RSS ergänzt E-Mail-Marketing

Autor: Nico Zorn. Genau wie Interessenten E-Mail-Newsletter abonnieren, können sie auch „RSS-Feeds“ abonnieren: Immer wenn es etwas Neues gibt, erfahren es alle Abonnenten automatisch sofort. Das Protokoll eignet sich hervorragend, um User regelmäßig mit neuen Inhalten zu versorgen und damit an das eigene Unternehmen zu binden.

Was ist RSS?
RSS ist ein auf XML-basiertes Kommunikationsprotokoll und steht für ‚Really Simple Syndication‘ oder ‚Rich Site Summary‘. Das Format wird überwiegend verwendet, um Nutzer über neue Inhalte auf Websites zu informieren und wird häufig im Zusammenhang mit Weblogs genannt, da Weblog-Systeme standardmäßig RSS-Feeds erzeugen können. Für den Empfang eines RSS-Feeds muss der Nutzer die Adresse der XML-Datei in sein Leseprogramm (Feedreader) kopieren. Das Programm informiert anschließend zeitnah über neue Inhalte und stellt die entsprechenden Schlagzeilen und Texte inklusive Links zu den Artikeln dar.

RSS ist somit ein ideales Instrument, um Traffic zu generieren, Kunden zu binden und Abverkäufe zu generieren. Allerdings ist die Nutzungsmöglichkeit, neudeutsch Usability, von den Feeds erklärungsbedürftig und die Verbreitung von entsprechenden Leseprogrammen nach wie vor gering. Die Tipps aus der nachfolgenden Checkliste können dabei helfen, die Anzahl der RSS-Abonnenten trotzdem zu erhöhen und RSS effektiv in den Online-Marketing-Mix zu integrieren.

Inhalt und Format
Überlegen Sie, welcher Inhalt als RSS-Feed angeboten werden kann. Typische RSS-Inhalte sind zum Beispiel Weblog-Beiträge, aktuelle Meldungen, Stellenangebote, Fachartikel, Pressemitteilungen, Suchergebnisse, Sonderangebote und Service-Hinweise.

Bieten Sie RSS-Beiträge mit einer ausreichenden Textlänge an. Viele User bevorzugen es, den vollständigen Artikel in ihrem RSS-Reader zu lesen. Wenn Sie keinen Fulltext-Feed anbieten möchten, achten Sie auf einen ausreichend langen Teasertext.

Achten Sie auf eine regelmäßige Veröffentlichungsfrequenz: Wenn es über einen längeren Zeitraum keine neuen Beiträge gibt, werden viele User den Feed löschen. Einige RSS-Reader löschen Feeds, die über einen längeren Zeitraum inaktiv sind, sogar automatisch. Auf der anderen Seite sollten es jedoch auch nicht zu viele Nachrichten pro Tag sein.

Verwenden Sie Bilder in Ihrem Feed. RSS-Reader ignorieren einen Großteil der Text-Formatierungen, Bilder werden jedoch von den meisten Readern dargestellt und sind somit eine ideale Möglichkeit, um die Aufmerksamkeit des Users zu gewinnen.

Besonderes Augenmerk sollten Sie dem Namen Ihres RSS-Feeds schenken, denn Ihr Feed kämpft gegen viele Konkurrenten um die Aufmerksamkeit des Users. Wählen Sie einen interessanten und einprägsamen Namen, der neugierig macht.

Noch wichtiger als der Name des Feeds sind die Titel der einzelnen Beiträge. Es lohnt sich, über die Überschrift nachzudenken, denn sie entscheidet als „Türöffner“ darüber, ob der jeweilige Beitrag geöffnet wird. Halten Sie die Titel möglichst kurz und machen Sie auf den Inhalt des Beitrags neugierig.

Veröffentlichen Sie Meldungen zu verschiedenen Themenbereichen? Dann kann es sich lohnen, die wichtigsten Themen als eigene RSS-Feeds aufzubereiten. Auf diesem Weg können sich die User genau die Feeds aussuchen, die für sie wirklich interessant sind.

