HTML-Mailings

Autor: Martin Aschoff. Wer HTML-Mails mit Bildern (Grafiken, Fotos etc.) gestalten möchte, kann diese Bildelemente entweder fest in die einzelnen E-Mails einbetten oder nur Referenzen in die Mails einfügen, die auf die zugehörigen Bilddateien auf dem Webserver des Anbieters verweisen.

Die HTML-Variante mit den Referenzen auf einen Webserver ist das Standardformat für HTML-Mails und wird im Folgenden als Online-HTML bezeichnet. Die Variante mit den eingebetteten Bildelementen ist eine Variante, die zahlreiche E-Mail-Marketing-Systeme beim E-Mail-Versand nicht beherrschen, und wird im Folgenden als Offline-HTML bezeichnet. Beide Formate haben Vor- und Nachteile.

Offline-HTML hat den Vorteil, dass der Empfänger auch dann alle Bildelemente sieht, wenn er beim Lesen der E-Mail offline ist. So entstehen keine hässlichen Löcher im Layout und der PC des Empfängers versucht nicht, eine Verbindung zum Internet aufzubauen, um die fehlenden Bilder nachzuladen. Ein weiterer Vorteil von Offline-HTML ist, dass die Bildelemente auch bei modernen E-Mail-Programmen, die das Nachladen von Bildern standardmäßig unterdrücken, sofort sichtbar sind.

Der Nachteil von Offline-HTML ist, dass die Dateigröße der E-Mails durch die zusätzlichen Bilddaten deutlich zunimmt und manche Exchange-Server, Lotus-Notes-Installationen und Firewalls diese HTML-Variante beim Weiterleiten zum Empfänger blockieren.

Online-HTML hat demgegenüber den Vorteil, dass die Dateigröße der E-Mails erheblich kleiner ist, weil in den E-Mails an Stelle der Bilddaten nur Referenzen auf die Bildelemente auf einem Webserver im Internet enthalten sind. Dadurch sind für den Anbieter auch die Kosten bei der Datenübertragung geringer. Sobald die Bilder allerdings vom E-Mail-Programm des Empfängers aus dem Internet nachgeladen werden, gleicht sich diese Einsparung wieder aus.

Der Nachteil von Online-HTML ist, dass die Bildelemente bei E-Mail-Programmen, die das Nachladen von Bildern blockieren, nicht sichtbar sind. Daher empfiehlt es sich, das erste Bildelement in jeder E-Mail mit einem Alt-Tag zu versehen, dessen Text den Empfänger auffordert, den Bildblocker im E-Mail-Programm zu deaktivieren, um die Bilder sehen zu können. Das Alt-Tag eines Bildes bewirkt, dass dem Empfänger der zugehörige Text als Alternative angezeigt wird, sofern sich das Bild nicht laden lässt.

Je nach Einstellung des Internet-Cache-Speichers werden bei Online-HTML die Bildelemente nach dem erstmaligen Laden beim Online-Lesen im Cache gespeichert, so dass sie zukünftig beim erneuten Lesen sichtbar sind. Unter Umständen versucht das E-Mail-Programm jedoch bei jedem Öffnen der E-Mail erneut, die Bilder nachzuladen, was bei einem aktiven Bildblocker für den Empfänger äußerst lästig sein kann.

Die Empfehlung aus der Praxis: Für E-Mailings an Empfänger, die in der Regel nur ein Modem oder eine ISDN-Leitung nutzen, sollte die Offline-HTML-Variante gewählt werden, solange die Dateigröße der E-Mails unter 100 KByte bleibt. In diesem Fall dauert die Übertragung mit ISDN ca. 15 Sekunden und bei einem 56-kbps-Modem 20 bis 25 Sekunden. Diese Wartezeiten sind für den Empfänger gerade noch zumutbar.

Wenn die HTML-Mails größer sind, sollte der HTML-Designer des Anbieters im Interesse der E-Mail-Empfänger in den sauren Apfel beißen und das Layout entsprechend reduzieren. Beispielsweise können Fotos stärker komprimiert oder weggelassen und Grafiken minimiert werden. Erst wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, um die E-Mail-Größe unter 100 KByte zu bringen, kann auf das Online-Format ausgewichen werden. Die Größe der nachzuladenden Bildelemente sollte allerdings ebenfalls 100 KByte nicht überschreiten, damit es nicht zu lange dauert, bis diese in der geöffneten E-Mail sichtbar werden – es sei denn, die Empfänger verfügen ohnehin über breitbandige Internet-Anbindungen.

Bei gewerblichen Empfängern, die in der Regel über eine schnelle DSL- oder Standleitung mit dem Internet verbunden sind, ist die Dateigröße der E-Mails nebensächlich. Hier sollte sich der Anbieter grundsätzlich für die Online-HTML-Variante entscheiden – hauptsächlich deswegen, um die oben angesprochenen Probleme durch störrische Mailserver und Firewalls zu vermeiden, die im E-Mail-Programm des Empfängers zu Darstellungsproblemen führen können.

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