Mehr Adressen gewinnen

Nach wie vor ist E-Mail der effizienteste Kommunikationskanal. Trotzdem vergeuden Unternehmen wertvolle Ressourcen, indem sie nicht alle Möglichkeiten der Adressgewinnung ausschöpfen.

Nicht nur bei Digitalplattformen wird der Unternehmenswert entscheidend von der Anzahl der aktiven Kunden bestimmt. Fast alle Unternehmen haben heute eine Strategie, wie Sie aus Interessenten treue Kunden machen. Attributionsmodelle erfassen, welche Schritte der Customer Journey wie wichtig sind.

Trotzdem schöpfen die meisten Unternehmen nicht alle Möglichkeiten aus, um Interessenten automatisiert zu erfassen und eine Einwilligung zum Dialog einzuholen. Die Ursache ist oft Abteilungsdenken oder Datensilos.

Oft unterschätzt: Die eigene Homepage
Der effizienteste Weg, Interessenten automatisiert im eigenen CRM-System zu erfassen, ist die eigene Website. Über 90 Prozent der Händler nutzen die Homepage nicht nur zum Verkauf von Produkten, sondern auch, um systematisch Einwilligungen von Besuchern einzuholen. Obwohl die Wichtigkeit erkannt ist, nutzen lediglich fünf Prozent der Händler alle Möglichkeiten der automatischen Adressgenerierung aus.

Scheitern am Unverständnis
Der Grund, warum selbst unter den sehr onlineaffinen Händlern 95 Prozent auf relativ einfache Methoden der Leadgenerierung verzichten, ist Unkenntnis. Den wenigsten ist bewusst, wie teuer in Zeiten der sinkenden Cookie-Akzeptanz First-Party-Daten wirklich sind. Und nur wenige kennen überhaupt die Leadgenerierungsrate ihrer Website oder haben eine Strategie, diese systematisch zu steigern. Bei den meisten Unternehmen liegt dieser Wert unter 0,1 Prozent. Diese wichtige Kenngröße kann mit einigen einfachen Maßnahmen auf bis zu fünf Prozent gesteigert werden. Bei einem Webauftritt mit monatlich 100.000 Besuchern sind das jeden Monat 5000 neue Leads, die ohne weitere Kosten automatisiert gewonnen werden.

Wirkt noch immer: Der Newsletter
Allen Unkenrufen zum Trotz, werden Newsletter noch immer gerne gelesen, wenn sie für die Empfänger relevante Inhalte liefern. 91,4 Prozent der Unternehmen setzen Newsletter ein. Auf diesen Newsletter prominent auf der Startseite hinzuweisen, ist die wirksamste Maßnahme der Leadgenerierung.

Topnavigation nutzen
Wer schon in der Navigationsleiste das Wort „Newsletter“ einbaut, unterstreicht die Bedeutung dieses Kundenbindungsinstruments und suggeriert dem Besucher, dass es sich bei dem Newsletter um etwas besonders handelt.  Tchibo, Klingel und Weltbild wissen, wie wichtig das ist. Aber nicht nur Händler, auch Hersteller wie Adidas, Renault oder Philipps haben es erkannt.

Grafisches Element im Vorschaufenster
Zusätzlich zur Topnavigation sollte auch noch ein auffälliges grafisches Element genutzt werden, um auf den Newsletter hinzuweisen. Am besten sollte dies schon ohne Scrollen sofort ins Auge fallen. Baur, Müller und Manufactum machen vor, wie es geht.

Mindestens am Fuß der Seite
Leider berichten mir viele Seminarteilnehmer, dass die Verantwortlichen für die Startseite alles andere als aufgeschlossen für diese Vorschläge sind. In diesen Fällen empfehle ich das Ende der Seite: Dort ist der Wettbewerb nicht so hart und viele Nutzer, die einen Newsletter suchen, scrollen gezielt ans Ende der Seite. Auch ist dort mehr Platz für ein richtiges Formular. Gute Beispiele gibt es bei Gebrüder Götz, Höffner, Breuninger und Peter Hahn.

Am besten fest ins Content Management System
Bei all den genannten Unternehmen stellen Sie fest, dass das Formular zur Newsletter-Anmeldung nicht nur auf der Startseite, sondern auf sämtlichen Seiten unten erscheint. Das ist aus folgendem Grund gut: Wer bis zum Ende einer Seite kommt, dem haben die Inhalte der Seite gefallen. Damit steigt die Bereitschaft, von diesem Unternehmen auch einen Newsletter anzufordern.

Gleich viermal einbinden
Wer ganz schlau ist, lässt die Registrierung gleich viermal auf der Startseite erscheinen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Nutzer diese auch wahrnehmen. Gehen Sie bei Hessnatur, Woolworth oder Ludwig Beck einmal auf die Suche.

Layover nutzen
In Zeiten von nervigen Cookie-Bannern mag es ungewöhnlich klingen, aber Layover haben eine überproportionale Konversionsrate. Jedoch sollten drei Dinge beachtet werden: Erstens niemals auf der Startseite, denn das ist zu früh. Zweitens erst einmal ein paar Sekunden warten, bis die Leserin Zeit hatte, die Seite anzuschauen. Dann mit Verzögerung sanft von unten den Störer einschweben lassen. Und drittens bitte nicht beim nächsten Besuch gleich wieder die gleiche Frage stellen. Mit Cookies kann dafür gesorgt werden, dass die Nutzerin erst einmal eine Weile von dem Newsletter-Layover verschont wird. Ganz geschickt machen es Zinspilot, Immobilienzeitung und Vorwerk: Ich kann in Ruhe und ungestört auf der Website surfen und erst, wenn ich mich anschicke, die Website zu verlassen, dann erscheint das Newsletter-Layover.

 

Weitere Tipps finden Sie übrigens unter
https://www.absolit.de/allgemein/65-wege-e-mail-adressen-legal-zu-beschaffen

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