Unternehmen hinken in Social Media hinterher

Wer für Kunden sichtbar sein will, sollte auf allen Kanälen Präsenz zeigen. News werden heute mehr im Social Web als gedruckt gelesen. Trotzdem drücken sich Unternehmen davor. Hierzu gibt es neue Zahlen aus Studien.

Nachdem die Kanäle Suchmaschine und E-Mail schon seit Jahren von über 95 Prozent der Unternehmen genutzt werden, ist nun auch die Bedeutung von Social Media für den Kundendialog angekommen. 95 Prozent der von Absolit zu Jahresbeginn befragten 1208 deutschsprachigen Unternehmen setzen Social Media ein. Das wird nun durch das vorliegende Hootsuite-Barometer bestätigt. Wie wichtig Social Media für Unternehmen sind, zeigt sich daran, dass 44 Prozent der Unternehmen 2018 dafür Ihr Budget erhöht haben. Das ist mehr als für die klassischen Onlinekanäle Search, E-Mail und Mobile.

Jugendliche mehr im Social Web als vor dem Fernseher
Wie wichtig das Thema ist, zeigt sich an Jugendlichen. 88 Prozent der 10-19-Jährigen nutzen Social Media, während nur noch 84 Prozent fernsehen. Zeitschriften nehmen gar nur noch 66 Prozent in die Hand, fand Bravo-Herausgeber Burda heraus. Lediglich ein harter Kern von 30 Prozent der Jugendlichen liest noch Tageszeitungen. Wenn Unternehmen potenzielle Kunden erreichen wollen, muss massiv Budget in Social Media verlagert werden.

Fachkräftemangel? Nur jeder zweite in Business-Netzwerken
Da ist es ein schwacher Trost, dass 85 Prozent der von Hootsuite befragten Marketingexperten der Ansicht sind, dass die aktive Nutzung der sozialen Medien für Ihr Unternehmen wichtig sei, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Und worauf warten die restlichen 15 Prozent? Wir leben in einer Zeit des Arbeitskräftemangels. Wie kann es sein, dass nur jedes zweite Unternehmen die Business-Netzwerke Xing und LinkedIn nutzt?

Überhaupt leuchtet es nicht immer ein, welche Plattformen von den Unternehmen bedient werden. Man gewinnt den Eindruck, als folge das dem Alter der Portale. 2008 startete der große Run auf Twitter. Hier sind Unternehmen stark: 75 Prozent bespielen den Kanal, der heute im Wesentlichen von Journalisten und Influencern genutzt wird. Im normalen Volk ist das Tool trotz Obama, Papst und Trump nie wirklich angekommen.

Facebook ist am beliebtesten
Dafür hat sich Facebook ab 2009 wie ein Lauffeuer überall verbreitet. Entsprechend ist es auch der von den meisten Unternehmen (93 Prozent) eingesetzte Social-Media-Kanal. Einen Haken hat die Sache jedoch: Reichweite und Mediennutzungszeit sinken kontinuierlich. Bei den Jugendlichen hat es nach Instagram (68 Prozent), Youtube (44 Prozent) und Snapchat (43 Prozent) mit 11 Prozent die wenigsten Fans. Die letzten offiziellen Zahlen von Facebook nennen 31 Millionen Deutsche als Nutzerzahl. Stark vertreten in dem Netzwerk ist die zahlungskräftige ältere Generation.

Ein Lichtblick der Studie sind die 73 Prozent der Unternehmen, die in Instagram aktiv sind. Die Plattform wird von Nutzern häufiger besucht als Facebook. Insofern stimmt es froh, dass viele Unternehmen das erkannt haben. Trotzdem ist hier gegenüber Facebook (93 Prozent) eine gewisse Trägheit zu spüren.

Noch gar nicht angekommen ist die Bedeutung der Messenger auch als Plattform für Unternehmen. Nur 21 Prozent der Unternehmen nutzen Whatsapp, obwohl der Dienst gerade aktiv dabei ist, seine Angebote für Unternehmen zu intensivieren. Facebook plant über WhatsApp-Business hinaus neue Funktionen, damit auch große Unternehmen den beliebten Messenger stärker nutzen. Whatsapp-Enterprise soll mit Benachrichtigungen, Live-Chat und Sponsored Messages den Dialog mit Kunden und Interessenten leichter machen.

ROI wird zu selten gemessen
Somit bleibt es spannend für Unternehmen, sich den Herausforderungen der sozialen Medien zu stellen. In keinem anderen Bereich des Marketings ändert sich die Bedeutung der einzelnen Kommunikationskanäle so schnell wie im Social Web. Damit hier schnell die richtigen Entscheidungen getroffen werden können, ist ein klare Erfolgskontrolle unabdingbar: Was kostet mich jeder Kontakt und wie hoch ist der Anteil derjenigen, die konvertieren. Der letzte Punkt wird oft vernachlässigt: Erfolg kann im Dialogmarketing nur gemessen werden, wenn es eine messbare Handlungsaufforderung gibt. Das kann ein Gewinnspiel oder der Besuch der eigenen Homepage sein. Daraus errechnet sich dann der Preis, den Unternehmen für jede Transaktion aus dem Social Web bezahlen.

Es ist erschreckend, zu lesen, dass nur jedes fünfte Unternehmen den ROI seiner Social-Media-Aktivitäten auswerten. CMOs müssen in der Lage sein, den Preis für jeden Besucher zu nennen, den Sie aus Whatsapp, Facebook, Instagram und Twitter gewinnen. Nur so kann entschieden werden, welches Budget in welche Plattform gesteckt wird.

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