anzusprechen. Was aber heißt das? Reicht die korrekte Anrede oder geht es nur mit Customer Lifecycle Management?

Korrekte Anrede verwenden
Es ist erwiesen, dass Menschen ihren Namen mögen und gerne lesen. Also sprechen Sie Ihre Kunden auch mit Namen an. Es ist kein Problem, neben der E-Mail-Adresse auch noch Anrede, Vor- und Nachnamen zu erfragen. Aber bitte nicht als Pflichtfelder. Wer das nicht will, wird neutral angesprochen. Gerade wurde ich vom Veranstalter einer Datenmarketing-Konferenz so angeschrieben: „Sehr geehrte(r) Frau/Herr Schwarz Herr,“. Das muss nicht sein.

Wissen, was relevant ist
Personalisierung heißt nicht immer, dass jeder andere Inhalte bekommt. Sondern es heißt, dass der Sender einer Botschaft ganz genau weiß, was den Empfänger interessiert. Nutzen Sie jede Chance zum Dialog mit Ihren Kunden, um deren Wünsche, Vorlieben und Probleme kennen zu lernen. Manchmal kann eine gut gemachte Massenbotschaft persönlicher rüberkommen, als wenn mir jemand lieblos ein Foto meines zuletzt angeschauten Produkts präsentiert.

Tricks: Bilder, Orte und Namen
Es gibt einen einfachen Trick, mit dem Sie geschickt eine persönliche Note vorgaukeln: Bildpersonalisierung. Wenn der Baumarkt in den grünen Rasen meinen Namen prägt oder der Blumenhändler meinen Namen in Rosen auslegt, dann steckt dahinter ein einfacher Softwarealgorithmus. Bei Wonderlandmovies.de gibt es das sogar als Film. Oder Sie arbeiten mit dem vertrauten Wohnort des Empfängers: „Das schnelle Internet bald auch in Waghäusel“. Oder Sie fügen eine Anfahrtsskizze zu nächsten Filiale bei. Den Namen können Sie auch verwenden, um ganz persönlich zum Namenstag zu gratulieren.

Daten zusammenführen
Richtig los geht es mit der Personalisierung erst, wenn die Software-Infrastruktur stimmt. Mindestens Customer Relationship Management (CRM) und E-Mail-Service-Provider (ESP) sollten miteinander verbunden sein. Wenn dann noch das CMS (Content Management System) und/oder das Analytics-System ihr Wissen einbringen, ist das umso besser. Und es gibt eine Reihe von Dienstleistern, die über eigene Daten verfügen.

Einwilligungen einholen
Bevor Sie jetzt voller Begeisterung den Datenstaubsauger spielen, Vorsicht! Personendaten dürfen Sie nur speichern, wenn der Betroffene dem zugestimmt hat und es einem konkreten Zweck dient. Bei der Neukundengewinnung arbeiten Sie mit anonymen Daten. Sie wissen also gar nicht, welche Person genau hinter einem Profil steckt. Bei der Analyse der eigenen Kunden können Sie die Daten pseudonymisieren. Wenn Sie das von mir zuletzt angesehene Produkt in meinem persönlichen Profil speichern, brauchen Sie dazu meine Einwilligung.

Kunden segmentieren
Es muss nicht immer gleich Personalisierung sein – Hauptsache, das Angebot passt zum Kunden. Was sollen Männer mit Damenschuhen oder Hundebesitzer mit Katzenfutter? Johnny Cupcakes hat allein durch Geschlechtersegmentierung mit einem Mailing 141 Prozent mehr Umsatz gemacht. Welche großen Segmente gibt es bei Ihnen? Wo ist es sinnvoll, die Menschen unterschiedlich anzusprechen? Expedia hat zwei unterschiedliche Urlaubstypen differenziert: Die einen wollen faul abhängen die anderen suchen Abenteuer und möchten etwas entdecken.

Personas definieren
Mit soziodemografischen Daten zu arbeiten ist zweifellos sinnvoll. Ein spannender Ansatz ist jedoch auch, sämtliche vorhandenen Daten in ein Softwaresystem zu laden und mit multivariater Statistik daraus Cluster zu bilden. Diese Cluster werden dann von Mitarbeitern interpretiert, die die Kunden gut kennen. Dabei kommen oft überraschende Gruppen zustande, auf die ein Mensch alleine nicht unbedingt gekommen wäre. Diese Personas verbindet, dass sie jeweils auf die gleichen Werbebotschaften reagieren. Im US-Wahlkampf wird diese Technik eingesetzt, um Wählersegmente zu bilden, welche auf die gleichen Wahlbotschaften reagieren.

