E-Mail-Marketing-Software

Autor: Rolf Anweiler. Der Markt für E-Mail-Marketing-Lösungen erscheint für viele Interessierte zunächst in etwa so übersichtlich wie die Regale eines H&M Geschäfts an einem Samstagnachmittag. Dabei bringen einige wenige grundsätzliche Überlegungen und Systematiken schnell Übersicht in den Dschungel der verschiedenen Technologien, Preismodelle und Servicepakete.

Nach der Definition der gewünschten Anforderungen kann dann schnell und unkompliziert der am besten geeignete Anbieter oder auch ESP (E-Mail-Marketing-Service-Provider) gefunden werden.

Am Beginn der Suche steht die Frage nach den Anforderungen an den ESP
Auch wenn viele das Mantra nicht mehr hören können: Vor der Suche nach einem geeigneten Dienstleister, sollte die Ziele definiert sein. Überlegungen sind notwendig, welchen Stellenwert E-Mail-Marketing im Unternehmen hat und wie es in den bestehenden Marketing-Mix integriert werden soll, welche Ziele damit erreicht werden sollen, nicht zu vergessen, welches Budget zur Verfügung steht. Aus den Antworten auf diese Fragen leiten sich dann die Anforderungen an den ESP ab. Sollte der ESP beispielsweise lokal oder global agieren? Stehen dem ESP ausreichend interne Ressourcen zur Verfügung, um Projekte optimal zu betreuen? Sollte der ESP über ein spezielles Branchenwissen verfügen oder sogar spezifische Branchenlösungen anbieten?

Welche verschiedenen Typen von Anbietern gibt es?
Eine der wichtigsten Entscheidungen ist die Frage, wieweit E-Mail-Marketing an einen externen Dienstleister übergeben werden soll. Denn davon hängt maßgeblich ab, welcher Anbieter der Richtige ist. Generell lassen sich im Markt vier Kategorien von E-Mail-Marketing-Lösungen unterscheiden: Die Inhouse-Variante à la do-it-yourself, Lizenzen, ASP-Lösungen (Application Service Providing) und die Fullservice-Abwicklung durch den ESP. Die Inhouse-Lösung beansprucht ausschließlich eigene Ressourcen und kommt großteils ohne externe Dienstleister aus, bei der Full-Service-Variante übernimmt der ESP die gesamte operative Umsetzung des E-Mail-Marketing-Programms bis hin zur Strategie und Planung.

Jede Option bietet gewisse Vorzüge, jedoch hat sich in den letzten Jahren ein Trend herauskristallisiert: Inhouse-Systeme verlieren zunehmend an Bedeutung, während ASP- und Full-Service-Anbieter einen großen Kundenzuwachs verzeichnen.   Erklären lässt sich diese Entwicklung vor allem durch zwei Faktoren: Zum einen befinden sich die ASP-Lösungen rechtlich und technisch gesehen stets auf dem neuesten Stand – und der Auftraggeber ist damit auf der sicheren Seite. Zum anderen unterhalten die meisten ASP-Anbieter gute Kontakte zu den verschiedenen Internet-Service-Providern, überprüfen E-Mails auf Spam-verdächtige Elemente und stellen damit deren Zustellbarkeit sicher. All diese Spezialdisziplinen erfordern Know-how und Ressourcen, die die meisten Unternehmen nicht dauerhaft im eigenen Hause unterhalten wollen, so dass die Inhouse-Lösung oft sehr früh im Auswahlprozess ausscheidet.

Welche Services haben die Anbieter im Portfolio?
Neben den internen Ressourcen, die ein Unternehmen aufwenden kann, ist zudem zu klären, welche Services und Produkte für E-Mail-Marketing-Maßnahmen konkret benötigt werden. Einige Anbieter beschränken sich auf die Versandtechnologie, andere schnüren  ganze Pakete an Direktmarketing-Maßnahmen von der Technologie für die Newsletter-Versendung, über Media- bis hin zu  Leadgenerierungskampagnen. Schon der Funktionsumfang der Versandlösungen variiert etwa bei den Reporting-Optionen in Echtzeit, der Möglichkeit dynamische Inhalte in den Newsletter zu integrieren oder Schnittstellen zu vorhandenen Systemen zu schaffen stark. Welcher Funktionsumfang und welche Services letztlich relevant sind, hängt von der Komplexität des E-Mail-Marketing-Programms ab. Sollten jedoch neben reinen Kundenbindungsmaßnahmen auch Neukundengewinnung und abverkaufsorientierte Kampagnen auf dem Wunschzettel stehen, kann es durchaus hilfreich sein, auf einen Anbieter zu setzen, der gerade im Bereich E-Mail-Kampagnen weitreichende Erfahrungen nachweisen kann.

Die Entscheidung
Alle angesprochenen Aspekte sind zu klären sowie eine Liste der Anbieter, die  prinzipiell aufgrund der allgemeinen Anforderungen in Frage kommen. Angebot sind einzuholen und Auswahlgespräche zu führen, in denen dann vor allem die technischen Details geklärt werden. Auch eine Referenzliste und in welchen Verbänden oder Projekten sich der Anbieter engagiert (z.B. DDV, BVDW oder CSA, aber auch internationale Institutionen wie DMA oder IAB) ist bei der Entscheidung hilfreich.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Dann teilen Sie ihn doch mit anderen:
Der RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel. Die TrackBack URI dieses Artikel.

One comment

  1. Ein Nachtrag von meiner Seite:

    Ebenfalls sollte bei der Auswahl beleuchtet werden, auf welche Kundschaft der Anbieter abzielt. Anbieter welche auf „Billig“ und „Masse“ gehen, haben oft Probleme mit der Zustellbarkeit der E-Mails, da deren Server-Reputation unter dem „unkontrolliertem“ Massenversand sehr stark leidet.

    Weiterhin sollte die Mitgliedschaft des Anbieters nicht als mögliche Option angesehen werden, sondern gesetzt sein.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Dann teilen Sie ihn doch mit anderen: