Ob und wie Sie eine Unternehmens-Seite bei Google+ erstellen

Seit dieser Woche gibt es Unternehmensseiten bei Google+. Wie bei Facebook ist alles ganz einfach, aber bringt es wirklich etwas?

 

So richten Sie Ihre Unternehmensseite bei Google+ ein

Voraussetzung ist wie bei Facebook zunächst die Anmeldung als Person. Dazu müssen Sie zunächst ein Google-Konto eröffnen. Wenn Sie schon eines haben, können Sie sich direkt anmelden. Dann müssen Sie zunächst eine persönliche Google+-Seite erstellen. Um jetzt Ihre Unternehmens-Seite zu erstellen, klicken Sie auf einer bestehenden Seite links unten auf Google+ Seite erstellen.

Im ersten Schritt werden Sie gefragt, ob Ihr Unternehmen eher lokal oder überregional tätig ist. Dann geben Sie der Seite einen Namen und wählen eine Kategorie und drücken auf „erstellen“. Danach werden Sie aufgefordert, Logo und Kurztext einzufügen. Fertig.

 

Ist das wirklich nötig?

Die ersten Nutzer von Google+ haben bereits wieder die Lust am neuen Netzwerk verloren. Ob sich für Unternehmen der Aufwand einer weiteren Plattform lohnt, sollte kritisch geprüft werden.

Soziale Netzwerke binden inzwischen mehr Mediennutzungszeit, als Suchmaschinen. Für Unternehmen ist es daher unerlässlich, diese Plattformen in die eigene Kommunikationsplanung mit einzubeziehen. Derzeit haben Twitter und Facebook die höchste Relevanz. Anfang Juli startete mit Google+ ein weiteres Netzwerk. In der Anfangsphase kam man nur auf Einladung in Google+. Jeder Eingeladene konnte wiederum 150 Personen einladen. Die Online-Gemeinde war zunächst begeistert.

Google+ bot eine wichtige Funktion, die Facebook nicht hatte. Bei Facebook gibt es nur Freunde oder keine Freunde. Bei Google+ kann man Kreise ziehen: Familie, Freunde, Kollegen und Idole. So gesehen ist es eine Mischung aus Facebook (nur Freunde) und Twitter (nur Follower). Aber Facebook hat nachgezogen und bietet diese Differenzierung nun auch an.

Die Unternehmen waren nicht begeistert. Google+ bot für Firmen zunächst keine Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. Das Netzwerk war nur auf Personen ausgerichtet. Das hat sich seit dieser Woche geändert. Nun gibt es auch für Unternehmen eigene Seiten. Hier ist ein Beispiel einer Google-Seite.

Was bringen eigene Google+-Seiten? Nach dem ersten Hype im Sommer hat die Nutzung von Google+ stark nachgelassen. Die meisten anfangs dort aktiven Menschen haben sich wieder Facebook zugewendet. Daran änderte auch die Öffnung des Netzwerks nicht, das seit September auch ohne Einladung zugänglich ist. Steigt nun ein Unternehmen in Google+ ein, wird es schwer, hier schnell eine große Reichweite aufzubauen. Sollte Google nicht noch ein großer Nutzenvorteil für Unternehmen einfallen, empfehle ich zunächst einmal ein kritisches Abwarten. Schon auf Facebook und Twitter bindet das Gewinnen von Fans und Followern erhebliche Ressourcen, wenn das Profil wirklich attraktiv sein soll.

Facebook hat bewiesen, dass es bei der Einführung neuer Funktionen eine hohe Kompetenz im Erkennen von Markttrends hat. Ob Google diese Erfahrung im Betrieb eines konkurrenzfähigen sozialen Netzwerks aufbauen kann, wird die Zukunft zeigen. Bei der Einführung von Google+ war es ganz sicher ein Fehler, nicht auch die Bedürfnisse von Unternehmen zu befriedigen. Denn am Ende sind es die Unternehmen, die durch die Einbeziehung von Facebook in ihre Werbekampagnen landauf landab Werbung für Facebook machen.

In einem jedoch bleibt Google+ für Unternehmen nach wie vor relevant: Wer mit guten Inhalten viele Nutzer dazu bewegt, den Google+-Button zu drücken, wird in den Trefferlisten der Suchmaschine weiter oben gelistet.