Lifecycle erfassen
Die Welt ist nicht statisch. Einer Schwangeren verkauft man keine Windeln und einem Rentner keine Klettertour. Wer gerade ein Auto gekauft hat, braucht kein zweites und wer sein Studium beendet hat, baut nicht gleich ein Haus. Wer es versteht, seine Daten richtig zu analysieren, weiß in welchem Stadium sich seine Kunden gerade befinden. Ein erboster US-Vaters beschwerte sich im Supermarkt, dass seine Teenager-Tochter mit Coupons für Babykleidung und Kinderbetten überhäuft wurde. Am Ende stellte sich heraus, dass sie schwanger war und es selbst nicht wusste. Das Muster ihrer Einkäufe verriet sie.

Marketing-Automation einführen
Multivariate Analysen des eigenen Kundenbestandes sind nicht jedermanns Sache. Ein pragmatischer Ansatz zu mehr Personalisierung sind automatisierte Kampagnen. Der einfachste Fall ist eine Begrüßungsstrecke für neue Kunden. Es können aber auch Menschen gezielt angesprochen werden, die eine Aktion begonnen, aber nicht vollendet haben. Warenkorbabbrecher-Kampagnen sind heute bei den meisten Händlern Standard. Es gibt aber auch ganz andere Trigger: Wartungsintervalle (TÜV-Erinnerung), Geburtstage, Jubiläen, Inaktivität, Produktinteresse, Garantieablauf oder ein Update. Manche Unternehmen haben über 10 Anstoßketten definiert, entlang derer von der Empfängerreaktion gesteuerte Sequenzen von Botschaften verschickt werden.

Customer Journey analysieren
Viele Produkte werden nicht „einfach so“ gekauft. Wer eine Reise, ein Haus oder eine Fabrikhalle plant, geht strategisch vor. Erst werden Informationen eingeholt, dann werden Anbieter recherchiert und schließlich Angebote eingeholt. Dann kann noch einmal Zeit vergehen, bis die Entscheidung fällt. Wer diesen Zyklus nicht kennt und versteht, ist verloren. Wer dagegen weiß, welche Form von Informationen in welchem Stadium auf das größte Interesse stoßen, ist im Vorteil. Und wer sich auch noch merkt, auf was ein Interessent neugierig war, ist Champion. Kennen Sie diese lieblosen Mails: „Wir danken für den Besuch unseres Messestands und das Interesse an unserer Produktpalette.“?

Perfekt personalisieren
Einzelnen Kunden einzelne Botschaften zu senden, die auf den Punkt genau relevant sind, ist nicht leicht. Daher werden noch immer sehr viele Massenbotschaften an den gesamten Kundenstamm verschickt. Nicht immer lohnt sich der Aufwand der Personalisierung. Es gibt jedoch einen Trick. Fast alle Unternehmen versenden heute Newsletter. Solche Newsletter können wunderbar in Elemente aufgeteilt werden, die nach unterschiedlichen Regeln mit Inhalten befüllt werden. Das beginnt mit einem Angebot, das generell aus dem Profil des Kunden abgeleitet wird. Danach folgt ein Produkt, das mit hoher Wahrscheinlichkeit dem entspricht, was aufgrund des Customer Lifecycle jetzt relevant sein könnte. Darauf folgt ein Produkt, das sich aus dem Verhalten beim letzten Besuch auf der Website ableitet. Schließlich folgt noch ein Produkt, das einen regionalen Bezug zum Wohnort des Empfängers hat. Die Krönung ist noch ein Echtzeit-Angebot zum Zeitpunkt der Öffnung: Regenjacke, Sonnenbrille oder ein Frühstückstipp.

Dieser Beitrag erscheint in längerer Form im neuen Buch „Leitfaden personalisierte Dialoge“. Ausführlich werden die Inhalte auch im Seminar „Richtig personalisieren“ behandelt.

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https://www.absolit.de/allgemein/11-schritte-zur-personalisierung/feed 0
EMMF weekly: Vorher-Nachher-Look https://www.absolit.de/gestaltung/emmf-weekly-vorher-nachher-look https://www.absolit.de/gestaltung/emmf-weekly-vorher-nachher-look#respond Mon, 09 Oct 2017 14:03:43 +0000 https://www.absolit.de/?p=4414 Selbst fotografieren, kaufen oder kostenlose Bilddatenbanken nutzen? Yvonne Perdelwitz (postina.net) mit Empfehlungen für Ihren nächsten Newsletter.

