Neu: Interaktive E-Mails mit AMP

Yvonne Perdelwitz, seit fast 15 Jahren Geschäftsführerin der E-Mail Marketing Agentur postina.net, über den Neueinstieg von Google AMP für E-Mails auf dem deutschen Markt.

Interaktive und dynamische E-Mails, eine nie da gewesene User Experience und völlig neue Möglichkeiten für mehr Response und Conversions – die Anbieter von AMP für E-Mails versprechen sich viel von der ursprünglich für Webseiten entwickelten Programmierweise (AMP steht für Accelerated Mobile Pages). AMP ist ein von Google entwickeltes Derivat von HTML, das viele HTML-Elemente aber auch eigene Elementtypen beinhaltet. Das neue AMP-Format ist seit Kurzem auch in E-Mails einsetzbar.

Zugegeben: Die technischen Möglichkeiten sind revolutionär. Ist es dank AMP nun möglich, innerhalb von E-Mails Bilderkarussels, aufklappbare Menüs oder Sidebars zu integrieren sowie Formulare einzubetten, um Umfragen zu beantworten oder Produkte unmittelbar aus der E-Mail heraus zu kaufen.

Der schlanke AMP Code, optimiert fürs mobile Surfen, sorgt für schnelle Ladezeiten und somit für eine herausragende User Experience beim Empfänger.

Ja, gibt es denn ein „Aber“?

Tatsächlich klingt alles wirklich fabelhaft, denn seit fast 15 Jahren muss ich Kunden vertrösten, die ihre Umfragen und Videos gerne direkt in die E-Mail eingebettet hätten. Wird postina.net dies nun anders handhaben? Kann ich Kunden ohne weiteres AMP empfehlen?

Nun, im deutschsprachigen Raum hat als erster Anbieter die XQueue GmbH Google AMP in ihre Versandsoftware Maileon integriert. In Europa ist außerdem der niederländische Anbieter e-Village mit AMP für E-Mails am Start. Bisher sind es lediglich zwei europäische Versandsoftwares die von Google für AMP für E-Mails lizensiert sind.

Unterstützt werden AMP Mails bisher auch nur partiell, in der Webversion von Gmail sowie von mail.ru. Doch weitere große Player ziehen nach: Yahoo und Microsoft haben bereits angekündigt AMP zu unterstützen, wobei Microsoft bereits eine Developer Preview AMP-Funktion für 0utlook.com zur Verfügung stellt.

Auch die Erstellung ist noch relativ mühsam – denn ein AMP Versand erfordert neben der üblichen HTML- und Textversion, die Erstellung der dritten Variante in AMP. Die AMP Feature werden zurzeit noch manuell programmiert.

Seitens Empfänger bleibt alles beim Alten: Wer AMP empfangen kann, sieht die interaktiven Feature, alle anderen empfangen unverändert die HTML- bzw. Textversion. Damit die AMP-Funktionen dargestellt wird, muss sich entweder der Versender bei Google registrieren lassen oder der Empfänger muss noch Änderungen in den Anzeige-Einstellungen der E-Mails vornehmen.

Fazit

Google AMP für E-Mail ist auf jeden Fall vielversprechend, da es eine interaktive und direkte User Experience ermöglicht. Versendern eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten für mehr Response und Conversions. Derzeit empfiehlt sich der Einsatz von AMP aber nur bei einem großem Anteil von Gmail-Adressen bei einer gleichzeitig hohen Nutzung des Gmail Web-Clients. Aktuell ist Google AMP eher noch etwas zum Ausprobieren – übrigens bietet Maileon einen Google AMP Testmail Versand an – und noch nicht für den breiten Einsatz im europäischen E-Mail Marketing geeignet. Doch das kann bei den großen Playern, die involviert sind, gegebenenfalls schnell gehen. Sobald die AMP-Version in mobilen Posteingängen dargestellt wird, ist eine dritte AMP-Version neben der HTML- und plaintext-Variante ein gut vorstellbares Szenario.

Quellen:
www.email-marketing-forum.de/fachartikel/details/1941-Maileon-bringt-mit-AMP-Interaktion-in-die-E-Mail/160891
www.emailonacid.com/blog/article/industry-news/whats-the-latest-with-amp-and-how-can-i-use-it-for-email/
verizon-postmaster.tumblr.com/post/183699380323/amp-support-in-yahoo-mail
techcommunity.microsoft.com/t5/Outlook-Blog/Developer-preview-of-AMP-for-email-in-Outlook-com/ba-p/821020
www.blog.google/products/gmail/take-action-and-stay-up-to-date-with-dynamic-email-in-gmail/

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