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13 Kommentare

  1. Seit Jahren verfolge ich Absolit und genieße den Newsletter.
    So manch guten Tipp habe ich für mein Geschäft schon umsetzen können.
    Ich möchte hier nur einmal danke sagen, weil ich sonst eher zu den „unsichtbaren“ Usern gehöre, die einfach nur hin und wieder eine Anregung umsetzen, ohne großes Feedback zu geben.

  2. Daniel P. Hirschi sagt:

    Hallo Herr Schwarz,
    eigentlich bin ich ein begeisteter Leser von Ihren Publikationen. Diesen Artikel find ich allerdings etwas peinlich und schlecht recherchiert. Man wird den Eindruck nicht los, dass Sie persönlich etwas gegen Google haben. Bin auch nicht Fan von allem was von Google kommt aber: Google+ kann deutlich mehr als Sie hier erwähnen! Gerade auch für Firmen, zB. Hangouts mit dem Aussendienst, Terminplanung etc. Ausserdem find ich Facebook katastrophal kompliziert, man muss alles suchen. Bei Google+ klare Strukturen alles mit ein paar Klicks eingerichtet! Von einem Abflauen bei Google+ kann keine Rede sein. Ich kenne persönlich Firmen, die von Facebook die Nase voll haben und Google einrichten…..
    Aber vieles ist wohl subiektiv…., Liebe Grüsse, Daniel

  3. Marcel Toff sagt:

    „Die ersten Nutzer von Google+ haben bereits wieder die Lust am neuen Netzwerk verloren.“

    Woher wissen Sie das? Können Sie solche Aussagen auch mal untermauern oder ist dies hier gar kein seriöses Medium?

  4. @Marcel: Die Aussage beruht auf Gesprächen mit „Online-Experten“ am Rand von Konferenzen. Aber hier muss man vorsichtig sein: meine Gesprächspartner sind meist so in meinem Alter und damit nicht immer besonders innovativ.

    @Daniel: Ja, Google kennt sich mit Usability weitaus besser aus als Facebook. Und auch beim Verständnis deutscher Befindlichkeiten im Datenschutz sind sie weiter. Ich wünsche mir, dass mehr Unternehmen ihre Aktivitäten nicht auf Facebook beschränken, sondern mindestens auch in Google+ und Twitter aktiv sind.

  5. Elmar Kreß sagt:

    Hallo, Herr Schwarz,
    meiner Meinung nach werden Unternehmer durch die Möglichkeitm Google+ Unternehmensseiten leicht einzurichten, dies erst einmal pauschal tun. Dann werden Kunden und Fans über die Unternehmensseite informiert und eine bestimmte Anzahl wird diese Alternative zu Facebook wahrnehmen. Schon ist man in der Situation, sich entscheiden zu müssen, welchen Kundenkreis man bevorzugt und welchen nicht. Für mich wieder die Grundschul-Glaubens- Entscheidung: Pelikan oder Geha? Antwort Auf beiden Kanälen die gleichen guten Inhalte posten. Auf einen Artikel über die effektive Verknüpfung aus dem Hause Absolit freue ich mich schon jetzt.
    Liebe Grüße
    Elmar Kreß

  6. Urknall sagt:

    Also mal ehrlich, ein Netzwerk wie Google+ das es gerade mal ein paar Monate gibt und Unternehmensseiten erst seit glaube 2 Wochen so schlecht zu reden – setzen 6
    Die Google Suche ist mit um die 95-98 % die meistgenutzte Suche in Deutschland. Wer als Unternehmen da nicht alle Angebote von Google nutzt (Places und G+ Unternehmensseiten werden sicher verschmelzen in Zukunft) der ist nun mal Online auf dem Abstellgleis gelandet.
    Klar kann man die Userzahlen noch nicht mit Facebook vergleichen, aber die haben auch paar Jahre Vorsprung !

    Und nebenbei sei mal das hier erwähnt:

    Bitkom, der deutsche “Bundesverband für Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V” bestätigt in einer repräsentativen Umfrage Googles sozielem Netzwerk ein beständiges Wachstum.

    Aktuelle Nutzerzahlen sehen Google+ in Deutschland gleich auf mit dem Kurznachrichtendienst Twitter

  7. Der Autor drückt auch meine Empfindung aus, wenn er schreibt, dass das erste Interesse an Google+ bereits einen Dämpfer erlitten hat. Man stellt Inhalte ein, kontaktiert fürs erste ein einige Bekannte – und dann geschieht: nichts.

    Es scheint mir doch so zu sein wie im Offline-Alltag: Das Interesse gilt nur den bereits Höchstvernetzten, der Mittel- und Unterbau geht weitgehend leer aus.

    Aber Jammern hilft nicht – auch und erst recht nicht in Sozialen Netzwerken. Wer sich engagiert, einarbeitet, Zeit investiert, Besonderes liefert, hat eine Chance. Davon bin ich überzeugt.

    Wie andere Leser hatte ich mir in diesem Artikel Tipps und Tricks erwartet, wie speziell in Google+ starkes User-Interesse zu gewinnen ist. Dafür ist der Artikel aber leider zu kritiklastig ausgefallen. Es bleibt mir und anderen also nichts weiter übrig, als den eigenen Kopf zu bemühen.

  8. Wie sieht es denn nun mit dem Datenschutz aus? Wir haben aufgrund der rechtlichen unklaren Lage bis heute noch keinen Facebook Button auf unserer Firmenseite eingeführt.
    Sie schreiben, dass Google da weiter ist. Wie genau und rechtlich sicher ist denn eine Einführung eines Google+ Buttons auf einer gewerblichen Unternehmenseite?

  9. Hallo, ich habe da einmal eine Frage. Eine Google+ Seite habe ich bereits seit längerem. Kann ich diese nun zu einer Firmenseite ändern oder bin ich nun gezwungen, noch eine neue Seite zu erstellen? Ich habe gesucht und nichts gefunden. Meine vorhandene Seite ist gut aufgestellt, die würde ich gern mitnehmen zu einer Firmenseite oder diese zusammenlegen. Viele Grüße und Danke für jeden Rat

  10. Magnus Rönn sagt:

    Hallo an alle…
    Kommentar an @Lothar Seifert

    Hallo Herr Seifert.Ich habe mich tiefer gehend seit Wochen mit G+ beschäftigt. Zu Ihrer Frage:
    a)Ja, Sie müssen noch eine extra Firmenpage erstellen
    b) Sie können die beiden zwar verknüpfen aber nicht einfach „mitnehmen“
    C) Sie können die Kontakte aus Ihrer persönlichen Seite nicht einfach in Ihre Firmenseite übernehmen
    d) Auf einer Firmenpage können Sie nur persönliche G+Seiten in Ihre Kreise nehmen, wenn diese Ihre Firmenpage zuerst in deren Kreise aufgenommen haben (Spamschutz)
    e) Wir nutzen aber den persönlichen Account um dann darüber auch die Firmenpage nach vorne zu bekommen. Das empfehle ich Ihnen auch.Es lohnt sich auch als Firma…sogar noch mehr wenn Sie auch international aufgestellt sind.
    f) Sie sollten auch eine Firmenpage anlegen, denn es ist klar, dass man damit besser und sehr viel schneller gefunden wird bei Google als mit einer anderen Seite.Warum?
    Sie sind dann nicht wie mit anderen Netzwerken ausserhalb von Google und möchten in den Kreis,in die Suchmaschine aufgenommen werden. Nein, Sie sind dann schon mitten im Kreis, denn Sie sind ja „im Kreis bei Google schon mitten drin“.
    besser gehts nicht. Google Plus ist beim heutigen SEO Stand das non plus ultra und viel mehr als das I-Tüpfelchen in der Kombination mit Blogs,Facebook, Twitter und LinkedIn.

    Falls Sie da spezielle Fragen haben, können Sie mich gerne kontaktieren.
    Gruss
    Magnus Rönn

  11. Franziskina Mauresque sagt:

    Ich kann die Ausführungen von Herrn Magnus Rönn nur unterstreichen. G+ ist technisch sehr ausgereift und im Gegensatz zu FB sehr einfach zu bedienen. Einstellungen zur Privatsphaere lassen sich sehr leicht und transparent vornehmen.

    FB ist die Anlaufstelle für „Otto-Normal-Surfer“, während „Early Adaptors“ und die sogenannten „Digital Natives“ sich schon wieder vermehrt von FB ab- und G+ zuwenden.

    Vor allem Firmen mit gesteigertem Onlinebewusstsein errichten ganz selbstverständlich eine Präsenz auf G+. Alle anderen warten jetzt erstmal, bis die ganze Schafherde dann irgendwann gleichzeitig losrennt und auch G+ akzeptiert.

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