Das richtige Bildmaterial gibt dem geneigten Leser auf den ersten Blick einen inhaltlichen Hinweis, erzeugt eine bestimmte Stimmung, löst eine Emotion aus und lockert den Text auf. Ein Blick mehr in die ein oder andere Datenbank zahlt sich also aus! Anbieter von Stockfotos gibt es genug, nachfolgend ein kleiner Überblick.

Handy-Schnappschüsse sind zwar gratis und wirken authentisch, aber nicht „sauber“. Kostenlose Datenbanken wie pixabay oder pixelio haben meist eine kleinere Auswahl und niedrige Qualitätsstandards. Hochwertige und professionelle Bilder, wie bei gettyimages, sind sehr kostenintensiv.

Ein großes Portfolio im guten Preis-Leistungsverhältnis bietet iStock, eine Tochterfirma von gettyimages. Qualitativ hochwertige Bilder sind hier garantiert.

Wer jedoch den soliden Mittelweg sucht, wird fündig auf Plattformen wie Fotolia, Shutterstock oder Photocase.

Die US-amerikanische Bildagentur Fotolia verfügt nach eigenen Angaben über einen Bestand von 40 Millionen Fotos, Grafiken und Bildern, die dateiweise oder im Abonnement zu beziehen sind. Fotolia ist verhältnismäßig günstig und bietet eine breite Palette an Bildern für Marketing- und Kommunikationsprojekte. Dieser Anbieter wird oft genutzt, der Wiedererkennungswert vom „Fotolia-Style“ ist jedoch für Insider hoch.

Etwas teurer, aber mit großem Angebot und vielfältigen Auswahlmöglichkeiten ist Shutterstock. Die Preisstruktur ist unkompliziert und besteht aus einem Basis- oder Profipaket. Für den geringen Bedarf reicht schon das Basispaket. Die Qualität der Bilder lässt nichts zu wünschen übrig und weicht ein bisschen ab vom „Marketing-Einerlei“.

„Stell dir vor, es gibt eine Seite, auf der du Stockfotos kaufen kannst, die nicht wie Stockfotos aussehen!“ So lautet der Werbeslogan von Photocase und sagt damit auch schon alles. Diese Agentur mit Sitz in Berlin Mitte verfolgt einen ganz eigenen Stil, der eher in eine künstlerische, entsättigte Richtung geht. Für das Ausgefallene und Unkonventionelle haben die Berliner die Nase vorn. Hier finden Designer das Tüpfelchen auf dem i, das kleine Sahnehäubchen oder den letzten Schliff für ihre Entwürfe. Und das zu einem sehr erträglichen Preis.

Für besondere Gruß- und Feiertagsmailings bieten sich animierte Gifs oder Cinemagraphs an. Die Agentur Gallereplay – ebenfalls in Berlin – hat sich auf den Vertrieb und die Produktion von Cinemagraphs spezialisiert. Cinemagraphs vermitteln eine besondere Atmosphäre und werden länger betrachtet als herkömmliche Fotos, was sich positiv auf die – Achtung: Stichwort! – Klickraten auswirkt. Auch hier sind Sie schon mit einem Betrag um die 90 Euro dabei. Ein faires Angebot.

Foto: shutterstock

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E-Mail-Adressen für Custom-Audience bei Facebook hochladen? Nicht mit der Bayerischen Datenschutzaufsicht https://www.absolit.de/rechtslage/e-mail-adressen-fuer-custom-audience-bei-facebook-hochladen-nicht-mit-der-bayerischen-datenschutzaufsicht https://www.absolit.de/rechtslage/e-mail-adressen-fuer-custom-audience-bei-facebook-hochladen-nicht-mit-der-bayerischen-datenschutzaufsicht#respond Mon, 09 Oct 2017 14:00:00 +0000 https://www.absolit.de/?p=4410 Facebook Custom Audience ermöglicht ein zielgruppengenaues Targeting von Werbeanzeigen auf Facebook. Vergleichbare Targeting-Verfahren werden auch von verschiedenen anderen sozialen Netzwerken angeboten. Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht hat sich nun mit den verschiedenen Audiences-Möglichkeiten bei Facebook befasst und eine Guideline veröffentlicht. Kurzzusammenfassung: Das Hochladen von Kundenlisten ist nur mit Einwilligung des Nutzers zulässig. Das Facebook-Pixel lässt sich dagegen einsetzen, wenn einige Voraussetzungen beachtet werden.

