Deutsche verschlafen Social Web – Ägypter lieben es

Während Industrieländer das Social Web verschmähen, sind in „Emerging Economies“ wie Mexiko, Brasilien und Ägypten über 80 Prozent der Onliner auch im Social Web aktiv.


Im Rahmen des aktuellen Pew-Report  wurden jeweils tausend Personen in jedem Land gefragt, ob sie Internet nutzen und ob sie im Social Web aktiv sind.

Anteil der Onliner, die Social Media nutzen nach Land Deutschland ist Schlusslicht: Zwar hat es die meisten Onliner, aber davon nutzen nur 42 Prozent das Social Web.

Ganz anders in Mexiko, Tunesien und Ägypten: Dort sind weniger als 40 Prozent der Bevölkerung online. Von diesen jedoch nutzen über 80 Prozent Facebook & Co.

Etwa ein Viertel der Befragten besitzen schon ein Smartphone. Dessen wichtigste Nutzung ist der Zugang zum Social Web (64 %), gefolgt von Abrufen politischer Nachrichten (43 %). Hier hat der Tahrirplatz seine Spuren hinterlassen. Ägypten steht weltweit an der Spitze – dort nutzen 65% ihr Smartphone um politisch auf dem Laufenden zu bleiben und mitzudiskutieren. Bei der absoluten Anzahl der Facebooknutzer steht laut Socialbakers Deutschland auf Platz 10 und Ägypten auf Platz 20.

Noch extremer sind die Zahlen, die Facebook selbst liefert. Danach sind es in Mexiko, Türkei, Kolumbien und Thailand jeweils über 90 Prozent der Onliner, die Facebook nutzen. Entsprechend erfolgreich sind auch die Facebookseiten von Unternehmen in solchen Ländern. Vodafone, Nokia, Coke und Samsung haben über eine Million Facebook-Fans in Ägypten.

Trotzdem liegen die Online-Werbebudgets von Unternehmen derzeit noch auf einem niedrigen Niveau. Während in Deutschland bereits ein Fünftel der Werbeausgaben ins Internet fließen, sind es in Ägypten gerade einmal 3,5 Prozent. Immer mehr Unternehmen verstärken jedoch dort ihre Aktivitäten – unter anderem durch Einträge in Online-Directories.

 

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4 comments

  1. LOL … Das ist lustig. Bei der Studie würde mich mal die genaue Fragestellung interessieren. Wer wurde denn da in welcher Sprache befragt?

    Berücksichtigen muss aber sicher auch, dass viele Deutsche gar nicht wissen ob sie sich mit dem Thema Social Media oder sozialen Netzwerken beschäftigen wenn sie etwas anderes machen außer ihre Mails bei GMX zu lesen.

    Grüße
    Marco Ripanti

  2. Der Wert von Social Web und Networks definiert sich nicht nur dadurch wer dabei ist, und auch nicht unbedingt wer nicht dabei ist, sondern kommen die „Richtigen“ zu einander und was tun diese, wann und wie – dies gilt für die Seite des Business wie auch der Consumer.
    So gut wie jedes Unternehmen geht von einer steigenden Bedeutung von Social Media aus aber sind Ihre Nutzer in den Medien und wenn ja wo und wie, wie ist deren Verhalten, Erfahrungen und Erwartungen.
    Aber nur die wenigsten dieser Unternehmen verfügen über eine explizite Social Media Strategie – Social Media wird unterschätzt – neue Lösungen gefragt und da sind wir als kompetente Berater gefragt.
    Es ist wie vor 15 Jahren im Web „Wir machen da mit weil es jetzt alle tun“ – Die Unternehmen brauchen eine aus der Unternehmens- und Produktkommunikationsstrategie resultierende und abgestimmte Social Media Strategie.

  3. @Marco: geb ich Dir recht. Aber die Pew-Antworten stimmen ziemlich gut überein mit den Facebook-Zahlen – insofern stimmt der Trend.
    @Holger: Keine Frage, dass Unternehmen eine Strategie brauchen. Trotzdem hilft die beste Strategie nicht darüber hinweg, dass viele Deutsche mit Facebook nicht umgehen können oder wollen – oder beides.

  4. Marco says:

    Man könnte aber auch meinen, dass die Quote mit sinkendem Bildungsgrad in der Gesellschaft steigt. Denn machen wir uns nichts vor, die Menschen in den Ländern mit der höchsten Nutzerquote sind zum Teil sehr arm, zum großen Teil schlecht ausgebildet und somit leicht durch die modernen Medien der „westlichen“ Welt beeinflussbar…

    Viele Deutsche verschlafen nicht das Sozial-Web, sondern nehmen bewusst nicht daran Teil!

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