Stärke des Online-Marketing ist die Erfolgsmessung. Leider liefern
die Systeme oft ganz unterschiedliche Kennzahlen. Entweder werden
Äpfel mit Birnen verglichen oder der Wert kann überhaupt
nicht gemessen werden. Hier sind die häufigsten Fehlerquellen.
1. Versandmenge -
Dubletten dürfen nicht sein
Schon bei einer elementaren Zahl geraten manche Systeme ins Straucheln.
Bei postalischen Mailings stellen Adressdubletten ein erhebliches
Problem dar. Hier lebt der E-Mail-Marketer sorgenfrei. Der Grund:
Anders als bei Postadressen gibt es bei E-Mails nur EINE richtige
Schreibweise - alles andere produziert Rückläufer (Bounces).
Jedes professionelle E-Mail-Versandsystem entfernt automatisch doppelte
E-Mail-Adressen. Falls Sie kein solches System verwenden, entfernen Sie
die Dubletten manuell.
2. Bouncerate - Wer
Urlaub macht, fliegt oft raus
Ein Vorteil von E-Mail-Marketing gegenüber Printmailings ist die
automatische Rückläuferbearbeitung. Erloschene Adressen
produzieren eine Fehlermeldung (Bounce). Diese Meldung wird vom
E-Mail-System erfasst und die Adresse vom Verteiler entfernt. In der
Praxis jedoch laufen manchmal zwei Dinge falsch. Entweder das
Bouncemanagement funktioniert gar nicht, dann werden munter jedes Mal
alle toten Adressen wieder angeschrieben. Nach einem Jahr schon kann so
der halbe Verteiler aus toten Adressen bestehen. Es gibt aber auch das
Gegenteil. Dann wird jede Rückläufermail als Bounce gewertet
und fliegt aus dem Verteiler. Die meisten Rückläufer jedoch
sind einfache Abwesenheitsbestätigungen. Zwischen diesen beiden
Extremen gibt es viel Raum für Optimierung. Die meisten
professionellen Systeme beherrschen hier alle Tricks, um den Verteiler
möglichst optimal zu pflegen.
3. Öffnungsrate
– Das unbekannte Wesen
Um es gleich zu sagen: Die Öffnungsrate kann nicht gemessen
sondern nur geschätzt werden. Das geschieht mit eingebauten
Bildern, die beim Öffnen der E-Mail nachgeladen werden. Und genau
das ist die Crux. Denn oft werden die Bilder nicht nachgeladen. Sei es
die neue Outlook-Version oder der sicherheitsfanatische Webmaster,
Bilder werden oft geblockt. Dafür zählen viele Systeme gleich
mehrfach. Wenn von zwei eine Empfängern einer gar nicht und einer
zweimal öffnet, entstehen 100 Prozent Öffnungsrate. Im
Zweifelsfall fragen Sie nach, ob auch wirklich die „Öffnungsrate
unique“ gemessen wurde. Das ist der Anteil der Empfänger, die
vermeintlich geöffnet haben. In Textmails kann die
Öffnungsrate nicht gemessen werden. Dafür lässt sie sich
jedoch anhand der Klickrate abschätzen. Und schon wieder schnappt
die Falle der unterschiedlichen Erhebungsmethoden zu.
4. Klickrate – Unser
bester Wert
Anders als die Öffnungsrate kann die Klickrate sehr genau gemessen
werden. Aber auch hier liefern die Systeme unterschiedliche Werte: Am
aussagekräftigsten ist die „Klickrate unique“. Dabei wird
gemessen, wie viele der Empfänger denn nun etwas angeklickt haben.
Manche Systeme messen jedoch jeden Klick, Wenn als jemand zwei
unterschiedliche Links und einen gleich dreimal angeklickt hat, treibt
das munter die Klickrate hoch, obwohl dahinter nur eine einzige Person
steckt. Professionelle Systeme erfassen all diese Werte getrennt. Aber
selbst wenn Sie nun mit der „Klickrate unique“ als Erfolgskennzahl
arbeiten, sollten Sie aufpassen. Vergleichen Sie sich nie mit anderen
Unternehmen, denn es spielen zwei wichtige Faktoren eine Rolle: Wie alt
Ist Ihr Verteiler? Wer seit zehn Jahren E-Mails versendet hat
zwangsläufig eine niedrigere Klickrate als ein Unternehmen, das
gerade einen neuen Verteiler aufgesetzt hat. Wie wichtig sind Sie
für den Empfänger? Je höher die Relevanz Ihrer Inhalte
für den Empfänger ist, desto höher auch die Klickrate.
Das ist auch der Grund dafür, dass im B2B-Bereich die Klickraten
meist höher als bei E-Mails sind, die sich an Verbraucher richten.
5. Die Abmelderate –
Zufriedenheit wird messbar
Die Abmelderate ist ebenfalls ein relativ präzise zu ermittelnder
Wert. Auch hier jedoch sollte man sich vor Vergleichen mit anderen
hüten, weil zu viele Faktoren eine Rolle spielen. Wie bequem ist
die Abmeldung? Wer gehen will, geht. Bauen Sie als keine Hürden
auf, sondern platzieren Sie das Wort „abmelden“ am besten nicht nur am
Ende, sondern auch am Anfang einer E-Mail. Und am besten ganz bequem
mit einem einzigen Mausklick ohne noch einmal die Adresse eingeben zu
müssen. Der Grund: Je einfacher das Abmelden desto weniger
Menschen drücken stattdessen den Spamknopf. Solche Beschwerden
sind schlecht für Ihre Absenderreputation, die von den
E-Mail-Providern sehr genau gemessen wird. Je besser Ihr Ruf, desto
geringer das Risiko, von Spamfiltern blockiert zu werden.
Noch weitere interessante Kennzahlen, wie Werbedruck,
Weiterleitrate, Einwilligungsrate und Acquisekosten lernen Sie im
Kapitel „Kennzahlen optimieren“ im „Leitfaden
E-Mail Marketing 2.0“ kennen.
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Die wichtigsten E-Mail-Kennzahlen im Überblick
Stärke des Online-Marketing ist die Erfolgsmessung. Leider liefern die Systeme oft ganz unterschiedliche Kennzahlen. Entweder werden Äpfel mit Birnen verglichen oder der Wert kann überhaupt nicht gemessen werden. Hier sind die häufigsten Fehlerquellen.
Autor: Dr. Torsten Schwarz