Facebook Custom Audience mit E-Mail-Listen
E-Mail-Marketer suchen immer wieder nach neuen Möglichkeiten, die gesammelten Kundendaten, insbesondere E-Mail-Adressen zu monetarisieren. Seit einiger Zeit bietet insbesondere Facebook die Möglichkeit, einzelne Kunden gezielt im sozialen Netzwerk über Werbeanzeigen anzusprechen. Dabei muss das werbende Unternehmen seine Kundenliste an Facebook schicken. Kann Facebook die E-Mail einem Mitglied zuordnen, wird die Werbung ausgeliefert. Der Upload erfolgt dabei nicht im Klartext, sondern verschlüsselt unter Einsatz eines Hash-Verfahrens. Facebook gleicht dann die mit dem gleichen Hash-Verfahren verfremdeten Datensätze, um eine Übereinstimmung festzustellen.

LDA Bayern: Verletzung von Datenschutzrecht
Die bayerischen Datenschützer halten dieses Verfahren für einen Datenschutzverstoß. Dabei stört sich die Behörde am eingesetzten Hash-Verfahren, das eine einfache Rückrechnung erlaube. Auf diese Weise ließen sich insbesondere die übermittelten E-Mail-Adressen aus den Hashwerten ohne Weiteres wieder ermitteln. Selbst mit einem sichereren Hashverfahren wäre eine andere Beurteilung wohl nicht gerechtfertigt. Zwar ist die E-Mail-Adresse nicht ohne Weiteres auslesbar. Über den Abgleich weiß Facebook aber jedenfalls bei einem Match, dass sich das betreffende Mitglied in der Kundenliste befindet und kann das Profil des Mitglieds um diese Information anreichern. Jedenfalls in diesem Fall besteht Personenbezug.

Einwilligung unabdingbar
Zurecht meint die Behörde in ihrer Stellungnahme, dass eine gesetzliche Grundlage für diesen Abgleich nicht zu finden ist, so dass Custom Audience mit einer solche Kundenliste nur zulässig ist, wenn der Kunde eingewilligt hat. Die Einwilligung ist nur wirksam, wenn der Kunde auch weiß worin er einwilligt. Dies schließt es aus, die Einwilligungen in den AGB zu verstecken und sich mit einem Hinweis auf die AGB zu begnügen. Vielmehr muss eine solche Einwilligung gesondert und freiwillig erteilt werden.

Anpassungen durch die DSGVO
Am 25. Mai 2018 tritt die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft. Wer sich damit noch nicht befasst hat, sollte das schleunigst nachholen. Für Facebook Custom Audience ändert sich allerdings prinzipiell nicht viel. Auch nach neuem Recht wird es schwierig, eine gesetzliche Grundlage für den Datenabgleich mit Facebook zu finden. Insofern bleibt es auch nach der DSGVO bei dem Einwilligungserfordernis. Die Anforderungen an die Einwilligung steigen allerdings nach der DSGVO tendenziell, so dass hier auf jeden Fall nachjustiert werden muss.

Die Behörde hat angekündigt, den Einsatz von Facebook Custom Audience weiter zu beobachten und bei den (bayerischen) Unternehmen abzufragen. Wer weiter Kundenlisten an Facebook verschickt, muss im Falle einer Entdeckung mit Bußgeldern rechnen.

Hohe Hürden für Facebook-Pixel
Die Behörde hat sich auch mit dem Facebook Pixel befasst und meint, datenschutzrechtlich verantwortlich sei bei dessen Einbindung der Website-Betreiber, nicht Facebook. Dafür spricht viel, ob das wirklich so ist, wird der Europäische Gerichtshof in einer anderen Sache demnächst entscheiden. Die Option „Erweiterter Abgleich“ bei der weitergehende Informationen über den Nutzer an Facebook übermittelt werden, sei wiederum einwilligungsbedürftig. In der einfachen Variante genüge aber ein transparenter Hinweis auf eine Opt-out-Möglichkeit. Das Opt-out-Flag müsse es aber ein persistentes HTML5-Storage-Objekt mit einer unbegrenzten Gültigkeitsdauer sein. Cookies mit kurzer Gültigkeitsdauer seien nicht ausreichend. Ein Verweis auf Facebook oder Drittanbieter genüge in der Regel nicht.

