Was verschickt wird, kommt nicht immer an

Autor: Daniel Harari. Auch eine ausdrückliche Einwilligung (Permission) des Empfängers ist kein Garant dafür, dass eine E-Mail wirklich ankommt. In den USA werden derzeit bis zu vierzig Prozent aller angeforderten E-Mails durch Internet-Service-Provider als vermeintlicher Spam blockiert.

Auch eine ausdrückliche Einwilligung (Permission) des Empfängers ist kein Garant dafür, dass eine E-Mail wirklich ankommt. In den USA werden derzeit bis zu vierzig Prozent aller angeforderten E-Mails durch Internet-Service-Provider als vermeintlicher Spam blockiert. In Deutschland landen bereits zwanzig Prozent der Newsletter als „False Positives“ in Spamfiltern. Versender von Newslettern sollten deshalb eine Reihe von Präventivmaßnahmen ergreifen.

Viagra, Sex und Geld-verdienen wird blockiert
Spamfilter untersuchen die Betreffzeile, den HTML-Quelltext und den Text nach spamverdächtigen Formatierungen sowie typischen Begriffen, die Spammer verwenden. Sobald zu viele Merkmale gefunden werden, wird die E-Mail blockiert. Eine Überprüfung vor dem Versand (Spam-Scoring) listet potentielle Problemstellen in der E-Mail auf und gibt die Möglichkeit, diese Probleme noch vor dem Start der Kampagne zu beheben.

Nur korrekt konfigurierte Versandrechner
E-Mails werden blockiert, wenn der Server von dem sie versendet wurden, nicht so konfiguriert wurde, dass eine einwandfreie Authentifizierung durch den Empfängerserver möglich ist. Alle Server, die E-Mail versenden, müssen gültige ‚Reverse DNS‘-Einträge besitzen. Das bedeutet, dass alle IP-Adressen einen entsprechenden Domain-Namen haben. Außerdem sollten alle Server gegen unauthorisierte Verwendung geschützt sein (keine Open-Proxy, Router, oder Relay).

Wer Beschwerden provoziert landet auf Blacklists
Entgegen vielen Gerüchten gelangt man auf Blacklists nur aufgrund von Beschwerden. Das geschieht, wenn keine Möglichkeit zum Abmelden besteht oder wiederholt Mail an ungültige Adressen verschickt wurden. Einen sicheren Schutz vor Blacklisting gibt es nicht. Durch folgende Maßnahmen kann man jedoch die Chancen einer Listung minimieren:
· Whitelisting bei ISPs
· Verlässlicher Opt-in/Opt-out Mechanismus
· Automatische Blockade von „gefährlichen“ E-Mail-Adressen, z.B. abuse@, spam@
· Blockade von wiederholtem Versand an ungültige E-Mail-Adressen

Unternehmen haben oft strenge Pförtner
Mittel- bis Großunternehmen verwenden meist eigene Mailserver mit individuell eingestellten Anti-Spam-Maßnahmen. Diese sind oft strenger, als die der Provider. Manchmal werden einfach alle HTML-E-Mails blockiert. In diesem Fall hilft nur die Anpassung des E-Mail Formates an Empfänger dieser Firmen. Professionelle E-Mail-Service-Anbieter bieten eine manuell gepflegte, ständig wachsende Datenbank mit „Problemfirmen“ und deren Blockade-Eigenheiten an, auf die der Mailserver zugreift und dadurch die E-Mails automatisch anpasst (nur-Text oder ohne Tracking-Code“).

Nur wer zweimal klingelt kommt hinein
Bei Challenge-Response handelt es sich um eine automatische Reply-E-Mail. Ähnlich wie bei Double-Opt-in, wird an den Absender eine Aufforderung zur Authentifizierung durch manuelles Klicken eines Links in der E-Mail, gerichtet. Diese E-Mails müssen, im Idealfall automatisch, identifiziert werden und firmeninterne Prozesse, wie eine automatische Weiterleitung an Support, Callcenter oder Backoffice zur Bearbeitung, implementiert werden.

Kein Anschluss unter dieser Nummer
Große Provider lassen sich einige Tricks einfallen, um so wenig wie möglich Serien-E-Mails ausliefern zu müssen. Deshalb empfiehlt sich immer ein kontinuierliches Überprüfen, ob E-Mails wirklich ankommen. Im besten Falle werden beim blockieren von E-Mails „Blockade“-Meldungen (Bounce-Mails) verschickt. Diese Mitteilungen sind aber nicht immer sehr direkt, im Sinne von „Sie wurden blockiert“. Es gibt mehr als 1000 unterschiedliche Regeln um Block-Bounces von normalen Hard- oder Soft-Bounces zu unterscheiden.

Manche Provider jedoch blockieren E-Mails und senden keine Bounce-Message zurück. Stattdessen wird die E-Mail gleich gelöscht. Ob hier eine Blockade vorliegt, lässt sich nur durch eine ständige Überwachung der Kampagnenstatistik (Öffnungs- und Klickrate) bestimmen. Wenn bei einem Provider die Werte signifikant von der Gesamtkampagne abweichen, wurden Ihre E-Mails wahrscheinlich blockiert.

Oft werden E-Mails blockiert und eine „Hard-Bounce“-Meldung (d. h. „E-Mail-Adresse ist ungültig“) zurückgeschickt. Wer solche Adressen aus seinem Verteiler löscht, verärgert eventuell Kunden.

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