Achten Sie darauf, dass Ihr Feed die Standards berücksichtigt und fehlerfrei validiert. Mit www.feedvalidator.org können Sie Ihren Feed überprüfen.

Anmeldeprozess
Fügen Sie den RSS-Link in den Header Ihrer Website ein. So ist sichergestellt, dass Browser das Vorhandensein eines Feeds mittels Icon in der Adressleiste anzeigen und User den Feed bequem abonnieren können. Der Code für den Header sieht wie folgt aus:

Platzieren Sie das RSS-Icon möglichst prominent auf Ihrer Website und verlinken Sie es mit Ihrer Feed-URL. Unter http://www.feedicons.com können Sie das Icon in verschiedenen Formaten und Größen herunterladen.

Platzieren Sie den RSS-Link auch auf Ihrer Bestätigungsseite, die nach der Anmeldung Newsletter-Anmeldeseite und auf der geladen wird – vielleicht bevorzugt der User die Informationen in diesem Format?

Legen Sie eine Seite an, auf der Sie RSS erläutern und Ihre verfügbaren RSS-Feeds anzeigen – am besten inklusive einer Übersicht mit den letzten Beiträgen aus den Feeds. Diese Seite können Sie zum Beispiel neben dem RSS-Icon verlinken („Was ist RSS?“). Erklären Sie auf dieser Seite kurz und knapp, welchen Nutzen RSS für den User bietet und bieten Sie Links zu RSS-Readern an.

Verwirren Sie die User nicht mit zu vielen RSS-Formaten. RSS 1.0, RSS 2.0 oder Atom? Die meisten Besucher Ihrer Website werden den Unterschied vermutlich nicht kennen und unsicher sein, welches Format sie abonnieren sollen. In der Regel ist es völlig ausreichend, wenn Sie den Feed im RSS 2.0-Format anbieten – dieses Format hat auch die höchste Verbreitung.

Vermarktung des Feeds
Melden Sie Ihren Feed bei den wichtigsten RSS-Verzeichnissen an – zum Beispiel rssverzeichnis.de, rss-scout.de, all4rss.com, rss-nachrichten.de, rss-verzeichnis.net und web-feed.de.

Überlegen Sie, ob es sich lohnt, einen eigenen RSS-Reader anzubieten. Ein „Branded Reader“ in Ihrem Corporate Design kann Ihre Feeds bereits voreingestellt anbieten und somit den Anmeldevorgang für den Nutzer erleichtern.

Neben einem RSS-Reader mit vorausgewählten Feeds kann es sich lohnen, Widgets mit den aktuellen RSS-Postings für die wichtigsten Plattformen (Windows Vista, Mac OS, Google Desktop) anzubieten. Widgets sind kleine Programme, die der User mit wenigen Klicks auf seinem Desktop installieren kann.

RSS-Inhalte können Sie mit Widsets.com oder Mobispine.com auch für mobile Endgeräte bereitstellen und auf diesem Weg die Reichweite mit wenigen Klicks erhöhen.

E-Mail-Marketer setzen schon länger auf die sogenannte Co-Registrierung, um Abonnenten zu generieren. Dabei wird Usern angeboten, während einer Newsletteranmeldung gleichzeitig auch den Newsletter eines Partners zu bestellen. Das gleiche Prinzip können Sie auch für RSS einsetzen: Suchen Sie nach Partnern, die auf ihrer RSS-Seite auch einen Link zu Ihrem Feed setzen – inklusive einer kleinen Auflistung der letzten Beiträge.

Setzen Sie nicht ausschließlich auf RSS, sondern bieten Sie als Alternative auch einen E-Mail-Newsletter an, denn die Verbreitung von RSS-Readern ist noch immer gering.

Werten Sie den Erfolg und die Nutzung Ihres RSS-Feeds aus. Die wichtigsten Kennzahlen und Informationen: Anzahl der RSS-Abonnenten, Klicks auf Beiträge und Links, verwendete Feedreader.

Literatur
Rok Hrastnik: Unleash the Marketing & Publishing Power of RSS (eBook). – http://rss.marketingstudies.net

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