Fazit
Es ist begrüßenswert, dass die Behörde den monatelangen internen Ermittlungen und Recherchen nun ein Paper hat folgen lassen. Dieses kann Unternehmen – nicht nur in Bayern – durchaus eine Guideline für den Umgang mit Facebook Audiences geben. Nur mit einer Einwilligung der Nutzer sind die Unternehmen auf der sicheren Seite. Wird sie so eingeholt, wie die Datenschützer sich das vorstellen, dürfte die Quote derer, die ihre Zustimmung geben, aber überschaubar sein.

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Last Christmas: Best Of 2016 https://www.absolit.de/gestaltung/last-christmas-best-of-2016 https://www.absolit.de/gestaltung/last-christmas-best-of-2016#comments Mon, 11 Sep 2017 14:09:48 +0000 https://www.absolit.de/?p=4382 Yvonne Perdelwitz von der E-Mail- & Online-Marketing-Agentur postina.net mit drei erfolgreichen Weihnachtsideen aus dem letzten Jahr.

Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen, aber letztlich wurde Bildpersonalisierung am Häufigsten gebucht.

Platz 1: Persönliche Grüße mit Bildpersonalisierung

Für die digitalen Weihnachtsgrüße an ihre Kunden wählten viele Unternehmen das Bildpersonalisierungs-Feature von pn.mail|mailingwork. Hier wird der Text auf einem Foto personalisiert. Zum Beispiel „Frohe Weihnachten Herr Mustermann!“ als Schriftzug im Schnee oder eine persönliche Wunschliste im Notizbuch des Weihnachtsmanns. Jeder Empfänger bekommt also sein „eigenes“ Foto zugeschickt.

Es gibt natürlich noch viele weitere Bild-Ideen und auch die Möglichkeit, eigene Motive zu personalisieren.


Das erfolgreichste bildpersonalisierte Motiv 2016

Platz 2: Stimmungsvolles Cinemagraph

Das stilvolle Cinemagraph funkelt im Posteingang der meisten E-Mail-Leser, verbunden mit guten Wünschen für ein Frohes Fest und das neue Jahr.

Das animierte Bild wird aus einem Video gewonnen, wobei bis auf wenige Sequenzen alles stillgelegt wird. Bei der Verwendung sollte man darauf achten, dass es auch als unbewegtes Bild aussagekräftig ist. Outlook ab Version 2007 stellt Animation nicht dar.


Das meistgebuchte Cinemagraph 2016

absolit Buch-Geschenk, Weihnachten 2016

Für den absolit Newsletter gestalteten wir einen individuellen Header und legten dabei den Fokus auf das Buch-Weihnachtsgeschenk von Dr. Torsten Schwarz. Das wurde auch 2016 wieder rekordverdächtig häufig downgeloaded. Seien Sie gespannt, was es 2017 gibt!


Header absolit-Newsletter, Dezember 2016

Weitere Inspiration finden Sie hier: Online-Übersicht von Weihnachts-E-Mails und Gimmicks

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Beschränkter Auskunftsanspruch bei unverlangter E-Mail-Werbung https://www.absolit.de/rechtslage/beschraenkter-auskunftsanspruch-bei-unverlangter-e-mail-werbung https://www.absolit.de/rechtslage/beschraenkter-auskunftsanspruch-bei-unverlangter-e-mail-werbung#respond Mon, 11 Sep 2017 14:09:36 +0000 https://www.absolit.de/?p=4384 Versendet ein Unternehmen unzulässige E-Mail-Werbung, können Mitbewerber neben dem Unterlassungsanspruch auch Schadenersatzansprüche geltend machen. Um den Umfang eines solchen Schadenersatzanspruches zu ermitteln, steht dem Mitbewerber ein Auskunftsanspruch zu. Das OLG Dresden setzte sich mit dem Gegenstand des Auskunftsanspruches auseinander und grenzte diesen von der unzulässigen Ausforschung ab.

Sachverhalt

Der wesentliche Sachverhalt hierzu ist schnell dargelegt. Die Klägerin vertreibt kompatibles Verbrauchsmaterial für Frankiermaschinen, die Beklagte Frankiermaschinen mit Zubehör. Die Klägerin macht wettbewerbsrechtliche Ansprüche wegen unverlangter E-Mail-Werbung geltend. Zuvor hatte wohl die Beklagte gegen die Klägerin Ansprüche geltend gemacht und die Klägerin schien eine „Retourkutsche“ zu betreiben.

Bereits das Landgericht entschied, dass die Klägerin als Mitbewerberin einen Unterlassungsanspruch wegen unzulässiger E-Mail-Werbung geltend machen könne (§ 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG i.V.m. § 8 Abs. 1 und 3 Nr. 1 UWG). Zudem stellte das Gericht fest, dass die Beklagte zum Schadenersatz verpflichtet sei. Um den Umfang des Schadenersatzanspruches bestimmen zu können, wurde die Beklagte zur Auskunft verpflichtet und zwar unter Benennung von

  • Zeitraum der Verstöße
  • Anzahl der zum Absatz von Frankiermaschinen in diesem Zeitraum versandten E-Mails,
  • Zeitpunkte der E-Mails,
  • Namen, Anschriften der zum Zweck des Absatzes einer Maschine angesprochenen Werbeadressaten unter Kennzeichnung derjenigen angesprochenen Werbeadressaten, welche unter Bezugnahme auf die E-Mail eine Frankiermaschine bestellt haben,
  • Art und der Menge der Produkte, die aufgrund der vorstehend genannten Bestellungen verkauft beziehungsweise vermietet wurden

Kein Rechtsmissbrauch

Gemäß § 8 Abs. 4 UWG ist die Geltendmachung eines Unterlassungsanspruches unzulässig, wenn unter Berücksichtigung der gesamten Umstände ein missbräuchliches Verhalten erkennbar ist. Dies ist insbesondere dann anzunehmen, wenn die Geltendmachung vorwiegend dazu dient, einen Anspruch auf Ersatz von Aufwendungen oder Kosten für die Rechtsverfolgung entstehen zu lassen.

Nicht ausreichend sei es jedoch, wenn ein Mitbewerber nur als „Retourkutsche“ gegen einen anderen vorgeht. Umfangreiche Abmahntätigkeiten sogar unterstellt, sind zudem für sich allein kein Indiz für einen Missbrauch, wenn zugleich umfangreiche Wettbewerbsverstöße in Betracht kommen, zumal die Abmahnpraxis von Mitbewerbern dem Interesse der Allgemeinheit an der Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs dient.

Daher sah das Gericht keine Anhaltspunkte für ein rechtsmissbräuchliches Verhalten.

Wettbewerbsverhältnis

Der Unterlassungsanspruch aus § 8 Abs. 1 UWG steht einem Unternehmen nur zu, wenn es Mitbewerber ist. Mitbewerber“ ist jeder Unternehmer, der mit einem oder mehreren Unternehmern als Anbieter oder Nachfrager von Waren oder Dienstleistungen in einem konkreten Wettbewerbsverhältnis steht. Ein konkretes Wettbewerbsverhältnis besteht, wenn beide Parteien gleichartige Waren oder Dienstleistungen innerhalb desselben Endverbraucherkreises abzusetzen versuchen mit der Folge, dass das konkret beanstandete Wettbewerbsverhalten des einen Wettbewerbers den anderen beeinträchtigen, das heißt im Absatz behindern oder stören kann.

Entscheidend war, dass beide Seiten (auch) Verbrauchsmaterial für Frankiermaschinen vertreiben. Unerheblich blieb, dass die beanstandete E-Mail in der Betreffzeile auf eine Frankiermaschine abstellte. Zu berücksichtigen war der mit dem Verkauf des beworbenen Gerätes verbundene Absatz de dazugehörigen Verbrauchsmaterials, auch wenn dieses nicht ausdrücklich beworben wurde.

Werbung ohne Einwilligung

Dem Versuch der Beklagten, daran zu zweifeln, ob überhaupt Werbung versendet wurde, entgegnete das Gericht in seinen Entscheidungsgründen knapp unter Hinweis auf den weiten Werbebegriff. Die Kundenberaterin bringt in der E-Mail zum Ausdruck, ein angemessenes Angebot zuschicken zu wollen.

Auch der Versuch, das Vorliegen einer Einwilligung zu begründen scheiterte. Scheinbar hielt die Beklagte ein Online-Formular bereit, mit dem unter anderem die E-Mail-Adresse abgefragt wurde. Das Formular schließlich mit einem Button „Fortsetzten“ ab. Dies reicht jedoch nicht aus, um eine Erklärungswert dahingehend anzunehmen, dass die Zusendung von Werbe-E-Mails gewünscht ist.

Unschädlich war im Übrigen, dass die Klägerin sich selbst dieses Formulars bediente.

Auskunftsanspruch mit Grenzen

Aus § 9 UWG ergibt sich der Schadenersatzanspruch des Mitbewerbers. In der Regel wird sich der ersatzfähige Schaden jedoch nicht ohne weiteres feststellen lassen. Der Auskunftsanspruch hilft hierbei.

Der Auskunftsanspruch dient jedoch nur der Konkretisierung des Schadenersatzanspruches. Er soll dagegen nicht weitere Tatsachen ermitteln, um einen Schadenersatzanspruch zu begründen. Folglich beschränkt sich der Auskunftsanspruch auf das eine beanstandete Verhalten. Dagegen wäre es eine unzulässige Ausforschung, wenn damit weitere Verstöße ermittelt werden sollen.

Bei unzulässiger E-Mail-Werbung nach § 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG erstrecke sich der Auskunftsanspruch demnach nicht darauf, ob der Verletzer andere Marktteilnehmer in deren geschäftlicher oder privater Sphäre durch ähnliche Handlungen beeinträchtigt habe. Die Beklagte könne deshalb nicht dazu verpflichtet werden, die Anzahl, den Zeitraum und die Zeitpunkte der zum Absatz von Frankiermaschinen versandten E-Mails, die Namen und Anschriften der Werbeadressaten, die Besteller sowie die Art und Menge der bestellten Produkte zu benennen.

Fazit

Bei Aussendung von unverlangter E-Mail-Werbung kann auch von Seiten der eigenen Mitbewerber Ungemach drohen. Neben einem Unterlassungsanspruch kommt auch ein Schadenersatzanspruch in Betracht. Dem Anspruchsteller steht ein Auskunftsanspruch zur Seite, um den geltend gemachten Schaden beziffern zu können. Hierbei gilt für in Anspruch genommene Unternehmen, genau darauf zu achten, welche Informationen verlangt werden. Es müssen keine Informationen herausgegeben werden, die einen weiteren Verstoß begründen. Etwas anderes wird nur gelten, wenn hierfür bereits Anhaltspunkte bestanden.

Dagegen zeigt das Urteil des OLG Dresden: Sowohl der Einwand des Rechtsmissbrauchs, wie auch die Behauptung, es liege gar keine Werbung vor, ist wenig Erfolg versprechend.

Unternehmen, die meinen, eine Einwilligung einzuholen, ist geraten, den Prozess dazu genau zu prüfen. Häufig reicht es schon, wenn die Marketingabteilung mit Gestaltungsvorschläge auftritt, die bewusst potenzielle Kunden über eine mögliche Werbeeinwilligung hinweg sehen lassen möchte.

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Entschuldigungsmails richtig einsetzen https://www.absolit.de/gestaltung/entschuldigungsmails-richtig-einsetzen https://www.absolit.de/gestaltung/entschuldigungsmails-richtig-einsetzen#respond Mon, 21 Aug 2017 13:35:16 +0000 https://www.absolit.de/?p=4371 Eine Entschuldigung im Posteingang weckt automatisch die Neugierde. Immer mehr Unternehmen entdecken diesen Trick nun und entschuldigen sich für alles Mögliche. Dabei sollten ein paar Regeln beachtet werden.

Wer in seiner langen Liste von Betreffzeilen plötzlich das Wort „Entschuldigung“ liest, wird
neugierig. Das wissen Unternehmen und setzen es auch gezielt ein, um die Öffnungsrate zu erhöhen.

Wann Entschuldigungsmails entbehrlich sind
Das kennen Sie: Sie haben eine E-Mail verschickt und erkennen mit Schrecken, dass da ein Fehler drin war. Wir hatten das gerade: In unsere neuen Studie haben wir das E-Mail-Marketing von 3000 Unternehmen bewertet. Die 100 Besten wollten wir zu einer Konferenz einladen. Gleich als die Einladung raus war, kamen die ersten Beschwerden „ich bin nicht Frau Schütze“. Was war passiert? Die Anredefunktion war defekt, sodass alle 100 mit „Hallo Frau Schütze“ angesprochen wurden.

Natürlich ist die spontane Reaktion, eine zweite Mail hinterherzuschicken, um sich zu entschuldigen. Aber eine E-Mail sollte nur verschickt werden, wenn man wirklich etwas zu sagen hat. In unserem Fall hatten wir es mit E-Mail-Profis zu tun, die sich sehr wohl denken können, was passiert ist. Daher entschieden wir uns, die Empfänger nicht durch eine zweite Mail zu belästigen.

Entbehrlich ist eine Entschuldigung, wenn der Fehler keine gravierenden Konsequenzen für den Empfänger hat. Ein einfacher Rechtschreibfehler rechtfertigt keine zweite E-Mail. Gleiches gilt für eine fehlende Betreffzeile oder eben eine falsche Anrede.

Hier sollten Sie sofort eine Entschuldigungsmail nachschieben
Ganz anders sieht es aus, wenn Sie eine falsche Uhrzeit in Ihrer Einladung nennen. Nichts ist ärgerlicher, als eine Stunde zu spät zu kommen. Also verschicken Sie so schnell es geht, den Hinweis auf die korrigierte Uhrzeit. Gleiches gilt für falsche oder defekte Links. Kleiner Tipp: Keine Panik, sondern durchatmen. Lassen Sie die zweite Mail unbedingt von zwei Menschen gegenlesen, ob sich nicht noch ein Fehler eingeschlichen hat. Einen Fehler zuzugeben, kann sympathisch machen. Zwei Fehler in Serie jedoch ruinieren den guten Ruf.

Den Schaden begrenzen
Eventuell bemerken Sie Ihren Fehler sofort. Dann können Sie bei vielen Systemen den Versand noch stoppen. Je nach Systemleistung wurde eventuell noch nicht die ganze Empfängerliste abgearbeitet. Wenn der Versand bereits erfolgte, können Sie sich entscheiden, nur denen eine Entschuldigung zu schicken, die auch geöffnet haben.

Der (noch) funktionierende Trick mit Entschuldigungen
Leider missbrauchen immer mehr Unternehmen die Entschuldigungsmail als Mittel, die Öffnungsrate hochzutreiben: „Unser Online-Shop hatte gestern ein technisches Problem. Als Entschuldigung senden wir Ihnen heute einen 5-Euro-Gutschein“. Das mag für den Laien nett erscheinen, ist aber Humbug. Wenn Ihr Shop wirklich Probleme macht, dann können Sie all denjenigen, die nachweislich betroffen waren (Ihr System misst das), eine Entschuldigung schicken. In der Praxis jedoch erhalten meist alle Kunden die Entschuldigung und das ist schlecht.

Was kurzfristig gut ist, kann langfristig die Marke schädigen
Wenn Sie eine Entschuldigung für den gestrigen Serverausfall an Menschen senden, die den Shop gar nicht besucht haben, hat das zwei Effekte: Einerseits freuen sie sich über den Einkaufsgutschein. Andererseits werden sie aber darauf aufmerksam gemacht, dass Ihr System technisch nicht immer einwandfrei arbeitet. Wenn das öfter passiert, erhöht es nicht gerade das Vertrauen in Ihre Marke.

Das gleiche gilt übrigens für all die A/B-Tester, die merken, dass Rabatte zu mehr Umsatz führen. Wenn Sie jedoch als Unternehmen den Fokus auf Produktqualität und nicht primär auf den Preis richten, wirken solche E-Mails kontraproduktiv: Beim Empfänger entsteht aufgrund der Betreffzeilen (zwei Drittel Ihrer Empfänger lesen nur den Betreff und nicht die E-Mail) der subjektive Eindruck, dass Sie ein Billiganbieter sind.

Juristische Grenzen einer Entschuldigungsmail
Eine Werbemail muss als solche klar erkennbar sein. Aus Absender und Betreff muss der kommerzielle Charakter deutlich werden sagt §6 TMG. Und wörtlich: „In der Kopf- und Betreffzeile darf weder der Absender noch der kommerzielle Charakter der Nachricht verschleiert oder verheimlicht werden. Ein Verschleiern oder Verheimlichen liegt dann vor, wenn die Kopf- und Betreffzeile absichtlich so gestaltet sind, dass der Empfänger vor Einsichtnahme in den Inhalt der Kommunikation keine oder irreführende Informationen über die tatsächliche Identität des Absenders oder den kommerziellen Charakter der Nachricht erhält.“ Wer als Absender einen Personennamen und als Betreff „Entschuldigung“ wählt, muss daher mit einer Abmahnung rechnen. Daher ist der Absender meiner Mails auch nicht „Torsten Schwarz“ sondern „Absolit Dr. Schwarz“ 😉

Dieser Beitrag ist leider nicht in meinem neuen Buch „Erfolgreiches E-Mail-Marketing“ enthalten. Dafür viele andere Tricks, um Betreffzeilen zu optimieren und Öffnungsraten zu erhöhen.

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